verdüstern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-düs-tern
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. düster, dunkel machen
Beispiel:
schwarze Regenwolken verdüsterten den Himmel, die Landschaft
übertragen
Beispiel:
dieser Kummer verdüstert sein Gemüt
sich verdüsterndüster werden
Beispiel:
der Himmel verdüstert sich
übertragen
Beispiel:
bei dieser Mitteilung verdüsterte sich sein Gesicht, seine Miene
im Part. Prät.
übertragen verdüstertgedrückt, schwermütig, verschlossen
Beispiele:
seit diesem Erlebnis war er verdüstert
sein verdüsterter älterer Bruder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

düster · duster · Düsternis · verdüstern
düster, duster Adj. ‘dunkel, unfreundlich’, aus dem Nd. Die westgerm. Adjektivformen asächs. thiustri, niederrhein. dūster (12. Jh.), mnd. dǖster ‘finster, trübe, unklar, zweifelhaft’, nd. dǖster, duster, mnl. duuster, nl. duister, afries. thiustere, aengl. þēostor, þēostre, þīestre (westgerm. *þiustria-) sind wohl verwandt mit anord. þoka ‘Nebel’, russ. túsklyj (тусклый) ‘trübe, matt’, serbokr. nàtuštiti se ‘sich umwölken’. Setzt man eine Vorstellung ‘anschwellender Nebel, zunehmende Dunkelheit’ voraus, so ist Anschluß an die Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (s. ↗Daumen, ↗tausend) möglich, eventuell (für alle Formen) über eine Gutturalerweiterung. Düsternis f. ‘Dunkelheit, Finsternis’, mhd. dusternisse. verdüstern Vb. ‘dunkel werden’, mhd. verdustern ‘verfinstern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schatten werfen · ↗verdunkeln · verdüstern · ↗verfinstern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antlitz Ausblick Aussicht Bild Erscheinungsbild Gemüt Geschäftsklima Gesicht Gesichtszug Himmel Horizont Konjunkturaussicht Konjunkturhimmel Laune Miene Nebel Panorama Perspektiv Perspektive Rauch Rauchwolke Stimmung Szenerie Wachstumsaussicht Wolke Zukunftsaussicht vollends weiter zunehmend zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verdüstern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In mehreren Ländern der Region hat sich das wirtschaftliche Bild in den vergangenen Monaten verdüstert.
Die Zeit, 19.01.2009 (online)
Systematisch verdüsterte sich die locker leichte Atmosphäre der frühen Filme.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.1995
Statt endlich aufzuklaren, scheint sich der Konjunkturhimmel weiter zu verdüstern.
Die Welt, 02.10.2002
Seine natürliche Heiterkeit hat sich jedoch oft verdüstert, im Alter für lange Jahre.
Lippmann, Friedrich: Rossini. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 28043
Wenn das gute Wort dann endlich fällt, ist das Gemüt oft durch die Qual des Harrens schon verdüstert.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21477
Zitationshilfe
„verdüstern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verdüstern>, abgerufen am 23.08.2019.

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