urwüchsig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungur-wüch-sig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›urwüchsig‹ als Erstglied: ↗Urwüchsigkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
unverfälscht natürlich, ursprünglich
Beispiele:
eine urwüchsige Landschaft
er bestaunte die urwüchsige Kraft des Elefanten
der teilweise noch urwüchsige Darßwald [Natur u. Heimat1962]
nicht gekünstelt, nicht geziert, etwas derb und drastisch
Beispiele:
er hat eine urwüchsige Sprache
die gedrückte Stimmung verflog, als Frau Gebauer und Irene über den urwüchsigen Humor der alten Genossin herzhaft lachen mußten [R. BartschGeliebt563]
2.
veraltend bodenständig
Beispiel:
Demnach konnte sich keine bürgerliche Bildung urwüchsig entfalten; was davon in Deutschland vorhanden war, kam aus dem Auslande [MehringDt. Geschichte74]

Thesaurus

Synonymgruppe
kernig · ↗naturbelassen · ↗naturgemäß · ↗natürlich · ↗ungekünstelt · urwüchsig  ●  ↗urchig  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
bodenständig · ↗gehörig · ↗kernig · ↗rustikal · ↗urig · urwüchsig · ↗zünftig  ●  ↗waschecht  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Garten Gegend Gestalt Humor Klang Kraft Landschaft Natur Schönheit Talent Wald knorrig wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›urwüchsig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er zählt zwar 65 Jahre, aber urwüchsige Kraft steckt in seiner kleinen Gestalt.
Die Zeit, 26.05.1967, Nr. 21
Je weiter man stadtauswärts marschiert, umso urwüchsiger wird die Natur.
Bild, 13.05.2000
Der Gedanke der Obligation durch Kontrakt war den urwüchsigen Rechten gänzlich fremd.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 416
Dieser urwüchsige oder auch primitive Geschlechterstaat war arm an politischen Institutionen.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25350
Bei ihm hatte die Beschneidung der freien Äußerung der urwüchsigen Triebe einen anderen Charakter.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 903
Zitationshilfe
„urwüchsig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/urwüchsig>, abgerufen am 19.07.2019.

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