verfinstern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-fins-tern
Wortbildung mit ›verfinstern‹ als Erstglied: ↗Verfinsterung  ·  mit ›verfinstern‹ als Letztglied: ↗Mondverfinsterung · ↗Sonnenverfinsterung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. finster, dunkel machen
Beispiel:
schwarze Wolken verfinstern den Himmel
sich verfinsternfinster werden
Beispiele:
der Himmel, die Sonne verfinstert sich
der Mond wird für eine Stunde verfinstert sein
übertragen düster, unfreundlich werden
Beispiele:
sein Gesicht verfinsterte sich
eine verfinsterte Miene
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finster · finstern · verfinstern · Finsternis
finster Adj. ‘dunkel, düster’, ahd. finstar (8. Jh.), mhd. vinster (vgl. ahd. finstar, 9. Jh., asächs. finistar n. und ahd. finst(a)rī(n), 8. Jh., asächs. finistri f. ‘Finsternis’) stehen neben gleichbed. ahd. thinstar (8. Jh.), mhd. dinster. Vorauszusetzen ist eine Stammform germ. *þimsra-, die einen Übergangslaut t aufnimmt und deren anlautender Dental durch Dissimilation vor einem dem Wurzelvokal folgenden n (aus älterem m) in den Labial f übergeht, so daß Verwandtschaft mit mnl. deemster ‘finster, dunkel’, asächs. thim ‘dunkel’, ahd. themar ‘Finsternis, Dämmerung’ besteht, sich ein Anschluß an die unter ↗Dämmerung (s. d.) genannte Wurzel ie. *tem(ə)- ‘dunkel’ und eine genaue Parallele zum substantivierten Femininum aind. támisrā (ie. *teməsrā) ‘dunkle Nacht’ ergibt (s. auch ↗diesig). finstern Vb. ‘finster werden, finster machen’, ahd. finst(a)ren ‘(die Augen) verdunkeln’ (um 1000; vgl. bifinst(a)ren ‘verdunkeln, verfinstern, bedecken’, 9. Jh.), finst(a)rēn ‘dunkel werden, überdeckt sein’ (8. Jh.; vgl. gifinst(a)rēn ‘dunkel werden’, um 800), mhd. vinstern ‘finster machen’; heute fast nur verfinstern Vb. ‘finster machen’, mhd. vervinstern, reflexiv ‘finster werden’ (18. Jh.). Finsternis f. ‘Dunkelheit’, ahd. finstarnessi, -nissi n. (9. Jh.), mhd. vinsternisse f. n.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schatten werfen · ↗verdunkeln · ↗verdüstern · verfinstern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussicht Blick Erde Gemüt Gesicht Gesichtszug Himmel Horizont Miene Mine Mond Schatten Sonne Stimmung Stirn Vollmond Wolke plötzlich schlagartig total vollständig weiter zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verfinstern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mond verfinsterte sich, und ich sah zuerst nur Nase.
Bild, 30.09.2003
Die Instrumente akkompagnieren in gesangvollen Linien, alles ist schön im volkstümlichen Ton, aber dieser Ton kann sich jederzeit verfinstern und in Grauen umschlagen.
Die Zeit, 04.02.2008, Nr. 05
Während sie sprach, hatte sich sein Gesicht immer mehr verfinstert.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15413
Nur das düstere Feuer, das die Augen verfinsterte, war das Schreckeinflößende, darauf er nicht vorbereitet gewesen war.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 966
Überdem fing eine dunkle Wolke, die sich immer mehr verfinstert hatte, erst zögernd und dann immer heftiger an, ihr Wasser auf die beiden herunterzuschütten.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 49
Zitationshilfe
„verfinstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verfinstern>, abgerufen am 16.09.2019.

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