verbrennen

GrammatikVerb · verbrannte, hat/ist verbrannt
Aussprache
Worttrennungver-bren-nen (computergeneriert)
Grundformbrennen
Wortbildung mit ›verbrennen‹ als Erstglied: ↗verbrennbar  ·  mit ›verbrennen‹ als Letztglied: ↗nachverbrennen  ·  formal verwandt mit: ↗hirnverbrannt · ↗sonnenverbrannt · ↗sonnverbrannt
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
der Einwirkung von Feuer aussetzen
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. durch Feuer vernichten, beseitigen
Beispiele:
die Abfälle, alte Zeitungen, Reisig, Kartoffelkraut (zu Asche) verbrennen
in Südamerika hat man Rohkaffee verbrannt, um die Preise hochhalten zu können
etw. verheizen, zum Heizen verwenden
Beispiele:
diese Balken und Bretter sind noch viel zu gut zum Verbrennen
wir haben in diesem Jahr unseren ganzen Kohlenvorrat verbrannt
bildlich
Beispiel:
die Brücken, Schiffe hinter sich verbrennen (= jeden Rückzug unmöglich machen)
b)
mit Hilfsverb ›hat‹
jmdn. verbrennenjmds. Leichnam einäschern (lassen)
Beispiel:
er wollte sich unbedingt verbrennen lassen
mit Hilfsverb ›hat‹
historisch jmdn. durch Verbrennen hinrichten
Beispiele:
Giordano Bruno wurde verbrannt
Tausende von unschuldigen Menschen sind schon (bei lebendigem Leibe) verbrannt worden
c)
mit Hilfsverb ›ist‹
etw., jmd. verbrenntetw., jmd. wird durch Feuer zerstört, vernichtet
Beispiele:
das Holz, die Kohle ist verbrannt
bei dem großen Brand ist das Haus zu Schutt und Asche verbrannt
bei der Explosion sind mehrere Menschen verbrannt
ein rasch verbrennendes Kraftstoffgemisch
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
Chemie, Biologie Stoffe unter Einwirkung von Sauerstoff chemisch umsetzen
Beispiele:
Kohlenhydrate werden unter Mitwirkung von Sauerstoff zu Kohlensäure und Wasser verbrannt
durch kräftige Betätigung kann der Zucker in der Muskulatur auch ohne Insulin verbrannt werden
mit Hilfsverb ›ist‹
sich umsetzen
Beispiel:
Kohlenhydrate verbrennen zu Kohlensäure und Wasser
3.
der Einwirkung großer Hitze aussetzen
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
sich [Dativ] etw. verbrennensich durch große Hitze verletzen
Beispiele:
das Kind hat sich den Finger an der heißen Kaffeekanne, Ofentür verbrannt
sich [Dativ] den Mund, die Zunge an der heißen Suppe verbrennen
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
sich [Dativ] den Mund, die Zunge verbrennen (= unbedacht etw. sagen, das unangenehme Folgen haben kann)
salopp, derb sich das Maul verbrennen (= unbedacht etw. sagen, das unangenehme Folgen haben kann)
sich die Finger verbrennen (= Schaden erleiden, hereinfallen)
die Sonne hat ihm die Schultern verbrannt (= er hat einen Sonnenbrand auf den Schultern)
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
durch zu große Hitze Schaden erleiden, zerstört, vernichtet werden
Beispiele:
der Kuchen, das Steak ist verbrannt
mir ist das Essen verbrannt
die Wiesen waren von der langanhaltenden Hitze total verbrannt (= vertrocknet)
c)
mit Hilfsverb ›ist‹
übertrieben von der Sonne stark gebräunt werden
Beispiel:
wir waren tiefbraun verbrannt

Thesaurus

Synonymgruppe
aufflammen · ↗auflodern · brennen · ↗emporflammen · ↗flackern · hochflammen · ↗hochschlagen (Flammen) · in Flammen aufgehen · in Flammen stehen · in hellen Flammen stehen · ↗lodern · ↗lohen · verbrennen · ↗zucken (Flamme) · ↗züngeln (Flamme)
Assoziationen
Synonymgruppe
abbrennen · ↗ausbrennen · ↗niederbrennen · verbrennen  ●  durch Brand zerstören  Hauptform · ↗abfackeln  ugs.
Assoziationen
  • (ein) Raub der Flammen werden · ↗(vollständig) abbrennen · durch Brand zerstört werden · durch Feuer zerstört werden · in Flammen aufgehen · niedergebrannt werden · vollständig verbrennen  ●  abgefackelt werden  ugs.
  • Feuer legen · ↗brandschatzen · mit Feuer und Schwert wüten · ↗zündeln  ●  sengen und brennen  veraltet
Synonymgruppe
einäschern · ↗feuerbestatten · verbrennen  ●  ↗kremieren  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
(Geld) verbrennen · ↗(Geld) versenken · bedenkenlos ausgeben  ●  sinnlos verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verfrühstücken  ugs.
Assoziationen
  • Geld verbrennen  fig. · Geld verlieren  fig. · Geld vernichten  fig.
  • (sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · ↗aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld nur so um sich werfen  ugs. · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · ↗verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
  • Geld spielt (hier) keine Rolle.  Spruch · (ist ja) nicht so wie bei armen Leuten  ugs., Spruch · wir ham's ja  ugs., Spruch
  • (das angesparte) Kapital aufzehren · (sein) Vermögen aufzehren · die (letzten) Reserven angreifen  ●  (das) Tafelsilber verkaufen  variabel, fig. · (sein) letztes Hemd verkaufen (müssen)  fig. · ans Eingemachte gehen (müssen)  fig. · von der Substanz leben  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Asche Demonstrant Fahne Feuer Finger Flagge Flamme Haut Hexe Kalorie Ketzer Krematorium Leib Leiche Leichnam Mund Müll Ofen Puppe Scheiterhaufen Tonne Treibstoff US-Flagge Unkenntlichkeit Wasserstoff deponieren erschlagen ersticken übergießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrennen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man wolle sich an dem heißen Eisen nicht die Hände verbrennen, heißt es weiter.
Die Welt, 21.10.2002
Das ist ein glühend heißes Eisen, verbrenn dir nicht die Finger!
Der Tagesspiegel, 15.05.2001
Gegen drei verbrannte das ganze Dorf und der Wald um das Dorf in weniger als einer Stunde.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 6
Du hast auf jeden Fall recht gehabt, daß Du sie Dir angeeignet hast, denn verbrennen darf man so etwas nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.01.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich habe ihren Brief verbrannt, er war mir zu gräulich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1922. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1922], S. 14
Zitationshilfe
„verbrennen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verbrennen>, abgerufen am 18.06.2019.

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