verächtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungver-ächt-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›verächtlich‹ als Erstglied: ↗Verächtlichkeit · ↗Verächtlichmachung  ·  mit ›verächtlich‹ als Letztglied: ↗todesverächtlich · ↗unverächtlich
eWDG, 1977

Bedeutung

Verachtung ausdrückend, abfällig, abschätzig, geringschätzig
Beispiele:
ein verächtlicher Blick, ein verächtliches Gesicht, ein verächtlicher Mund
er sprach mit einem verächtlichen Ton in der Stimme
er wies unser Geschenk mit einer verächtlichen Handbewegung zurück
er verzog verächtlich grinsend seinen Mund
die Mundwinkel verächtlich herabziehen
er zuckte verächtlich die Achseln
jmdn. verächtlich ansehen, behandeln
»das wird viel wert sein«, sagte er verächtlich
deine Worte klingen boshaft und verächtlich
jmdn. verächtlich machen (= jmdn. herabsetzen, durch das, was man über ihn erzählt) (= bewirken, dass jmd. verachtet wird) (= jmdn. verleumden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
beißend · beleidigend · ↗ehrenrührig · ↗höhnisch · ↗kaustisch · kränkend · ↗sardonisch · ↗sarkastisch · ↗spöttisch · vernichtend · verächtlich · ↗wegwerfend
Assoziationen
Synonymgruppe
erbärmlich · ↗niederträchtig · ↗schandbar · ↗schnöde · ↗schändlich · ↗verachtenswert · verächtlich  ●  eine Schande  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abfällig · ↗abschätzig · ↗absprechend · abwertend · diskriminierend · ↗geringschätzig · ↗gleichgültig · ↗gnädig · ↗gönnerhaft · ↗herablassend · missbilligend · ↗missfällig · mit Verachtung · ↗naserümpfend · ↗respektlos · ↗verachtungsvoll · verächtlich · von oben herab  ●  ↗despektierlich  geh. · ↗pejorativ  fachspr., linguistisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achselzucken Bezeichnung Gebärde Grinsen Handbewegung Lächeln Schnauben Seitenblick Unterton abschätzig abtun abwinken ausspucken gemacht herabblicken herablassend herabschauen herabsehen höhnisch kräuseln machend mitleidig rümpfen schnauben schnaufen schürzen spucken spöttisch verziehen zucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›verächtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein gnädiger Gott war in seinen Augen ein verächtlicher Gott.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 272
Die türkische Regierung hat dafür nur ein verächtliches Schnauben übrig.
Der Tagesspiegel, 16.04.2002
Den Text möchten wir dann aber doch lieber nicht übersetzt haben - das klingt schon schwer verächtlich.
Die Welt, 24.11.1999
Ich aber halte dieses faule Hinnehmen, dieses schlappe Verkommen für verächtlich.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 350
Er warf mit einer kleinen verächtlichen Bewegung den Kopf zurück.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15144
Zitationshilfe
„verächtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/verächtlich>, abgerufen am 25.06.2019.

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