versöhnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-söh-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›versöhnen‹ als Erstglied: ↗Versöhnler · ↗Versöhnung · ↗versöhnbar
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., sich mit jmdm. versöhneneinen Streit, eine Feindschaft zwischen Gegnern beilegen, schlichten
Beispiele:
es war ihm gelungen, die beiden Freunde wieder miteinander zu versöhnen
nach langem Streit haben sie sich wieder versöhnt
übertragen
Beispiel:
nichts schien ihn mehr mit seinem Schicksal versöhnen (= es ihm erträglich machen) zu können
jmdn. versöhnenjmds. Feindschaft, Gegnerschaft gegen jmdn. (durch Zureden) beseitigen, seinen feindseligen Zorn besänftigen
Beispiele:
es gelang uns erst nach vieler Mühe, ihn zu versöhnen
er ist leicht versöhnt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versöhnen · versöhnlich · Versöhnung
versöhnen Vb. älter versühnen ‘einen Streit zwischen Gegnern schlichten, Frieden zwischen jmdm. (sich) und anderen stiften’, ahd. firsuonen ‘sühnen, ausgleichen’ (9. Jh.), mhd. versüenen, versuonen, (md.) versūnen ‘sühnen, gutmachen, ausgleichen, stillen’, mnd. vorsȫnen, versoenen, vorsuͤnen, mnl. versoenen, versuenen, nl. verzoenen sind verstärkende Präfixbildungen zu dem unter ↗Sühne (s. d.) behandelten Verb sühnen. Der Wandel des Tonvokals von üe zu ö (vor n) vollzieht sich zufrühst im Obd. (14. Jh.); in anderen Fällen dürfte ö (z. B. bei Luther, neben ü) auf nd. Einfluß zurückgehen. Poetische Sprache bewahrt versühnen bis ins 19. Jh. versöhnlich Adj. ‘bereit, sich zu versöhnen, nicht nachtragend, vermittelnd’ (Ende 15. Jh., versünlich). Versöhnung f. mhd. versüenunge.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Araber Erzfeind Extrem Fan Feind Gegensatz Gott Islam Kapitalismus Kommerz Moderne Natur Religion Skeptiker Streithahn Unversöhnliche Vernunft Volksgruppe Widerspruch einigermaßen halbwegs ihr miteinander spalten streiten verkrachen versöhnen wieder Ökologie Ökonomie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›versöhnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal streiten wir uns, aber wir versöhnen uns sehr schnell.
Bild, 27.02.2001
Sie hatte Kinder haben wollen, sie hatte gehofft, mit Kindern ihren strengen Vater zu versöhnen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 63
Auch ihre Band ist überaus versöhnt, zumal mit dem eigenen Werk.
Der Tagesspiegel, 12.04.1997
Und so denke ich denn, auch mit seinem Schatten versöhnt, an jene Nacht zurück.
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2891
Denn es ist oft sehr kostspielig, sich mit der Frau wieder zu versöhnen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10174
Zitationshilfe
„versöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/versöhnen>, abgerufen am 21.10.2019.

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