versippt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungver-sippt (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sippe · Sippschaft · versippt
Sippe f. ‘Gesamtheit der (Bluts)verwandten’, ahd. sibba (8. Jh.), mhd. sippe ‘Blutsverwandtschaft, Verwandtschaftsgrad, angeborene Art’, asächs. sibbia, mnd. mnl. nl. sibbe, aengl. sibb ‘Verwandtschaft, Liebe, Freundschaft’, anord. sifjar (Plur.) ‘Verwandtschaft’, got. sibja ‘Verwandtschaft’ (germ. *sebjō); vgl. aengl. godsibb, engl. (älter) gossip, anord. guðsifi ‘Pate’, eigentlich ‘gute(r) Verwandte(r)’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten sind unsicher. Man kann die germ. Formen zusammen mit aslaw. osobь ‘vereinzelt, für sich allein, besonders’, russ. osóba (особа) ‘Person’, osóbyj (особый) ‘besonders’ auf ie. *sebh-, *sobh-, daneben *su̯ebh-, *su̯obh- ‘von eigener Art’ zurückführen, also auf Bildungen mit bh-Formans zu den Pronominalstämmen ie. *se-, *seu̯e- (s. ↗sich), eigentlich ‘abseits, getrennt, für sich’. Ebenfalls unsicher ist der Versuch, hier die Namen der germanischen bzw. italischen Völkerstämme ahd. Swāba, Swābi, nhd. Schwaben, lat. Suēbī, Semnonēs, Sabīnī anzuschließen. Im Germ. bezeichnet Sippe anfangs wohl die ‘durch ein Bündnis begründete Verwandtschaft’, dann die ‘Zugehörigkeit durch Abstammung und Verwandtschaft’. Sippe wird im 16. Jh. ungebräuchlich, vielleicht durch Familie verdrängt, im 19. Jh. aber als umfassendere Bezeichnung neu belebt. Sippschaft f. ‘Verwandtschaft’, mhd. sippeschaft ‘(Bluts)verwandtschaft, Verwandtschaftsgrad’; seit dem 18. Jh. oft geringschätzig. versippt Part.adj. ‘verwandt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(miteinander) verflochten · (miteinander) verschränkt · (miteinander) verwoben · (untereinander) versippt · verfilzt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Jude arisch jüdisch verschwägert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versippt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Premnitzer sind selten durch Generationen miteinander verwandt, versippt oder verschwägert.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 165
Sie sind untereinander versippt und geschäftlich aufeinander angewiesen, sie verfolgen ihr Eigeninteresse, ohne dasjenige der Stadt aus den Augen zu verlieren.
Die Zeit, 13.11.2003, Nr. 47
Die miteinander versippten Geschlechter zeigen eine bemerkenswerte Häufung vor allem organisatorischer und kaufmännischer Begabungen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 312
Da die Kinder von Henkern auch nur wieder in Henkersfamilien einheiraten konnten, waren diese Dynastien miteinander versippt und verschwägert wie die Herrscherhäuser.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
An der Spitze standen mehrere von völkischen Rücksichten unbehinderte oder inter- national-jüdisch versippte Regisseure und Produktionsleiter.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 76
Zitationshilfe
„versippt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/versippt>, abgerufen am 17.07.2019.

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