unverdrossen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ver-dros-sen
Wortbildung mit ›unverdrossen‹ als Grundform: ↗Unverdrossenheit
eWDG, 1976

Bedeutung

unermüdlich, emsig und ohne Anzeichen von Ärger oder Verdruss
Beispiele:
trotz vieler Hindernisse arbeitete er unverdrossen weiter an seinem Projekt
unverdrossen etw. fortsetzen
freudige, unverdrossene Gesichter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

verdrießen · verdrossen · unverdrossen · verdrießlich · Verdrießlichkeit · Verdruß · Überdruß · überdrüssig
verdrießen Vb. ‘Ärger bereiten, mißmutig machen’, ahd. firthrioʒan (11. Jh.; vgl. irthrioʒan, 9. Jh., zithrioʒan, um 900), mhd. verdrieʒen, mnd. vordrēten, mnl. nl. verdrieten, Präfixbildung zu dem untergegangenen Simplex mhd. drieʒen ‘drängen, treiben, drohen’; vgl. asächs. āthriotan ‘verdrießen’, aengl. (ā)þrēotan ‘ermüden, überdrüssig werden, verdrießen’, anord. þrjōta ‘aufhören, ermangeln, mißlingen’, schwed. tryta ‘mangeln, fehlen, ausgehen’, got. usþriutan ‘beschwerlich fallen’ (germ. *þreutan ‘bedrücken, ermüden’). An außergerm. Verwandten sind heranzuziehen lat. trūdere ‘stoßen, drängen’, lit. triū̃sas ‘mühevolle Arbeit’, triū̃sti ‘arbeiten’, aslaw. trudъ ‘Mühe, Anstrengung, das Erarbeitete, Besitz’, truditi sę ‘sich mühen, bemühen, arbeiten’, russ. trud (труд) ‘Mühe, Arbeit’, trudít’sja (трудиться) ‘sich mühen’, so daß ie. *treud- ‘quetschen, stoßen, drücken’ erschlossen werden kann, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)-, *treu- ‘reiben, drehend reiben, (reibend) durchbohren’ (s. ↗drehen). verdrossen Part.adj. ‘mißmutig, mürrisch, lustlos’, mhd. verdroʒʒen, auch ‘träge’, mit dem Antonym unverdrossen Part.adj. ‘unermüdlich, emsig und ohne Anzeichen von Ärger oder Verdruß’, mhd. unverdroʒʒen. verdrießlich Adj. ‘schlechtgelaunt, mißmutig, ärgerlich, mürrisch, unangenehm’ (15. Jh.); vgl. mnd. vordrēt(e)līk; Verdrießlichkeit f. mhd. verdrieʒlīcheit. Verdruß m. ‘Ärger, Mißmut, Unzufriedenheit’, mhd. verdrōʒ (neben verdrieʒ), ahd. firthrōʒ (9. Jh.) sowie ahd. urthrioʒ (9. Jh.), mhd. urdruʒ ‘Überdruß, Unlust, Ekel’. Überdruß m. ‘durch Übersättigung hervorgerufene Abneigung, Widerwille’ (16. Jh.); vgl. daneben frühnhd. überdrieß, überdrutz (16. Jh.), mhd. überdrōʒ. überdrüssig Adj. ‘Überdruß empfindend, satt, müde, leid’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdauernd · ↗beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konstant · ↗standhaft · steif und fest (behaupten) · ↗unablässig · ↗unbeirrt · ↗unentwegt · ↗unermüdlich · unverdrossen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) pudelwohl (fühlen) · ↗aufgeräumt · ↗ausgelassen · beglückt · ↗beschwingt · erheitert · ↗fidel · freudig erregt · ↗froh gelaunt · ↗frohgemut · ↗fröhlich · ↗gutgelaunt · ↗heiter · immer munter · ↗launig · ↗lustig · ↗munter · unverdrossen · ↗vergnügt · voller Freude · wild vergnügt · wildvergnügt · ↗wohlgelaunt · wohlgestimmt  ●  frisch, fromm, fröhlich, frei  veraltend, selten · ↗gut gelaunt  Hauptform · ↗bumsfidel  derb · ↗freudetrunken  geh., altertümelnd · frohen Mutes  geh. · gut aufgelegt  ugs. · gut drauf  ugs. · guter Dinge  geh. · ↗mopsfidel  ugs. · ↗quietschfidel  ugs. · von Freudigkeit erfüllt  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
einfach nicht aufhören (zu) · einfach weiter · ↗fröhlich (weiter) · immer munter · ↗lustig (weiter...) · ↗munter (weiter...) · ↗ungeniert · unverdrossen  ●  frisch, fromm, fröhlich, frei  veraltend
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unverdrossen fuhr er fort, sich für einen guten Schauspieler zu halten.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 139
Unverdrossen übt sich Kurt Jara in der Kunst des Schönredens.
Der Tagesspiegel, 27.01.2002
Gestern, auf dem Weg zur Arbeit, kündigten sie im Radio unverdrossen einen "sonnigen Tag" an.
Bild, 17.09.1999
Emsig und unverdrossen hatten wir den ganzen Vormittag über in Staub und Zug gearbeitet.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Und ich schreite unverdrossen auf die beiden zu, eine dämliche Frage auf den Lippen, alles in Ordnung?
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 151
Zitationshilfe
„unverdrossen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unverdrossen>, abgerufen am 22.05.2019.

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