verneinen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-nei-nen (computergeneriert)
Grundformnein
Wortbildung mit ›verneinen‹ als Erstglied: ↗Verneinung
eWDG, 1977

Bedeutung

einer Sache nicht zustimmen
a)
etw. mit Nein beantworten
Gegenwort zu bejahen
Beispiele:
jmds. Frage verneinen
sie fragte ihn, ob er seine Arbeit erledigt habe, und wurde zornig, als er (es) verneinte
er verneinte es mit einem Kopfschütteln
eine verneinende Antwort
b)
etw. ablehnen, verwerfen
Beispiele:
Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung verneinen
Sprachwissenschaft ein verneinender Satz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nein · nee · verneinen · Verneinung
nein Adv. eine verneinende, ablehnende Antwort auf eine Frage ausdrückend, ahd. (9. Jh.), mhd. nein, asächs. mnd. nēn, mnl. neen, nein, nl. neen setzt sich zusammen aus der Verneinungspartikel ahd. ni (8. Jh.), mhd. ne, asächs. ni, ne, mnd. , got. ni und der neutr. Form des unbestimmten Artikels (s. ↗ein Num.), so daß von einer Bedeutung ‘nicht eins’ auszugehen ist. Der Verneinungspartikel (auch in ↗nicht, ↗nie, ↗niemand, s. d.) entsprechen außergerm. aind. ‘nicht’, griech. ne- (νε-) in nēl(e)ḗs (νηλ(ε)ής) ‘ohne Mitleid, erbarmungslos’, lat. ne- in nescīre ‘nicht wissen’, air. ne- in nech ‘irgend jemand’, aslaw. aruss. ne, russ. ne (не). Verwandt sind lat. ‘nicht, daß nicht’, got. ‘nein’, lat. , alat. nei ‘nicht, daß nicht, wenn nicht’. Auszugehen ist von ie. *ne, *nē, *nei als Satznegation; einzelsprachlich allerdings ist besonders ie. *ne oft zur Wortnegation geworden (dazu s. auch ↗un-). Der Bildungsweise von nein vergleichen sich aengl. nān, engl. none, afries. nān, nēn, anord. neinn ‘irgendein, kein’ sowie lat. nōn, alat. noenum (aus *noinom) ‘nicht’. In der Umgangssprache (wohl aus dem Nordd.) nee, literarisch (auch ne, in der Doppelung ne, ne) seit dem 16. Jh. verneinen Vb. ahd. firneinen (11. Jh.), mhd. verneinen; Verneinung f. (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
(in aller Schärfe) zurückweisen (Verstärkung) · (sich) verwahren (gegen) · Einspruch erheben · ↗ableugnen · ↗anfechten · ↗bestreiten · ↗dementieren · für nicht zutreffend erklären · in Abrede stellen · ↗leugnen · nicht wahrhaben wollen · verneinen · ↗verweigern · von der Hand weisen · von sich weisen · ↗widersprechen  ●  ↗abstreiten  Hauptform · nicht gesagt haben wollen  variabel · (sich) distanzieren (von)  geh. · in das Reich der Fabel verweisen  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • verneinen
Synonymgruppe
abstreiten · ins Gegenteil verkehren · ↗leugnen · ↗negieren · verneinen
Assoziationen
Synonymgruppe
(Frage) mit nein beantworten · (Frage) verneinen  ●  (Frage) abschlägig bescheiden  Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Antonyme
  • (Frage) verneinen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfangsverdacht BGH Bundesarbeitsgericht Bundesgerichtshof Eignung Entschiedenheit Frage Gericht Geschworene Landgericht Oberlandesgericht Schuldfrage Strafbarkeit Tatverdacht Tötungsabsicht Unterlassungsanspruch Verjährung Verwechslungsgefahr Vorinstanz Vorliegen Zulässigkeit Zuständigkeit ausdrücklich bejahen energisch entschieden kategorisch rundweg stets vehement

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verneinen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das wird freilich verneint, aber wieso überhaupt muss man dies verneinen?
Süddeutsche Zeitung, 19.07.2003
Ich muß verneinen, und die Lehrer glauben, mich belehrt zu haben.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 892
Ich verneine es schlankweg, auch wenn namhafte Verlage sich dem pädagogischen Zweck des Spiels verschrieben haben.
Die Zeit, 26.03.1965, Nr. 13
Er wollte die Wirklichkeit nicht verkennen, wollte sie trotzig verneinen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 211
Auch diese Frage tauchte auf, aber sie verneinte sie schnell.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„verneinen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verneinen>, abgerufen am 21.07.2019.

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