verdammen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-dam-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verdammen‹ als Erstglied: ↗Verdammung · ↗verdammenswert
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., etw. verdammenüber jmdn., etw. ein sehr scharfes, negatives Urteil sprechen, jmdn., etw. verfluchen
Beispiele:
er hat sie wegen ihres leichtsinnigen Verhaltens, hat ihr leichtsinniges Verhalten verdammt
umgangssprachlich jmdn., etw. in Grund und Boden verdammen
dieses Vorhaben war zum Scheitern verdammt (= mußte scheitern)
Religion jmdm. die Teilhabe an der göttlichen Gnade absprechen
Beispiel:
er, seine Lehren wurden damals von der Kirche verdammt
zu etw. verdammt seinzu etw. gezwungen sein
Beispiele:
im 19. Jahrhundert waren die Arbeiter nicht selten zu einem sechzehnstündigen Arbeitstag verdammt
nach dem Unfall war er für längere Zeit zum Nichtstun verdammt
oft im Part. Prät.
salopp, derb
Beispiele:
verdammt (nochmal), verdammt noch eins, verdammt und zugenäht! (= drückt Ärger, Unwillen aus)
verdammt, jetzt ist mir der Zug weggefahren
salopp, abwertend der verdammte (= verfluchte, Ärger, Kummer bereitende) Kerl
salopp, abwertend so ein verdammter Mist!
Schimpfwort der verdammte Hund (= Mensch), Idiot
salopp verdammter Bengel, was hast du wieder angestellt?
salopp es ist deine verdammte (= dringende, unumgängliche) Pflicht und Schuldigkeit, ihm in dieser Lage zu helfen
salopp wir hatten verdammten (= sehr großen) Hunger, Durst
salopp es kostete ihn verdammte Mühe, diese Aufgabe zu lösen
adverbiell
verdammtsehr, äußerst
Beispiele:
er hatte es verdammt eilig
es ist verdammt schwierig, hier die richtige Entscheidung zu treffen
sie hat es in ihrer Jugend verdammt schwer gehabt
er hat sich verdammt gut gehalten mit seinen 50 Jahren
es ist heute wieder verdammt kalt
ein verdammt feiner Kerl
eine verdammt lange Zeit
wir haben verdammt geschwitzt auf unserer Wanderung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verdammen · verdammt · Verdammnis
verdammen Vb. ‘verurteilen, verwerfen, verfluchen’, ahd. firdamnōn (9. Jh.), mhd. verdam(p)nen ‘verurteilen, verdammen’, frühnhd. verdamnen, vordampnen, verdammen (16. Jh.). Das Grundwort ist entlehnt aus lat. damnāre ‘büßen (lassen), schuldig sprechen, verdammen, verurteilen’, zu lat. damnum ‘Einbuße, Verlust, Schaden, Nachteil’; Präfigierung erfolgte wohl in Anlehnung an synonymes ahd. firtuomen, mhd. vertüemen ‘verurteilen, verdammen’, gebildet zu ahd. mhd. tuom ‘Urteil’ (s. ↗-tum); vgl. auch asächs. fardōmian, mnl. nl. verdoemen, aengl. fordēman, anord. fordœma ‘verdammen’. Aus der kirchensprachlichen Verwendung ‘aus der göttlichen Gnade ausstoßen, verfluchen’ (zur Hölle verdammen) entwickelt sich verdammt Part.adj. ‘von Gott verurteilt’, substantiviert Verdammter (16. Jh.), das sofort als Fluchwort und Verwünschung ‘fluchwürdig, verdammenswert, verwerflich’ Verbreitung findet, in der Umgangssprache später auch abgeschwächt ‘außergewöhnlich, sehr, äußerst’ (19. Jh.). Verdammnis f. ‘das Verdammtsein, ewige Verworfenheit (vor Gott), Höllenstrafe’, mhd. verdam(p)nisse.

Thesaurus

Synonymgruppe
verdammen · ↗verfluchen  ●  ↗vermaledeien  veraltet
Synonymgruppe
fluchen · verdammen · ↗verfluchen  ●  ↗maledeien  veraltet
Synonymgruppe
dämonisieren · verdammen · ↗verfluchen · ↗verleumden · ↗verteufeln · ↗verwünschen
Assoziationen
Synonymgruppe
(hart) kritisieren · ↗(öffentlich) anprangern · ↗brandmarken · ↗geißeln · ins Gericht gehen (mit) · ↗richten (archaisierend) · ↗stigmatisieren · verdammen · ↗verurteilen · ↗ächten · öffentlich beschuldigen  ●  (das) Urteil sprechen (über)  fig. · an den Pranger stellen  fig. · unter Beschuss nehmen  fig. · (jemandem) ans Bein pinkeln  ugs., fig. · beredte Klage führen (über)  geh. · den Stab brechen über  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussterben Bausch Bedeutungslosigkeit Bewegungslosigkeit Bogen Ewigkeit Handlungsunfähigkeit Hölle Mißerfolg Nichtstun Passivität Scheitern Schweigen Siegen Stillhalten Tatenlosigkeit Teufelswerk Teufelszeug Unbeweglichkeit Untergang Untätigkeit Warten Wirkungslosigkeit Zuschauen her mal nochmal pauschal verdammen verfluchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdammen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer nicht in der Lage ist, sich zu erinnern, ist verdammt, sich zu wiederholen, heißt es.
Der Tagesspiegel, 30.03.2000
Für sie war es ein Job, der getan werden musste, und sie waren sicher, ihn verdammt gut getan zu haben.
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2000
Ja, da muß sich noch verdammt viel ändern in unseren Köpfen.
Goldt, Max: Krieg der Mädchenschweigekreise. In: ders., Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker, Zürich: Haffmans 1994, S. 20
Der Brief mit den Mustern hat sich aber auch verdammt viel Zeit genommen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Du läßt mich verdammt lange zappeln, das fängt gut an.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 06.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„verdammen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verdammen>, abgerufen am 25.04.2019.

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