versessen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungver-ses-sen
Grundformversitzen
Wortbildung mit ›versessen‹ als Letztglied: ↗detailversessen  ·  mit ›versessen‹ als Grundform: ↗Versessenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

hartnäckig, unbeirrbar auf etw. bedacht, etw. anstrebend, erstrebend
Beispiele:
ein auf peinlichste Genauigkeit versessener Pedant
auf Süßigkeiten, Kriminalfilme, Vergnügungen versessen sein
er war ganz versessen auf das hübsche Mädchen
er war versessen darauf, mit uns spazierengehen zu dürfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versessen · Versessenheit
versessen Part.adj. in der Wendung auf etw. versessen sein ‘hartnäckig, eigensinnig auf etw. bedacht sein, auf etw. erpicht sein’ (Anfang 18. Jh.), zu (heute kaum noch üblichem) sich versitzen ‘hartnäckig auf etw. bestehen’, auch ‘zu lange sitzen, so daß man steif wird’ (Anfang 18. Jh.), in nicht reflexiver Verwendung noch heute ‘die Zeit sitzend hinbringen’; vgl. mhd. versitzen ‘durch Sitzenbleiben etw. übersehen, versäumen’, reflexiv ‘zu seinem Schaden zu lange sitzen’, ahd. furisizzan ‘versäumen’ (9. Jh.). S. ↗sitzen. Versessenheit f. (19. Jh.).

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
blindgläubig · ↗fanatisch · ↗unbekehrbar · ↗unbelehrbar · ↗verbissen · ↗verbohrt · ↗vernagelt · versessen · ↗zelotisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

darauf geradezu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versessen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hieß, Sie seien nicht so versessen auf den Posten gewesen.
Die Welt, 13.04.2004
Es stigmatisiert den Übergang von einer auf Sicherheit versessenen zu einer nach Erfolg süchtigen Kultur.
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2003
Obwohl es nicht pickte, sah es nicht krank aus, sondern satt und versessen aufs Fliegen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 189
Diese auf den Gewinn so versessenen hellenischen Kaufleute hatten eine tiefe metaphysische Scheu vor der Ausdehnung ihres geographischen Horizontes.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 426
Die Reaktion gegen diese mehr und mehr anachronistischen Prätentionen war in einer auf Modernität versessenen Welt unvermeidlich.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 1601
Zitationshilfe
„versessen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/versessen>, abgerufen am 19.04.2019.

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