unzufrieden

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-zu-frie-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unzufrieden‹ als Grundform: ↗Unzufriedenheit
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht zufrieden
Beispiele:
mit einer Sache, jmdm. unzufrieden sein
der Lehrer war unzufrieden mit den Leistungen der Schüler
ein unzufriedenes (= missmutiges) Gesicht machen
unzufrieden aussehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede, Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter ↗frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Genitiv Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dativ und Akkusativ Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nominativ und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionär Busen-Mädchen Bürger Einzelhändler Ersatzspieler Fahrgast Kunde Ostdeutsche Reservist SPD-Wähler Wähler dennoch enttäuscht frustriert gar gleichermaßen höchst mürrisch notorisch sehr sichtlich trotzdem ungeduldig unglücklich unruhig unzufrieden zeigen zutiefst äußern äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unzufrieden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur eine Frau ist unzufrieden, ein Mann ist nicht zufrieden.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 79
Wer regelmäßig Cannabis konsumiere, sei mit dem eigenen Leben unzufriedener.
Die Welt, 29.06.2004
Heute bin ich unzufriedener mit unserer Regierung als je zuvor.
Der Tagesspiegel, 08.08.2002
Wenn Du eben hier wärst, dann wärst Du sicher auch mit mir unzufrieden, weil ich davon nichts wissen möchte.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 03.05.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mein Mann war sehr unzufrieden, da er sich eine Tochter gewünscht hatte.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 839
Zitationshilfe
„unzufrieden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unzufrieden>, abgerufen am 21.05.2019.

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