verschlingen

GrammatikVerb · verschlang, hat verschlungen
Aussprache
Worttrennungver-schlin-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verschlingen‹ als Erstglied: ↗Verschlingung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., sich umeinander schlingen
Beispiele:
sie verschlang ihre Hände in ihrem Schoß, über den Knien
die Linien seiner Zeichnung verschlangen sich zu einem wunderlichen Muster
der Faden verschlang sich zu einem Knoten
oft im Part. Prät.
Beispiele:
verschlungene Ornamente
ein mit verschlungenen Figuren überladener Kamin
sie blickte auf ihre verschlungenen Arme, Hände
verschlungene (= sich windende) Wege
übertragen
Beispiel:
das Talent, eine vielfach verschlungene, aber keineswegs verworrene Fabel zu erzählen [Weiskopf8,155]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingen2 · verschlingen
schlingen2 Vb. ‘schlucken, gierig und schnell essen’. Ahd. slintan (8. Jh.), mhd. slinden ‘schlucken, (ver)schlingen’, asächs. slindan, mnd. slinden, got. fraslindan (germ. *slendan) führen vielleicht mit lit. lįsti (lendù) ‘kriechen, hineingehen’ als nasalierte Formen (s. auch ↗Schlund) auf ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’ (s. ↗Schlitten), eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (wozu auch ↗Lehm und ↗Leim, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘gleiten lassen’. Seit dem 15. Jh. lassen sich Formen mit md. Übergang von -nd- zu -ng- nachweisen. schlinden hält sich in der Literatursprache bis ins 17. Jh. neben sich durch Luther verbreitendem schlingen. verschlingen Vb. ‘ganz und gar hinunterschlucken, gierig essen’, ahd. firslintan (8. Jh.), mhd. verslinden, seit dem 15. Jh. verslingen, verschlingen.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufessen · ↗auffressen · ↗fressen · ↗hinunterschlingen · verschlingen · ↗vertilgen  ●  in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗verputzen  ugs. · ↗wegputzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Nahrungsvakuole  ●  Gastriole  griechisch
Synonymgruppe
(begierig) lesen  ●  ↗(sich) reinziehen  ugs. · verschlingen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • am Stück · in einem Schritt · in einem durch · ohne Unterbrechung · ohne abzusetzen  ●  in einem Aufwasch  ugs. · in einem Rutsch  ugs. · in einem Zug  ugs.
Synonymgruppe
herunterwürgen · ↗hinterschlucken · ↗hinunterwürgen · ↗runterschlucken · verschlingen · ↗verschlucken  ●  ↗devorieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(viel Geld) verschlingen  variabel · ein Vermögen kosten  übertreibend, fig. · sehr teuer  Hauptform · (ein) Schweinegeld kosten  ugs. · (einen) irren Haufen Geld kosten  ugs. · ↗sauteuer  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Wucherpreis · hoher Preis · überhöhter Preis · überzogener Preis  ●  ↗Apothekenpreis  ugs. · ↗Apothekerpreis  ugs. · ↗Mondpreis  ugs. · gepfefferter Preis  ugs. · gesalzener Preis  ugs. · saftiger Preis  ugs. · stolzer Preis  ugs.
  • überhöhte Preise (fordern) · überzogene Preise (haben)  ●  es vom Lebendigen nehmen  Redensart · es von den Lebenden nehmen  Redensart · es von den Lebendigen nehmen  Redensart
  • außerhalb der finanziellen Möglichkeiten · nicht zu finanzieren · ↗unerschwinglich  ●  ↗unbezahlbar  Hauptform
Antonyme
  • (sich) im Rahmen halten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agrarausgabe Baukosten Beute Entwicklungskosten Geld Instandhaltung Löwenanteil Milliarde Million Millionenbetrag Millionensumme Moloch Personalkosten Renovierung Ressource Riesensumme Sanierung Schuldendienst Steuergeld Summe Umbau Unmenge Unsumme Unterhalt allein gierig ineinander jährlich rund soviel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschlingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Gebäude verschlang jährlich Kosten in Höhe von 250 000 Euro für die Unterhaltung.
Der Tagesspiegel, 14.06.2002
Insgesamt wird die Wiederherstellung der Zimmer rund 60000 Mark verschlingen.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2001
Tagsüber sieht man sie mit auf dem Rücken verschlungenen Armen umhergehen.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 104
An Arbeit vermag ich noch nicht zu denken, die Wirtschaft verschlingt mich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 67
Was habe ich in den Jahren des Heranwachsens alles verschlungen!
Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 33120
Zitationshilfe
„verschlingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verschlingen#1>, abgerufen am 19.05.2019.

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verschlingen

GrammatikVerb · verschlang, hat verschlungen
Aussprache
Worttrennungver-schlin-gen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

Nahrung, ohne viel zu kauen, zu sich nehmen, in sich aufnehmen
a)
von Tieren   etw. fressen
Beispiele:
der Hund verschlang ein großes Stück Fleisch
Ein Luchs kann in vier bis sechs Stunden bis zu fünf Kilogramm Fleisch verschlingen [GrzimekWildes Tier69]
b)
umgangssprachlich, abwertend vom Menschen   etw. hastig und gierig essen
Beispiele:
er verschlang eine große Portion Eiscreme
er hatte alles mit Heißhunger, wahllos, gierig verschlungen
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdn., etw. (mit den Augen, Blicken) verschlingen (= jmdn., etw. aufdringlich, begehrlich, hingerissen ansehen, anstarren)
er verschlang (= las hastig und begierig) alle Romane, deren er habhaft werden konnte
die Zuhörer hatten seine Worte förmlich verschlungen (= begierig aufgenommen)
übertragen etw. verschlingt jmdn., etw.etw. lässt jmdn., etw. verschwinden
Beispiele:
die große Sturmflut hatte Menschen und Land verschlungen (= unter ihren Fluten begraben)
nach wenigen Augenblicken hatte ihn die Nacht, Dunkelheit, Finsternis, das Schneetreiben verschlungen (= nach wenigen Augenblicken hatte ihn die Nacht, Dunkelheit, Finsternis, das Schneetreiben in sich aufgenommen, sodass er nicht mehr zu sehen war)
er war verschwunden, als hätte ihn die Erde verschlungen
der Neubau verschlang (= kostete) Unsummen
die Reparaturen hatten sein letztes Geld, ein Vermögen verschlungen (= aufgebraucht, verbraucht)
Der Lärm verschlang meine Worte (= übertönte meine Worte, sodass sie nicht mehr zu hören waren) [JensMann94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlingen2 · verschlingen
schlingen2 Vb. ‘schlucken, gierig und schnell essen’. Ahd. slintan (8. Jh.), mhd. slinden ‘schlucken, (ver)schlingen’, asächs. slindan, mnd. slinden, got. fraslindan (germ. *slendan) führen vielleicht mit lit. lįsti (lendù) ‘kriechen, hineingehen’ als nasalierte Formen (s. auch ↗Schlund) auf ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’ (s. ↗Schlitten), eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ (wozu auch ↗Lehm und ↗Leim, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘gleiten lassen’. Seit dem 15. Jh. lassen sich Formen mit md. Übergang von -nd- zu -ng- nachweisen. schlinden hält sich in der Literatursprache bis ins 17. Jh. neben sich durch Luther verbreitendem schlingen. verschlingen Vb. ‘ganz und gar hinunterschlucken, gierig essen’, ahd. firslintan (8. Jh.), mhd. verslinden, seit dem 15. Jh. verslingen, verschlingen.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufessen · ↗auffressen · ↗fressen · ↗hinunterschlingen · verschlingen · ↗vertilgen  ●  in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗verputzen  ugs. · ↗wegputzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Nahrungsvakuole  ●  Gastriole  griechisch
Synonymgruppe
(begierig) lesen  ●  ↗(sich) reinziehen  ugs. · verschlingen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • am Stück · in einem Schritt · in einem durch · ohne Unterbrechung · ohne abzusetzen  ●  in einem Aufwasch  ugs. · in einem Rutsch  ugs. · in einem Zug  ugs.
Synonymgruppe
herunterwürgen · ↗hinterschlucken · ↗hinunterwürgen · ↗runterschlucken · verschlingen · ↗verschlucken  ●  ↗devorieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(viel Geld) verschlingen  variabel · ein Vermögen kosten  übertreibend, fig. · sehr teuer  Hauptform · (ein) Schweinegeld kosten  ugs. · (einen) irren Haufen Geld kosten  ugs. · ↗sauteuer  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Wucherpreis · hoher Preis · überhöhter Preis · überzogener Preis  ●  ↗Apothekenpreis  ugs. · ↗Apothekerpreis  ugs. · ↗Mondpreis  ugs. · gepfefferter Preis  ugs. · gesalzener Preis  ugs. · saftiger Preis  ugs. · stolzer Preis  ugs.
  • überhöhte Preise (fordern) · überzogene Preise (haben)  ●  es vom Lebendigen nehmen  Redensart · es von den Lebenden nehmen  Redensart · es von den Lebendigen nehmen  Redensart
  • außerhalb der finanziellen Möglichkeiten · nicht zu finanzieren · ↗unerschwinglich  ●  ↗unbezahlbar  Hauptform
Antonyme
  • (sich) im Rahmen halten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agrarausgabe Baukosten Beute Entwicklungskosten Geld Instandhaltung Löwenanteil Milliarde Million Millionenbetrag Millionensumme Moloch Personalkosten Renovierung Ressource Riesensumme Sanierung Schuldendienst Steuergeld Summe Umbau Unmenge Unsumme Unterhalt allein gierig ineinander jährlich rund soviel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verschlingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Gebäude verschlang jährlich Kosten in Höhe von 250 000 Euro für die Unterhaltung.
Der Tagesspiegel, 14.06.2002
Insgesamt wird die Wiederherstellung der Zimmer rund 60000 Mark verschlingen.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2001
Tagsüber sieht man sie mit auf dem Rücken verschlungenen Armen umhergehen.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 104
An Arbeit vermag ich noch nicht zu denken, die Wirtschaft verschlingt mich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 67
Was habe ich in den Jahren des Heranwachsens alles verschlungen!
Diederichs, Eugen: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 33120
Zitationshilfe
„verschlingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verschlingen#2>, abgerufen am 19.05.2019.

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