verdienen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-die-nen (computergeneriert)
Grundformdienen
Wortbildung mit ›verdienen‹ als Erstglied: ↗Verdiener  ·  mit ›verdienen‹ als Letztglied: ↗abverdienen · ↗dazuverdienen · ↗hinzuverdienen · ↗mitverdienen · ↗zuverdienen
 ·  mit ›verdienen‹ als Grundform: ↗Verdienst1 · ↗verdient  ·  formal verwandt mit: ↗Geldverdienen · ↗selbstverdient · ↗unverdient · ↗wohlverdient
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw., besonders Geld, für eine Leistung, für eine Tätigkeit erhalten
Beispiele:
(viel, wenig) Geld verdienen
er verdient sein Geld als Arbeiter, Ingenieur
bei dieser Arbeit hat er gut, (nicht) viel verdient
umgangssprachlich bei dieser Arbeit hat er ganz schön verdient
salopp bei dieser Arbeit hat er massig verdient
wie viel verdienst du in der, pro Stunde, Woche, im Monat?
dabei, damit ist etwas, nicht viel zu verdienen
sie verdiente sich [Dativ] ihr Geld, ihren (Lebens)unterhalt mit Stundengeben
sich [Dativ] etw. nebenbei verdienen
in dieser Familie verdienen zwei Personen
umgangssprachlich er hat dabei gutes Geld, ein schönes Stück Geld (= viel Geld) verdient
sich [Dativ] ein Vermögen mit etw. verdienen
sauer, redlich verdientes Geld
bildlich
Beispiel:
salopp sich [Dativ] eine goldene Nase (= sehr viel Geld) mit etw. verdienen
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich sein Brot verdienen (= seinen Lebensunterhalt v.)
umgangssprachlich, salopp seine Brötchen verdienen (= seinen Lebensunterhalt v.)
umgangssprachlich sich [Dativ] die (ersten) Sporen verdienen (= sich bei einer Aufgabe, einem Auftrag bewähren)
2.
einen berechtigten Anspruch auf etw., jmdn. haben, einer Sache, Person wert, würdig sein
Beispiele:
das verdient Anerkennung, Lob, Dank, eine Belohnung, einen Preis
dieses Vorhaben verdient Beachtung, Erwähnung, unser Interesse
er verdient (kein) Vertrauen
diese Tatsache verdient, hervorgehoben zu werden
sie hat dich als Ehemann verdient
er hatte es nicht (um sie) verdient, dass sie sich nun gar nicht mehr um ihn kümmerte
die Sportlerin hat diese hohe Auszeichnung verdient
es war ein verdienter Sieg dieser Fußballmannschaft
seine verdiente (= berechtigte) Strafe bekommen
sich um etw., jmdn. verdient machen (= sich tatkräftig für etw., jmdn. einsetzen)
mehrere verdiente Bürger wurden durch Auszeichnungen geehrt
DDR Verdienter Bergmann der DDR
DDR Verdienter Arzt, Lehrer des Volkes
sein Verhalten verdient (= erfordert) einen Tadel, eine Strafe
er hat es verdient (= es geschieht ihm Recht), dass er wegen seiner Frechheit diese Abfuhr erhalten hat
er hat es nicht besser, nicht anders verdient
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dienen · Diener · dienern · dienlich · Dienst · Dienstmann · verdienen · Verdienst · verdienstlich
dienen Vb. ‘für jmdn. etw. tun, ihm helfen, abhängig sein’, ahd. thionōn (8. Jh.), mhd. dienen, asächs. thionon, mnd. dēnen, mnl. nl. dienen, anord. (aus dem Mnd.?) þjōna, schwed. tjäna (germ. *þewanōn) ist eine mit -n- erweiterte Ableitung von germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’, das in got. þius ‘Knecht’, urnord. þewaʀ ‘Diener, Lehnsmann’, aengl. þēo(w) ‘Diener, Knecht, Unfreier’ bezeugt ist (s. auch ↗Demut). Verbindet man germ. *þewa- mit aind. takti ‘eilt’, lit. tekė́ti ‘laufen, fließen, rinnen’, aslaw. tešti ‘laufen, rennen’, russ. teč’ (течь) ‘fließen’, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *teku̯- ‘laufen, fließen’ möglich. Für das Subst. ergäbe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘Läufer’ zu ‘Knecht’ und für das abgeleitete Verb eine Ausgangsbedeutung ‘Knecht sein’, die schließlich den Sinn ‘behilflich sein’ und (bei Sachen) ‘nützlich, geeignet sein’ annimmt. Diener m. ‘Aufwärter, Hausangestellter’, auch ‘wer im Auftrage einer Institution, in der Bindung an eine Aufgabe seine Pflicht erfüllt’, ahd. thionāri (11. Jh.), mhd. dienære; danach (Ende 17. Jh.) ‘Verbeugung’ (nach der Art eines Bediensteten, eines Untertans), wozu dienern Vb. ‘sich (mehrmals) verbeugen’ (19. Jh.). dienlich Adj. ‘nützlich, förderlich’ (14. Jh.). Dienst m. ‘Arbeitsverhältnis im Haushalt’, allgemeiner ‘Berufs-, Amtspflicht’; das mit dem ie. Suffix -st- zum Verb gebildete Abstraktum (germ. *þewanōst-) bezeichnet die Tätigkeit des Dienens, ahd. thionōst (8. Jh.), mhd. dienest ‘Ergebenheit, Ausübung religiöser Pflichten, Aufwartung, Erfüllung standesrechtlicher Verpflichtungen innerhalb des Feudalsystems’, asächs. thionost und (erweitert zum fem. n-Stamm) anord. þjōnusta f. Dienstmann m. ‘Besorger von Botengängen’ (19. Jh.), ahd. thionōstman (8. Jh.), mhd. dienestman ‘Knecht, Helfer’, dann auch (in der Übersetzung von mlat. ministerialis) ‘niederer Lehnsmann’. verdienen Vb. ‘durch Arbeit erwerben’ (z. B. Lohn), ‘für seine Bemühungen wert sein’ (z. B. Lob, Tadel), ahd. firthionōn (um 1000), mhd. verdienen. Verdienst m. ‘Erwerb, Lohn, Gewinn’, n. ‘anerkennenswerte (oder auch schuldhafte) Tat’, frühnhd. verdienst, mnd. vordēnst. verdienstlich Adj. ‘anerkennungswürdig’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einbringen · verdienen · wert sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Aufmerksamkeit Beachtung Bezeichnung Brot Dollar Euro Geld Lebensunterhalt Million Monat Name Note Prädikat Quartal Respekt Spore Strich Zubrot brutto er genug mehr mitverdienen monatlich netto rund sie viel weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdienen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch habe er es verdient, nach zehn Jahren wieder in Freiheit zu sein.
Die Zeit, 23.12.2013 (online)
Dabei verdienen Lehrer mit 40 bis 50 Mark monatlich weniger als Arbeiter.
Der Spiegel, 09.10.1989
Er verdient 475 Mark brutto im Monat, 160 kostet das Zimmer.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 117
Er hätte verdient, in einem andern Lande geboren zu sein.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 19.08.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16537
Als Photograph also verdiente ich in meinem Leben die ersten Groschen.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8175
Zitationshilfe
„verdienen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verdienen>, abgerufen am 23.05.2019.

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