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versumpfen

GrammatikVerb · versumpfte, ist versumpft
Aussprache
Worttrennungver-sump-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›versumpfen‹ als Erstglied: ↗Versumpfung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. versumpftetw. wird sumpfig
Beispiele:
der See, die Wiese, das Gelände fing an zu versumpfen, versumpfte immer mehr, ist später versumpft
eine versumpfte Flussmündung, Küstenebene
2.
salopp jmd. versumpftjmd. verkommt
Beispiele:
er verkümmerte und versumpfte in dieser öden Gegend, in der Großstadt
er ist in der letzten Nacht irgendwo hängengeblieben und versumpft (= ist unsolide gewesen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sumpf · versumpfen · sumpfig
Sumpf m. ‘nasses, morastiges Gelände’, mhd. sumpf, mnd. sump, mnl. somp, tsomp, sump, nl. (landschaftlich) somp, auch engl. (mundartlich, aus dem Mnd.) sump und anders gebildetes gleichbed. ahd. sunft (9. Jh.), mnd. sumpt steht wie engl. swamp ‘feuchtes, sumpfiges Gelände’ im Ablaut zu dem unter ↗Schwamm (s. d.) behandelten Substantiv, setzt also wie dieses ie. *su̯omb(h)o- ‘schwammig, porös’ voraus. Halbvokalisches u̯ ist im Germ. vor u geschwunden. Sumpf ist ursprünglich auf Nord- und Mitteldeutschland beschränkt, wird jedoch im 17. Jh. durch die (nordd. und md.) Sprachgesellschaften in die Literatursprache eingeführt. versumpfen Vb. ‘sumpfig, zu Sumpf werden’ (16. Jh.), ‘zu Sumpf machen’ (18. Jh.), übertragen (aus der Studentensprache) ‘ein liederliches Leben führen, verbummeln, verwahrlosen’ (19. Jh.). sumpfig Adj. ‘morastig’ (15. Jh.), in älterer Sprache auch sumpficht (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sozialfall werden · abgewirtschaftet haben · sozial absteigen · ↗verelenden · ↗vergammeln · ↗verkommen · ↗verlottern · ↗verwahrlosen  ●  ↗herunterkommen (Person)  Hauptform · in der Gosse enden  fig. · in der Gosse landen  fig. · tief sinken  fig. · unter die Räder kommen  fig. · auf den Hund kommen  ugs. · ganz unten ankommen  ugs., fig. · ↗herumsumpfen  ugs. · ↗runterkommen  ugs. · ↗versacken  ugs. · ↗verschlampen  ugs. · versumpfen  ugs., fig.
Assoziationen
  • abfallen · ↗absinken · ↗abstürzen · ↗fallen · ↗niedergehen
  • ganz unten ankommen · ↗verelenden · völlig verwahrlosen · zugrunde gehen  ●  auf den Hund kommen  sprichwörtlich · vor die Hunde gehen  sprichwörtlich
  • sich gehen lassen · sich hängen lassen · sich vernachlässigen
  • abgleiten  ●  (den) Halt verlieren  fig. · ↗abdriften  fig. · ↗abrutschen  fig. · aus der Spur geraten  fig.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier wird man nicht versumpfen, aber wohl fühlen darf man sich.
Der Tagesspiegel, 02.02.2001
Entsprechend versumpft und absolut unbegehbar war das seit so langer Zeit vernachlässigte Moor.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 81
Doch was in Bonn entspringt, versumpft und versickert in der kommunalen Wirklichkeit.
Die Zeit, 02.10.1992, Nr. 41
Sie waren jetzt schon versumpft, und die aus Laub gefertigten Hütten brachen im Sturm zusammen, dabei fehlte uns Holz und Stroh gänzlich.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Das Gießwasser hat zu schlechten Abfluß, das Land versumpft und versauert.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 64
Zitationshilfe
„versumpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/versumpfen>, abgerufen am 20.08.2019.

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