vermeiden

GrammatikVerb · vermied, hat vermieden
Aussprache
Worttrennungver-mei-den
Wortbildung mit ›vermeiden‹ als Erstglied: ↗Vermeidung · ↗vermeidbar · ↗vermeidlich
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. vermeidenes nicht zu etw. kommen lassen, einer Sache ausweichen
Beispiele:
Ärger, Aufsehen, Fehler, Missverständnisse vermeiden
er versuchte, jede Anspielung zu vermeiden
er vermeidet seit langem jeden Verkehr mit uns
er vermied beim Streit jedes heftige Wort
einen Konflikt, eine Panik vermeiden
solche Zwischenfälle sind nicht zu vermeiden
er vermied es, uns anzusehen
er versuchte, ihren Blick zu vermeiden (= ihrem Blick auszuweichen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

meiden · vermeiden
meiden Vb. ‘sich fernhalten von, aus dem Wege gehen, nicht zu treffen, nicht zu tun suchen’, ahd. mīdan (9. Jh.), mhd. mīden ‘ausweichen, entfliehen, sich von jmdm., etw. fernhalten, etw. lassen, unterlassen, verheimlichen’, asächs. mīðan, mnd. mnl. mīden, nl. mijden, aengl. mīþan ‘(sich) verbergen, verheimlichen’. Das nur westgerm. bezeugte Verb *meiþan stellt sich wie verwandtes ↗miß-, ↗missen (s. d.) und got. maidjan ‘tauschen, verfälschen’ mit aind. mḗthati ‘zürnt, befeindet, kommt in Streit’, mitháḥ ‘gegenseitig, wechselweise’, aslaw. mitě ‘abwechselnd’, russ.-kslaw. mitusъ, mitusь ‘abwechselnd, wechselseitig, gegenseitig’, lett. mitēties ‘aufhören, nachlassen’, lat. mūtāre ‘ändern, tauschen’ zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’, so daß als Ausgangsbedeutung ‘den Ort wechseln, sich fernhalten’ anzusetzen ist. Die unerweiterte Wurzel liegt vor in aind. ni-mayatē ‘tauscht’, lett. mīt ‘tauschen, wechseln’. Nasalsuffix zeigen die unter ↗Meineid und ↗gemein (s. d.) genannten Formen. vermeiden Vb. ‘vor etw. ausweichen, aus dem Wege gehen, es nicht dazu kommen lassen’, ahd. firmīdan (8. Jh.), mhd. vermīden ‘fernbleiben von, ausweichen, unterlassen, verschonen, fernhalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abwenden · ↗umgehen · ↗unterbinden · ↗vereiteln · ↗verhindern · ↗verhüten · vermeiden · ↗vorbeugen  ●  ↗umschiffen  ugs.
Unterbegriffe
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor der Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf Abstand bleiben · meiden · ↗scheuen · ↗umgehen · vermeiden · versuchen zu vermeiden · zu vermeiden suchen  ●  (etwas) meiden wie der Teufel das Weihwasser  sprichwörtlich · (sich) vor etwas drücken  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · ↗bleibenlassen  ugs. · ↗einen (weiten) Bogen machen (um)  ugs.
Assoziationen
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.
  • aufpassen, dass man jemandem/einer Sache nicht zu nahe kommt  ●  einen großen Bogen machen um  auch figurativ
Antonyme
  • vermeiden
Synonymgruppe
(die) Finger lassen (von) · (jemandem) im Traum nicht einfallen · ↗(sich) hüten · den Teufel tun · vermeiden
Assoziationen
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstieg Anschein Auseinandersetzung Belastung Blutvergießen Doppelarbeit Eindruck Entlassung Eskalation Fehler Festlegung Härte Interessenkonflikt Konflikt Konfrontation Kündigung Mißverständnis Nachteil Risiko Stau Umstand Unfall Wiederholung Zusammenstoß auf jeden Fall möglichst tunlichst unbedingt Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›vermeiden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da war es mir wichtig, schweres Essen zu vermeiden, weil ich sonst für zwei Stunden nicht denken konnte.
Die Zeit, 02.01.2012, Nr. 01
Wenn man nicht verletzend wirken will, sollte man ein solches Benehmen unbedingt vermeiden.
Commer, Heinrich: Managerknigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1985], S. 9030
Begriffe gänzlich fehlen, lassen sich fallweise Änderungen eines Liedes kaum vermeiden.
Nettl, Bruno: Indianermusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 45243
Die belgische Regierung hat es schließlich auch nicht mehr vermieden, davon in der Öffentlichkeit unzweideutig zu sprechen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Man vermeidet es, Gebiete zu besprechen, auf denen der andere möglicherweise nicht daheim ist.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3028
Zitationshilfe
„vermeiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/vermeiden>, abgerufen am 25.06.2019.

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