verargen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungver-ar-gen (computergeneriert)
formal verwandt mitarg
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben jmdm. etw. übelnehmen
Beispiele:
sie konnte ihm seine Neugierde nicht verargen
ihr könnt es mir nicht verargen, wenn ich erst mal verschnaufen will
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

arg · Arg · Arglist · arglistig · Argwohn · argwöhnen · argwöhnisch · verargen · arglos · Arglosigkeit
arg Adj. ‘schlimm, böse, bösartig’, als Verstärkung ‘sehr, groß, stark’, ahd. arg ‘(moralisch) verderbt, schlecht, böse’, auch ‘feige, unzüchtig, geizig’ (8. Jh.), mhd. arc ‘nichtswürdig, böse’, mnd. mnl. arch ‘böse, schlimm’, aengl. earg ‘feige, träge, böse’, anord. argr, daneben mit Metathese ragr ‘feige, unmännlich, unsittlich’, sowie langobard. arg. Ausgangspunkt ist die Bedeutung ‘feige’, in der germ. *arga- als arka bzw. arg ins Finn. und Estn. entlehnt wird. Für die Ausgangsbedeutung ‘feige’ spricht auch die etymologische Herleitung. Im Sinne von ‘angstbebend, zitternd’ gehört das Adjektiv zu ie. *ergh- ‘schütteln, erregen, beben’, Erweiterung der Wurzel ie. *er- ‘sich in Bewegung setzen, erregen’ (s. ↗reiten, ↗Ernst); vgl. griech. orché͞isthai (ὀρχεῖσθαι) ‘beben, hüpfen, tanzen’, aind. ṛghāyáti ‘bebt, tobt, rast’. Heute begegnet arg vornehmlich als Ausdruck der Verstärkung (eine arge Enttäuschung, es hat mich arg gefreut). Arg n. ‘Böses, Schlimmes, Falschheit’, nur noch in negativen Wendungen wie ohne Arg sein, kein Arg finden gebräuchlich. Ahd. arg bedeutet entsprechend dem Adjektiv (s. oben) ‘das (moralisch) Schlechte, Böse, Verworfenheit, Schlechtigkeit’ (9. Jh.), mhd. arc ‘Böses, Übel’, mnd. mnl. arch ‘Böses, Unheil, Bosheit, Schaden’. Arglist f. ‘Hinterlist, Heimtücke’, ahd. arglist ‘Arglist, Schlauheit, Bosheit’ (um 1000), mhd. arclist, dazu arglistig Adj. ‘hinterlistig, heimtückisch’, mhd. arclistec. Argwohn m. ‘Verdacht, Mißtrauen’, ahd. argwān (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwān; zum Grundwort s. ↗Wahn; davon abgeleitet argwöhnen Vb. (früher auch argwohnen) ‘Argwohn hegen, Schlimmes vermuten’, ahd. argwānen (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwœnen; argwöhnisch Adj. ‘mißtrauisch, voller Argwohn’, ahd. argwānig (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwœnec. verargen Vb. ‘übelnehmen’, mhd. verargen ‘arg werden’; vgl. mhd. argen ‘arg sein’. arglos Adj. ‘nichts Böses ahnend, ohne Argwohn, ahnungslos’ und Arglosigkeit f. (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ankreiden · ↗nachtragen · verargen · ↗verübeln · ↗übel nehmen  ●  ↗(jemandem etwas) übelnehmen  Hauptform · ↗verdenken (negativ oder in Frage)  floskelhaft · ↗krummnehmen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

es

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verargen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das kann einem auch heute so ergehen, und wenn so einer sich separiert, so sollte man es ihm nicht verargen.
konkret, 1981
Niemand von uns hat den Bayern verargt, daß sie sich dagegen schützen, von norddeutschen Schiebern ausgekauft zu werden.
Tucholsky, Kurt: Reisende, meidet Bayern! In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921]
Wer hätte es mir verargen können, wenn ich mich für fernere Zusammengehörigkeit bedankt hätte?
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Daß bei ihnen das Vergnügen nicht zu kurz kommt, wird man im Alter von 18 bis 24 Jahren stehenden jungen Leuten gewiß nicht verargen.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Die Betonung einer bestimmten eigenen religions-philosophischen Überzeugung kann ihm wohl nicht verargt werden.
o. A.: Einhundertfünfundsiebzigster Tag. Mittwoch, 10. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13251
Zitationshilfe
„verargen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verargen>, abgerufen am 19.10.2019.

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