verputzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-put-zen (computergeneriert)
Grundformputzen
Wortbildung mit ›verputzen‹ als Grundform: ↗Verputz
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Putz auf einer Wand, Decke eines Gebäudes anbringen, etw. putzen, abputzen
Beispiele:
das Haus, die Mauer, Wand, Decke verputzen
ich habe mir meine Garage neu verputzen lassen
einen Riss in der Wand frisch verputzen
2.
landschaftlich, salopp etw. schnell aufessen
Beispiele:
die Gäste hatten schnell die kalte Platte verputzt
sie verputzte eine riesige Portion Sahne
3.
landschaftlich, salopp Geld ausgeben, vergeuden
Beispiel:
in weniger als einem halben Jahr hatte er die Erbschaft verputzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

putzen · Putz · Verputz · verputzen
putzen Vb. ‘reinigen, säubern, glänzend machen, (sich) schmücken, festlich kleiden, schönmachen’. Die Herkunft des seit dem 15. Jh. nur im Dt. bezeugten Verbs (schwed. putsa, nl. poetsen sind Entlehnungen aus dem Nhd.) ist ungeklärt. Allgemein wird frühnhd. butzen, putzen als Ableitung von obd. Butze(n) m. ‘abgeschlagenes, kurzes Stück, zähe Masse, Schlacke, Klumpen, Schmutzklümpchen’, speziell ‘verhärteter Schleim der Nase, Eiterflocke, Schnuppe der Talgkerze, Kerngehäuse des Obstes’ (15. Jh.) aufgefaßt und als verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’ und vielleicht mit mnd. bȫten, ahd. mhd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. ↗Butzenscheibe) angesehen. Hierzu möglicherweise auch obsächs. Eiter-, Erd-, Grasbatzen, die dann freilich unter Veränderung des Stammvokals an ↗Batzen (s. d.) angeschlossen sein müßten. Frühnhd. butzen, putzen bedeutet danach eigentlich ‘von Butzen befreien’, besonders (in den frühesten Belegen) ‘die Nase, eine Kerze säubern’, daraus die allgemeinere Bedeutung ‘von Schmutz reinigen, säubern, blank machen’, auch ‘schmücken’ (alle 16. Jh.), später die spezielle Bedeutung ‘(Mauerwerk) mit Putz, Mörtel bewerfen’ (18. Jh.; dafür auch abputzen). Anders Bach in: ZfdSpr. 22 (1966) 78 ff., der putzen zur Wortgruppe von ↗Buße, ↗büßen (s. d.) im Sinne von ‘Besserung’ bzw. ‘bessern’, damit auch zu ↗besser (s. d.) stellen will. Er setzt lautgesetzlich zu erwartendes mhd. *bü(e)tzen und für den Stammvokal (germ. ō, ahd. uo) westmd. ū voraus, das vor Doppelkonsonanz gekürzt frühnhd. butzen, putzen ergeben habe. Danach seien die frühesten Bezeugungen als ‘(eifrig, mit Nachdruck) besser machen’ aufzufassen; ein Licht putzen (mit der Lichtputzschere) bedeutet danach ‘seine Leuchtkraft bessern’, die Nase putzen ‘den dem Besitzer nicht behaglichen Zustand der triefenden Nase bessern’, Mauerwerk (ver)putzen ‘es gegen die Einflüsse der Witterung wiederstandsfähiger machen, seinen Zustand bessern’, woraus sich ‘reinigen, schmücken’ ergeben habe. Ganz anders de Vries Nl. 535, der Substantiv und Verb an frühnhd. posse, bosse ‘Zierat, Beiwerk’ (s. ↗Possen) anknüpfen möchte. Putz m. ‘Mörtel, Wand-, Deckenbewurf aus Mörtel, Mörtelverkleidung’ (19. Jh.), älter, heute selten ‘schöne Kleidung, schöne Frisur’ (Anfang 18. Jh.), ‘Gegenstände zum Schmücken, schmückendes Beiwerk, Zierat’ (Ende 16. Jh.). Verputz m. ‘auf Mauerwerk (Wände, Decken) aufgetragene Mörtelschicht’ (19. Jh.); verputzen Vb. ‘mit Putz versehen, mit Mörtel bewerfen’ (19. Jh.), landschaftlich ‘gierig (auf)essen, schnell verbrauchen, vergeuden, (Geld) ausgeben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) einverleiben · (sich) gütlich tun (an) · (sich) zu Gemüte führen · Nahrung aufnehmen · ↗essen · ↗speisen · ↗verkosten · ↗verschmausen · ↗verspeisen · zu Munde führen  ●  Essen fassen  ugs. · ↗einnehmen (Mahlzeit)  geh. · ↗fressen  derb · ↗futtern  ugs. · in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗mampfen  ugs. · ↗spachteln  ugs. · ↗verdrücken  ugs. · ↗vernaschen  ugs. · verputzen  ugs. · ↗verspachteln  ugs. · ↗weghauen  ugs. · ↗wegputzen  ugs. · wegspachteln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
vergipsen · verputzen · ↗zugipsen
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Synonymgruppe
auffressen · ↗fressen · ↗hinunterschlingen · ↗verschlingen · ↗vertilgen  ●  in sich hineinschaufeln  ugs. · verputzen  ugs. · ↗wegputzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Nahrungsvakuole  ●  Gastriole  griechisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenwand Banane Bratwurst Decke Einschussloch Fassade Fisch Flasche Frühstück Gebäude Lehm Mauer Mauerwerk Maurer Mörtel Pizza Portion Riß Wand Zement ausbessern bemalen erneuern mauern renovieren sauber streichen verkleiden verlegen versehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verputzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Gebäude wurden illegal errichtet, sie zu verputzen wäre zu teuer.
Die Zeit, 22.08.2011, Nr. 34
Dabei hatten die Handwerker gerade angefangen, sie schön zu verputzen.
Bild, 24.06.1999
Wie die anderen Bauten auch war sie ursprünglich verputzt und vermutlich in Rot bemalt.
Trimborn, Hermann: Das präkolumbische Amerika. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 3314
Die Fassaden sind fast immer schmucklos, ohne Gliederung, verputzt und mit zinnoberroter Farbe gestrichen.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 24515
Der verputzte Backsteinbau erhält außer der schlichten Pilasterstellung nur durch den schönen Fries unter dem Dach besonderen Schmuck.
Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 197
Zitationshilfe
„verputzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verputzen>, abgerufen am 27.05.2019.

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