versenken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-sen-ken (computergeneriert)
Grundformsenken
Wortbildung mit ›versenken‹ als Erstglied: ↗Versenkung · ↗versenkbar  ·  mit ›versenken‹ als Letztglied: ↗hineinversenken
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
verursachen, dass etw., besonders ein Schiff, im Wasser versinkt
Beispiele:
das alte Schiff wurde bei einer Übung versenkt
ein versenktes Schiff heben
Stein um Stein wurde in den Fluten versenkt, bis der Damm die Wasseroberfläche erreicht hatte
Abfälle im Meer versenken
2.
einen Gegenstand in etw. Tiefes senken, sodass er darin verschwindet
Beispiele:
der Präsident versenkte im Fundament des Neubaus eine Kassette mit einer Urkunde
umgangssprachlich er versenkte seine Hände tief in die Hosentaschen
umgangssprachlich sie nahm die Geschenke und versenkte sie in ihre Handtasche
bildlich
Beispiele:
sie versenkte ihr Gesicht in das Buch auf ihren Knien
da saß er nieder und versenkte die Augen in die Züge seines Kindes [Stifter1,405]
übertragen
Beispiel:
die Tabletten ... versenkten ihn wieder in Schlaf [AnderschSansibar161]
3.
übertragen sich in etw. versenkensich in etw. vertiefen, sich der Beschäftigung mit etw. intensiv widmen
Beispiele:
sich in ein Buch, eine Arbeit, die Zeitung versenken
sie versenkten sich in den Anblick der Kunstdenkmäler
sich in sich selbst versenken
4.
fachsprachlich etw. so anbringen, dass es mit der Oberfläche eine Ebene bildet
Beispiele:
Nägel, Nieten, Schrauben versenken
alle Fenster lassen sich völlig versenken
die Antennen werden versenkt eingebaut (= die Antennen werden so eingebaut, dass sie nicht überstehen, herausragen)
eine Nähmaschine, Räder, die man versenken (= durch eine besondere Vorrichtung herunterklappen und im Gehäuse verbergen) kann
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

senken · Senke · Senker · Absenker · Senkung · senkrecht · versenken
senken Vb. ‘abwärts, nach unten bewegen’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. senken ‘sinken machen, niederlassen, zuwenden, zu Fall bringen, zunichte machen’, asächs. senkian, mnl. senken, aengl. sencan, anord. søkkva, schwed. sänka, got. saggqjan sind Kausativa (germ. *sankwijan im Sinne von ‘sinken lassen’) zu dem unter ↗sinken (s. d.) behandelten starken Verb. Senke f. ‘Vertiefung, Tal’, mhd. senke. Senker m. ‘zum Wachstum in die Erde gesenktes Reis, Pflanzenableger’ (18. Jh.), ebenso Absenker m. (18. Jh.). Senkung f. ‘das Senken, Gefälle, Verringerung, Herabsetzung (des Preises), unbetonte Verssilbe’ (17. Jh.). senkrecht Adj. ‘im rechten Winkel auf einer Ebene, einer Geraden stehend, vertikal’ (18. Jh.); älter senkelrecht (17. Jh.), zu Senkel ‘Bleilot’. versenken Vb. ‘untergehen lassen, verschwinden lassen’, ahd. firsenken (8. Jh.), mhd. versenken; übertragen (reflexiv) ‘sich in etw. vertiefen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) frönen · (jemandes) Leben sein · (sein) Herz hängen an · ↗(sich einer Sache) verschreiben · ↗(sich) in den Dienst (einer Sache) stellen · (sich) versenken (in) · ↗aufgehen (in) · sein (ganzes) Herzblut hineinstecken · sein Leben (einer Sache) weihen  ●  ↗(sich einer Sache) weihen  veraltend · ↗(sich einer Sache) widmen  Hauptform · ↗(einer Sache) leben  geh., altertümelnd · (jemandes) Ein und Alles sein  ugs. · ↗(sich einer Sache) anheimgeben  geh. · ↗(sich einer Sache) hingeben  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(Geld) verbrennen · (Geld) versenken · bedenkenlos ausgeben  ●  sinnlos verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verfrühstücken  ugs.
Assoziationen
  • Geld verbrennen  fig. · Geld verlieren  fig. · Geld vernichten  fig.
  • (sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · ↗aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld nur so um sich werfen  ugs. · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · ↗verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
  • Geld spielt (hier) keine Rolle.  Spruch · (ist ja) nicht so wie bei armen Leuten  ugs., Spruch · wir ham's ja  ugs., Spruch
  • (das angesparte) Kapital aufzehren · (sein) Vermögen aufzehren · die (letzten) Reserven angreifen  ●  (das) Tafelsilber verkaufen  variabel, fig. · (sein) letztes Hemd verkaufen (müssen)  fig. · ans Eingemachte gehen (müssen)  fig. · von der Substanz leben  Hauptform
Synonymgruppe
(sich Gott und/oder sein Werk) bewusst machen · (sich in Gott und/oder sein Werk) versenken · ↗bedenken · ↗kontemplieren · ↗nachsinnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

BRT Ball Dampfer Elfer Frachter Geleitzug Handelsschiff Hilfskreuzer Kampfflugzeug Korb Kreuzer Kriegsschiff Meer Nordsee Putt Schiff Schlachtschiff Schnellboot Seegebiet Seestreitkraft Tanker Torpedo Torpedoboot Transportschiff U-Boot Unterseeboot Zerstörer beschädigen torpedieren Ölplattform

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versenken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Genauso gut hätte er sie mit Steinen in der Elbe versenken können.
Bild, 24.02.2003
Nur wenn etwas live ist, kann ich mich ganz darein versenken.
Die Welt, 02.12.1999
Uralt ist daher auch der Brauch seefahrender Völker, ihre Toten ins Meer zu versenken.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12
Immer weniger Zeit verwende ich hier auf mein nährendes Amt, immer mehr versenke ich mich ins Produzieren.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 159
Instinktiv gehorchte ich und die Hände versenkten sich immer tiefer und tiefer.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30200
Zitationshilfe
„versenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/versenken>, abgerufen am 25.06.2019.

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