verspeisen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-spei-sen
Grundformspeisen
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben etw. aufessen
Beispiele:
etw. mit Appetit verspeisen
einen Apfel, eine Ananas, einen Karpfen, Broiler, eine Portion Eis verspeisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs, afries. spise ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen ↗Feier, ↗Kreide, ↗Seide (s. d.). speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) einverleiben · (sich) gütlich tun (an) · (sich) zu Gemüte führen · Nahrung aufnehmen · ↗essen · speisen · ↗verkosten · ↗verschmausen · verspeisen · zu Munde führen  ●  Essen fassen  ugs. · ↗einnehmen (Mahlzeit)  geh. · ↗fressen  derb · ↗futtern  ugs. · in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗mampfen  ugs. · ↗spachteln  ugs. · ↗verdrücken  ugs. · ↗vernaschen  ugs. · ↗verputzen  ugs. · ↗verspachteln  ugs. · ↗weghauen  ugs. · ↗wegputzen  ugs. · wegspachteln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Appetit Artgenosse Auster Bratwurst Bundesbürger Currywurst Delikatesse Drei-Gänge-Menü Frühstück Gabel Karpfen Knödel Larve Leckerei Meeresfrucht Menü Nachtisch Ochs Raupe Regenwurm Sandwich Truthahn Weihnachtsgans Weißwurst Wurst Würstchen braten genüßlich schlachten zerstückeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verspeisen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Papier sieht so cremig aus, als solle man es verspeisen.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003
Am Ende verspeisten beide die Pasta sogar an weiß gedeckten Tischen.
Die Welt, 21.04.2001
Dann verspeist man sie mit der Gabel oder schlürft sie aus der Schale.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 158
Der Artischockenboden wird mit Hilfe der Gabel zerlegt und verspeist.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 370
Echt schwäbische Spätzle haben wir zusammen mit Frau Veronika fabriziert und verspeist.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 71
Zitationshilfe
„verspeisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verspeisen>, abgerufen am 24.10.2019.

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