verrucht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungver-rucht (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verrucht‹ als Grundform: ↗Verruchtheit
eWDG, 1977

Bedeutung

verworfen, gemein, ruchlos
Beispiele:
eine verruchte Absicht, Anmaßung, Lüge
er war ein ganz verruchter Bösewicht
ein verruchtes Spiel mit jmdm. treiben
Nur zu gut kenne ich die Geschichte der Tantaliden ... Es ist ein verruchtes (= verdammtes und böses) Geschlecht [HagelstangeSpielball50]
[ich kam] mir wirklich wie eine Lebedame vor, wenn ich ... ganz verrucht mein Bein bis zum Anfang der Wade zeigte [DurieuxTür18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verrucht Adj. ‘gemein, schändlich, verworfen’, mhd. verruochet ‘acht-, sorg-, ruchlos’, Part. Prät. zu mhd. verruochen ‘sich nicht kümmern, verachten, nicht achten, vergessen’, Gegenwort zu mhd. ruochen ‘Rücksicht nehmen, besorgt, bedacht sein, sich kümmern um’, s. ↗geruhen. Ursprünglich eigentlich (wie ↗ruchlos, s. d.) ‘sorglos, unbekümmert gegenüber dem, was als geheiligt gilt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(moralisch) verkommen · (sittlich) verwahrlost · ↗lasterhaft · ↗verderbt · verdorben · verrucht · ↗verworfen  ●  versaut  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Bar Charme Dame Image Lesen Milieu Mörder Nachtclub Tat Vamp Verbrechen Viertel Weib angeblich einst klingen leicht spannend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Risiko macht Lust, die unbewusste Bereitschaft zum riskanten Spiel verrucht.
Der Tagesspiegel, 10.03.2004
Die Täter halten die verruchte Tat selbst für den Sinn ihres Handels.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2001
Das Spiel aber, das mich von meinen Ersparnissen erlösen sollte, war das verruchte Kümmelblättchen.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8698
Einer verruchten Weltanschauung anzuhängen, ist eines, aber wirkliche Untaten zu begehen, etwas anderes.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 108
Dieser Aufruhr erst gebe der Regierung das volle Recht, die verruchte Maßregel in ein rücksichtsloses Rachewerk zu verwandeln.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 225
Zitationshilfe
„verrucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verrucht>, abgerufen am 24.03.2019.

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