verfluchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-flu-chen
Grundformfluchen
Wortbildung mit ›verfluchen‹ als Erstglied: ↗Verfluchung  ·  mit ›verfluchen‹ als Grundform: ↗verflucht  ·  formal verwandt mit: ↗gottverflucht
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., etw. verflucheneinen Fluch über jmdn., etw. aussprechen
Beispiel:
er hatte seinen Sohn verflucht
jmdn., etw. verwünschen, verdammen
Beispiele:
er verfluchte später sein unüberlegtes Handeln
umgangssprachlich jmdn., etw. in Grund und Boden verfluchen
oft im Part. Prät.
Beispiele:
salopp, derb verflucht (nochmal), verflucht noch eins, verflucht und zugenäht! (= drückt Ärger, Unwillen aus)
salopp, derb verflucht, ich habe meine Handschuhe im Zug liegengelassen
salopp, abwertend das verfluchte (= großen Ärger, Kummer bereitende) Geld
salopp, abwertend so ein verfluchter Mist, Unsinn!
salopp, abwertend ein verfluchtes Nest (= öder, langweiliger Ort)
Schimpfwort der verfluchte Hund (= Mensch)
salopp es ist seine verfluchte (= dringende, unumgängliche) Pflicht und Schuldigkeit, hier Abhilfe zu schaffen
salopp das ist eine verfluchte (= peinliche, unangenehme) Geschichte
verfluchtsehr, äußerst
Beispiele:
ein verflucht schweres Paket, hübsches Mädchen
das ist ja verflucht schnell gegangen
er scheint verflucht viel Geld zu haben
er sah seinem Bruder verflucht ähnlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fluchen · Fluch · verfluchen
fluchen Vb. ‘Verwünschungen ausstoßen, derb schimpfen’, ahd. fluohhōn (um 800), fluohhen (aostnfrk. 9. Jh.), fluohhan (9. Jh.), mhd. vluochen, asächs. flōkan, mnd. vlōken, mnl. nl. vloeken ‘schmähen, verwünschen, schelten’, aengl. flōcan ‘Beifall klatschen’, got. flōkan ‘beklagen’ führen mit anord. flōkinn ‘verwirrt’, flōki ‘gestampfter Filz’ und griech. -plēgnýnai (-πληγνύναι) ‘schlagen’, lat. plangere ‘schlagen, die Hand auf die Brust schlagen, laut trauern, wehklagen’, lit. plàkti ‘schlagen, züchtigen’, aslaw. plakati ‘weinen, beweinen’, russ. plákat’ (плакать) ‘weinen, klagen’ auf ie. *plāk-, *plāg- ‘schlagen’. Der Zusammenhang der Wörter des Fluchens, Klagens, Schlagens macht deutlich, daß der Vorgang des Verwünschens wie der des Klagens und Trauerns mit affektischem Schlagen an die Brust verbunden war. Heute gilt fluchen meist nur noch für ‘derb schimpfen’. Die Bedeutung ‘verwünschen, jmdm. etw. Böses wünschen’ übernimmt verfluchen (s. unten). Fluch m. ‘Verwünschung, Schimpf’, ahd. fluoh ‘Verfluchung, Verwünschung’ (9. Jh.), mhd. vluoch, mnd. vlōk, mnl. vloec, nl. vloek, aus dem Verb rückgebildetes Abstraktum. verfluchen Vb. ‘jmdm. den Zorn Gottes, Unheil wünschen, verstoßen, verwünschen’, ahd. firfluohhōn (um 1000), firfluohhan (9. Jh.), firfluohhen (Hs. 12. Jh.), mhd. vervluochen.

Thesaurus

Synonymgruppe
verdammen · verfluchen  ●  ↗vermaledeien  veraltet
Synonymgruppe
fluchen · ↗verdammen · verfluchen  ●  ↗maledeien  veraltet
Synonymgruppe
dämonisieren · ↗verdammen · verfluchen · ↗verleumden · ↗verteufeln · ↗verwünschen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dunkelheit Ewigkeit Gott Großmutter Hexe Israelit Mörder Nachkomme Schicksal Teufel Ungläubiger beschimpfen beten fluchen hassen ihr innerlich insgeheim mal manchmal preisen schimpfen segnen verachten verdammen verfluchen verspotten verwerfen verwünschen weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verfluchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verflucht aber auch sie, daß sie so dumm war, darauf hereinzufallen.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 235
Dann, Hand aufs Herz, haben Sie Gott schon mal verflucht?
Bild, 17.04.2003
Diejenigen, die ihm gefolgt sind, werden ihn zunächst verflucht haben.
Die Welt, 21.04.2001
Aber auch dieser Staub war verflucht, sich wieder zu senken.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 47
Es sei doch eine verflucht gefährliche Geschichte, in die er sich eingelassen habe.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7913
Zitationshilfe
„verfluchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verfluchen>, abgerufen am 26.04.2019.

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