verbrämen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-brä-men
Wortbildung mit ›verbrämen‹ als Erstglied: ↗Verbrämung  ·  mit ›verbrämen‹ als Letztglied: ↗pelzverbrämt
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. am Rand mit etw. verzieren
Beispiele:
ein mit Pelzstreifen verbrämter Mantel
die Putzmacherin verbrämte den Hut mit Schnüren und Bändern
übertragen etw. als negativ Empfundenes durch positives Beiwerk aufwerten und dadurch das Negative abschwächen oder verhüllen, verschleiern
Beispiele:
er versuchte, den langweiligen Bericht mit Humor und Ironie zu verbrämen
pseudowissenschaftlich verbrämte Phrasen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verbrämen Vb. ‘mit einem Rand versehen, den Rand mit Besatz, mit Pelz verzieren, ausschmücken’ (15. Jh.), übertragen ‘verhüllend, verblümt sagen, umschreiben’ (17. Jh.), mnd. vorbrēmen ‘mit einem Rand versehen’, Präfixbildung neben gleichbed. mhd. bremen, mnd. brēmen, abgeleitet von frühnhd. brem ‘Randbesatz, Einfassung, Rand’ (15. Jh., doch wohl älter); vgl. nl. braam (älter breme), mengl. brimme, engl. brim ‘Rand’. Es besteht Verwandtschaft zu dem ersten Kompositionsglied von ↗Brombeere (s. d.), so daß von ie. *bhrem-, *bhrom-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘hervorstehen, Kante, Ecke, Spitze’, auszugehen ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
absetzen · ↗besetzen · ↗einfassen · ↗einsäumen · ↗säumen · ↗ummanteln · ↗umsäumen · verbrämen · ↗verzieren  ●  ↗bordieren  fachspr. · ↗galonieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
anbeten · ↗beweihräuchern · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung beimessen · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung verleihen · ↗emporstilisieren · ↗hochjubeln · ↗hochstilisieren · mit einem Glorienschein umgeben · mit einem Glorienschein versehen · verbrämen · ↗verherrlichen · ↗verklären · ↗überhöhen  ●  ↗idealisieren  Hauptform · ↗anhimmeln  ugs. · ↗glorifizieren  geh. · ↗huldigen  geh.
Assoziationen
  • (einer Sache) zu viel Gewicht beimessen · zu hoch bewerten · zu viel Wichtigkeit beimessen · ↗überbewerten · ↗überschätzen
  • (verborgene) Absichten unterstellen · ↗hineininterpretieren · ↗hineinlesen  ●  ↗hineingeheimnissen  geh.
  • (ein) Geheimnis machen (aus) · geheimnisvolle Kräfte zuschreiben · magische Kräfte zuschreiben · ↗mystifizieren · zu einem Mysterium emporstilisieren
  • (ein) Loblied anstimmen (auf) · (jemandem) ein großes Lob aussprechen · (jemandem) großes Lob spenden · (jemandem) hohes Lob zollen · (jemandes) Lob singen · (jemandes) Loblied singen · ↗(sehr) rühmen · (sich) in Lobeshymnen ergehen · in den Himmel heben · in den höchsten Tönen loben · in den höchsten Tönen reden (von) · ↗lobpreisen · sehr loben  ●  (sich) in Lobtiraden ergehen  abwertend · (einer Sache / jemandem) Weihrauch spenden  geh., fig. · (jemandem einen) Lorbeerkranz flechten  geh., fig. · (jemandem) Lorbeerkränze flechten  geh., fig. · (jemandem) ein dickes Lob geben  ugs. · (sich) in Lobestiraden ergehen  geh., abwertend · des Lobes voll (sein)  geh. · voll des Lobes (sein)  geh. · über den grünen Klee loben  ugs.
  • (begeistert) gefeiert · bejubelt · gepriesen · hoch gerühmt · hoch geschätzt · ↗hochgelobt · in den Himmel gehoben · in den höchsten Tönen gelobt · mit Preisen überhäuft · vielfach ausgezeichnet
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · ↗beschönigen · ↗frisieren · ↗herunterspielen · ↗maskieren · positiv darstellen · ↗schönen · ↗schönfärben · ↗schönreden · verbrämen · ↗verharmlosen · ↗verhüllen · ↗verschleiern · ↗übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · ↗weichspülen  fig. · ↗aufputzen  ugs. · ↗bemänteln  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absicht Argument Begriff Floskel Motiv Pathos Tatsache Theorie diplomatisch gern ideologisch kulturell moralisch notdürftig religiös romantisch wissenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbrämen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist zwar nicht illegitim, aber unredlich ist es schon, das zu verbrämen.
Der Tagesspiegel, 22.06.2001
Am schädlichsten wirken sich verbalisierte Drohungen der Eltern, verbrämt oder getarnt mit gesundheitlichen, moralischen oder religiösen Begründungen aus.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 88
Schließlich findet sich auch die ganze direkte Form der Aussage, die durch den Witz nur noch kümmerlich verbrämt ist.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 110
In seinem Pamphlet bringt er dieselben sinnlosen Dinge vor wie der Staatsrat, bloß noch verbrämt mit dem windigsten Hofklatsch.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 317
Die Übergabe war von höflichen Wünschen des Staffelführers verbrämt; aber auf Gulle machten solche Nebensächlichkeiten keinen Eindruck.
Lochner, Rudolf: Gulle, Rammkeil und Muck. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 209
Zitationshilfe
„verbrämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verbrämen>, abgerufen am 24.07.2019.

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