verbergen

GrammatikVerb · verbirgt, verbarg, hat verborgen
Aussprache
Worttrennungver-ber-gen (computergeneriert)
Grundformbergen
Wortbildung mit ›verbergen‹ als Erstglied: ↗Verbergung  ·  mit ›verbergen‹ als Letztglied: ↗unverborgen · ↗wohlverborgen  ·  mit ›verbergen‹ als Grundform: ↗Verborgenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn., etw., sich den Blicken, dem Zugriff anderer entziehen, verstecken
Beispiele:
er hatte einen Flüchtigen (bei sich, im Hause) verborgen
etw. hinter seinem Rücken, unter seinem Mantel verbergen
den Schlüssel unter dem Fußabtreter verbergen
sie verbarg ihr Gesicht hinter den, mit den Händen
das ängstliche Kind verbarg seinen Kopf im Schoße der Mutter
wir wollen uns hinter den Büschen, im Hause verbergen
sich (vor jmdm.) verbergen
Beispiele:
das flüchtige Reh verbarg sich im dichten Unterholz vor unseren Blicken
schuldbewusst verbarg sich der kleine Übeltäter hinter dem, im Rücken seines Vordermannes
die Sonne hatte sich den ganzen Tag über, hinter dichten Wolken verborgen
etw. nicht merken lassen, unterdrücken
Beispiele:
er verbarg seine Unsicherheit hinter forschem Auftreten
den Ärger, das Lachen, die Tränen, den Schmerz, Zorn verbergen
seine Abneigung, Enttäuschung, Erregung, Freude, Gefühle, Rührung verbergen
seinen Unwillen über etw. verbergen
er gab sich große Mühe, seinen Dialekt zu verbergen
oft im Part. Prät.
Beispiele:
sich, etw., jmdn. verborgen halten
von hier aus können wir alles sehen, da bleibt uns nichts verborgen
ein Mann, der unter der Menge verborgen gestanden hatte, trat vor
sie wischte sich eine verborgene Träne aus dem Auge
in einem verborgenen (= abgelegenen) Winkel des Parkes trafen sie sich
diese Absicht ist uns nicht verborgen (= unbekannt) geblieben
er hat für seine wissenschaftliche Arbeit eine Reihe bisher verborgener Quellen erschlossen
er zog es vor, im Verborgenen (= von anderen unbemerkt) zu bleiben
jmdm. etw. verheimlichen
Beispiele:
ich verberge dir nichts
er vermochte uns seine wahren Gründe, wirkliche Meinung nicht zu verbergen
warum hast du das alles vor uns verborgen?
er hatte uns verborgen, dass ...
er teilte ihr auch seine verborgensten Gedanken mit
er hat offenbar etw. zu verbergen (= er hat offenbar etw. zu verheimlichen, das moralisch nicht ganz einwandfrei ist)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bergen · verbergen
bergen Vb. ‘in Sicherheit bringen’. Ahd. bergan (8. Jh.), mhd. bergen (ahd. und mhd. auch ‘verbergen’), asächs. gibergan, mnd. bergen, mnl. berghen, nl. bergen, aengl. beorgan, anord. bjarga, schwed. bärga, got. baírgan gehen mit lit. bìrginti ‘nicht viel ausgeben, sparen’, aslaw. nebrěšti ‘außer acht lassen, mißachten’, russ. beréč’ (беречь) ‘hüten, bewahren’ auf ie. *bhergh- ‘bergen, verwahren’ zurück. Dazu verbergen Vb. ‘verstecken’, ahd. firbergan (8. Jh.), mhd. verbergen.

Thesaurus

Synonymgruppe
dissimulieren · ↗kaschieren · verbergen · ↗verhehlen · ↗verheimlichen · ↗verhüllen
Synonymgruppe
maskieren · unkenntlich machen · verbergen
Synonymgruppe
camouflieren · den Blicken entziehen · ↗kaschieren · ↗maskieren · ↗tarnen · verbergen · ↗verhehlen · ↗verheimlichen · ↗verstecken
Assoziationen
Synonymgruppe
kaschieren · ↗tarnen · ↗umhüllen · ↗ummänteln · ↗umnebeln · verbergen · ↗verdecken · ↗verfälschen · ↗verhüllen · ↗verkleiden · ↗vernebeln · ↗verschleiern · ↗verstecken · ↗vertuschen · ↗verwischen · ↗zudecken  ●  unter den Teppich kehren  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) verbergen · ↗(sich) verstecken · nicht mehr erreichbar sein  ●  ↗untertauchen  fig. · ↗abtauchen  ugs., fig. · auf Tauchstation gehen  ugs., fig. · in der Versenkung verschwinden  ugs., fig. · von der Bildfläche verschwinden  ugs., fig.
Assoziationen
  • entschwunden · ↗fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht zu finden · spurlos verschwunden · ↗unauffindbar · ↗verloren · verloren gegangen · vermisst (werden) · ↗verschollen · verschwunden · vom Winde verweht · von jemandem fehlt jede Spur  ●  ↗weg  Hauptform · (sich) in Luft aufgelöst haben  ugs. · abhanden gekommen  ugs. · ↗dahin  geh. · ↗flöten  ugs. · flöten gegangen  ugs. · ↗futsch  ugs. · futschikato  ugs., scherzhaft · ↗hops  ugs. · ↗perdu  ugs., franz. · ↗sonst wo  ugs. · verschütt gegangen  ugs. · von Windows verweht  ugs., scherzhaft · wie vom Erdboden verschluckt  ugs. · wie weggeblasen  ugs.
  • (sich) bedeckt halten · (sich) im Hintergrund halten · im Hintergrund bleiben · im Hintergrund stehen · nicht weiter in Erscheinung treten · nicht öffentlich in Erscheinung treten  ●  die Füße stillhalten  fig.
  • (das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · ↗entkommen · ↗fliehen · ↗flüchten · ↗weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · ↗(sich) dünn(e) machen  ugs. · ↗(sich) verdrücken  ugs. · ↗abhauen  ugs. · ↗ausfliegen  ugs., ironisch · ↗stiften gehen  ugs. · ↗türmen  ugs. · ↗verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
  • (sich) vergraben · ↗(sich) verkriechen · ↗abtauchen · keinen Fuß vor die Tür setzen · nicht (mehr) aus dem Haus gehen · nicht die Wohnung verlassen · zu Hause bleiben  ●  mit dem Arsch zu Hause bleiben  derb · schön zu Hause bleiben  ugs.
  • (irgendwo) Unterschlupf finden · ↗(irgendwo) unterkommen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkürzung Absicht Begriff Bezeichnung Enttäuschung Fassade Formulierung Freude Geheimnis Genugtuung Gesicht Kürzel Lächeln Maske Name Oberfläche Pseudonym Ratlosigkeit Schatz Schlagwort Schleier Sonnenbrille Stolz Unsicherheit Wahrheit dahinter geschickt kaum mühsam Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbergen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie gut ihre zuständige Einheit arbeitet, bleibt den Frauen somit verborgen.
Die Zeit, 01.03.2010, Nr. 09
Er deutet mit verborgenem Stolz auf ein dickes türkisches Buch auf dem Tisch.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 421
In jeder Richtung argwöhnte er, doch noch einen verborgenen Fetzen menschlichen Geruchs zu entdecken.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 146
Den besten unter den bürgerlichen Architekten blieb das nicht verborgen, und sie ließen es nicht an sarkastischen Äußerungen mangeln.
konkret, 1984
Der Arzt sucht also in erster Linie nach der verborgenen Ursache.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 178
Zitationshilfe
„verbergen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verbergen>, abgerufen am 19.07.2019.

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