verrammeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ram-meln
Grundformrammeln
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp etw., einen Eingang oder Durchgang fest und sicher versperren
Beispiele:
er verrammelte den Eingang zu seinem Hause, alle Türen und die Fenster
er hatte seine Wohnungstür mit Kisten und Koffern und Möbelstücken fest verrammelt
übertragen
Beispiel:
der Weg dazu ist ihm verrammelt, wie der Himmel der Hölle [SchillerRäuberI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rammeln · gerammelt · verrammeln · Rammler
rammeln Vb. ‘decken, sich paaren’ (besonders von Hasen, Kaninchen), ahd. rammalōn, remmilōn (11. Jh.), frühnhd. rammeln ‘bespringen, begatten’ (von Böcken), nl. rammelen, iterative Ableitung von dem unter ↗Ramme (s. d.) aufgeführten, im Nhd. untergegangenen Substantiv ahd. ram(mo), mhd. ram, rammel ‘Widder, Bock’, daher eigentlich ‘widdern, bocken’. In frühnhd. Zeit wird rammeln auch zu ‘(sich) balgen, raufen’ abgeschwächt. Dagegen geht die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘(ein)rammen’, auch ‘heftig rütteln, stoßen’, als Neubildung von ↗Ramme (s. d., auch Rammel) aus. Dazu gerammelt Part.adj. in gerammelt voll ‘voll bis obenhin, bis zum Rand’ (nach kräftigem Rütteln und Aufstoßen bei der Füllung eines Gefäßes, 19. Jh.), verallgemeinert ‘übervoll’. verrammeln Vb. ‘durch Hindernisse den Weg versperren’ (um 1800). Rammler m. ‘Schafbock, Männchen von Hase, Kaninchen’, spätmhd. rammeler, remler ‘Widder während der Brunstzeit’, nl. rammelaar ‘männliches Kaninchen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abblocken · ↗barrikadieren · ↗sperren · ↗verbarrikadieren · verrammeln · ↗verriegeln · ↗versperren · ↗zusperren
Synonymgruppe
verrammeln · ↗verstopfen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balken Brett Eingang Eingangstür Fenster Fensterladen Geschäft Geschäftsleute Laden Schaufenster Tor Tür Türe Zimmer Zugang vernageln verriegeln verschließen versperren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verrammeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dort werde ich mich verrammeln, damit niemand mich unterbrechen kann.
C't, 1992, Nr. 8
Viele Häuser sind mit Brettern verrammelt, die Läden sind leer und die Straßen nur notdürftig beleuchtet.
Die Zeit, 30.04.1976, Nr. 19
Dem Volke darf der Zirkus nicht durch hohe Eintrittspreise verrammelt werden.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1927
Die Wachen hatten alle Mühe, das Tor zu verrammeln und den Mob zurückzudrängen.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 280
Zitternde Greise verrammelten die Fenster und die Türen mit Kasten und Truhen.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 280
Zitationshilfe
„verrammeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verrammeln>, abgerufen am 19.06.2019.

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