verbauen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-bau-en (computergeneriert)
Grundformbauen1
Wortbildung mit ›verbauen‹ als Erstglied: ↗Verbauung · ↗verbaubar
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. durch einen Bau versperren, zubauen
Beispiele:
jmdm. die Aussicht auf etw. durch ein Gebäude verbauen
er hatte den Zugang zu seinem Garten mit Feldsteinen verbaut
die schmale Tür, die in den Keller führte, war durch ein altes Sofa verbaut (= verstellt)
übertragen jmdm., sich [Dativ] etw. verbauenjmdm., sich etw. unmöglich machen, versperren
Beispiel:
jmdm., sich die Möglichkeiten, den Weg zum Fortkommen, die Zukunft verbauen
2.
bei der Errichtung eines Baues
a)
Baumaterial verbrauchen
Beispiele:
die Bauarbeiter haben den ganzen Kalk, alle Steine verbaut
beim Bau der Staumauer wurden Zehntausende von Kubikmetern Granit und Beton verbaut
übertragen Geldmittel für die Errichtung eines Baues verbrauchen
Beispiele:
ich werde doch nicht mein ganzes Geld verbauen
viele Millionen Euro wurden in den neuen Abschnitt der Fernstraße verbaut
b)
Baumaterial verwenden
Beispiel:
das Holz muss erst imprägniert werden, ehe es verbaut werden kann
3.
etw. schlecht, falsch, unzweckmäßig bauen
Beispiele:
dieser Baumeister hat die Häuser völlig verbaut
das Häuschen mit seinen vielen Erkern ist ganz und gar verbaut
die enge, verwinkelte, kurzum völlig verbaute Altstadt
übertragen
Beispiel:
salopp er hat sein Examen verbaut (= nicht bestanden)
4.
auf einem Gelände (ein) Gebäude errichten
Beispiel:
der ehemalige Fußballplatz, die Kleingartenkolonie soll verbaut werden
5.
fachsprachlich etw. durch den Einbau von Befestigungen absichern
Beispiele:
erst seit der Wildbach verbaut ist, haben die Überschwemmungen aufgehört
die Strecken und Querschläge müssen durch Hölzer oder Stempel verbaut werden

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) unmöglich machen · ↗(etwas) verunmöglichen · (sich etwas) verbauen · (sich) die Chance nehmen · (sich) die Möglichkeit nehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
bebauen · ↗zubauen  ●  verbauen  auch figurativ

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asbest Aufstiegschance Ausweg Beton Chance Fluchtweg Holz Karrierechance Kubikmeter Lebensweg Mineralfaser Mio Möglichkeit Option Rückweg Sandsack Sichtachse Smartphone Spritzasbest Stahl Stahlbeton Tonne Weg Ziegelstein Zugang Zukunft Zukunftschance buchstäblich verplanen versiegeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verbauen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Weg unter die ersten zwei scheint zunächst verbaut zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004
Fällt es schlecht aus, so ist der Weg zum neuen Job oft verbaut.
Die Zeit, 11.08.1999, Nr. 32
Wenn nicht, ist hier nichts für dich verbaut und du kannst immer noch zurück.
Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 211
Aber gerade das scheint ihnen die Erkenntnis verbaut zu haben.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 939
Das Zeug kann jetzt irgendwo anders verbaut oder verbraucht werden.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 187
Zitationshilfe
„verbauen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verbauen>, abgerufen am 22.09.2019.

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