verblöden

GrammatikVerb · verblödete, ist/hat verblödet
Aussprache
Worttrennungver-blö-den
Grundformblöd
Wortbildung mit ›verblöden‹ als Erstglied: ↗Verblödung
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
blöd werden
a)
geistig stumpf, schwachsinnig werden
Beispiel:
dieses Kind ist schon in früher Jugend verblödet
b)
salopp dumm, unklug, ungeschickt werden
Beispiel:
ich glaube, ihr seid schon ganz verblödet
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp jmdn. durch geistige oder körperliche Einwirkung blöd, dumm und stumpf machen
Beispiel:
dieser Stumpfsinn hatte ihn verblödet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blöd · blöde · blödeln · entblöden · verblöden · blödsinnig · Blödsinn
blöd blöde Adj. ‘dumm, schwachsinnig’ (16. Jh.), ahd. blōdi ‘träge, furchtsam, körperlich schwach’ (9. Jh.), mhd. blœde ‘gebrechlich, zart, zaghaft’, asächs. blōð(i) ‘zaghaft, furchtsam’, mnd. blȫde ‘schwach, furchtsam, verzagt’, mnl. blōde, bloot, nl. blood ‘schüchtern, feige’, aengl. blēaþ ‘schwach’, anord. blauðr ‘schwach, zaghaft’ sowie got. blauþjan Vb. ‘abschaffen’, eigentlich ‘schwach machen’, werden mit griech. phlá͞uros (φλαῦρος) ‘schlecht, geringfügig’ auf eine Wurzelform ie. *bhləu- ‘schwach, elend’ zurückgeführt. Ablautendes ie. *bhlēu, *bhlū- findet sich in ahd. blūgo Adv., mhd. blūc, bliuc ‘zaghaft, schüchtern’, schwed. blyg ‘schüchtern, scheu, befangen’. Zur Verwandtschaft s. auch ↗bloß. Eine weiterreichende Hypothese sieht in der Wurzel ie. *bhlēu- eine Parallele zu der vielleicht für das Verbum ↗bleuen (s. d.) vorauszusetzenden Wurzelform ie. *bhleu- ‘schlagen’. Die Bedeutung ‘schwach, elend’ wäre danach aus ‘geschlagen’ hervorgegangen. blödeln Vb. ‘(bewußt) Unsinn reden’ (19. Jh.). entblöden Vb. reflexiv ‘die Scheu ablegen’ (17. Jh.), heute gewöhnlich als Verstärkung doppelt verneint sich nicht entblöden ‘sich nicht schämen, sich erkühnen’ (17. Jh.). verblöden Vb. ‘blöd(e) werden’, mhd. verblœden ‘einschüchtern’; blödsinnig Adj. ‘schwachsinnig, sinnlos’ (Anfang 17. Jh.); davon rückgebildet Blödsinn m. (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstumpfen · blöde werden · stumpfsinnig werden · verblöden · ↗verdummen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Menschheit sonst total

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verblöden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die nämlich sind, anders als ihre Väter, noch nicht vom Insektizid verblödet.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1997
Das Volk der Dichter und Denker - ist es dabei zu verblöden?
Bild, 06.07.2000
Es geht mir nicht gut, ich bin entsetzlich müde, aber angenehm müde, aber ich bin nicht mehr so verkommen und verblödet.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 10.11.1933. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1933], S. 9632
Aber der Verblödete war amtlich nicht verblödet, er war böswillig.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 354
Von keinem Verleiher getrieben, von keinem Reporter aufgehalten, von keinem Geldgefasel entnervt und Imagegequassel verblödet, warteten wir geduldig, beglückt, den ersten Film drehen zu dürfen.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 131
Zitationshilfe
„verblöden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verblöden>, abgerufen am 27.06.2019.

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