unterstellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungun-ter-stel-len (computergeneriert)
Wortzerlegungunter-stellen
Wortbildung mit ›unterstellen‹ als Erstglied: ↗Unterstellmöglichkeit · ↗Unterstellraum · ↗Unterstellung1 · ↗Unterstellung2
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
stellte unter, ›hat‹, untergestellt
1.
sich zum Schutz vor Regen, Unwetter unter ein schützendes Dach stellen
Beispiele:
sich bei heftigem Regen in einem Hauseingang, unter einem Dachvorsprung unterstellen
stell dich irgendwo unter, wenn es regnen sollte!
etw. unterstellen
Beispiel:
ich hatte das Fahrrad unter einem Schutzdach, Baum untergestellt, bis es aufhörte zu regnen
2.
etw. zur Aufbewahrung vorläufig unterbringen, einstellen
Beispiele:
seine Möbel bei jmdm. unterstellen
der Handwagen ist im Schuppen untergestellt
er hat seinen Wagen auf jmds. Grundstück, in jmds. Garage untergestellt
3.
umgangssprachlich etw. unter etw. stellen
Beispiel:
der Hahn tropfte, ich habe ein Gefäß untergestellt
II.
unterstellte, ›hat‹, unterstellt
1.
jmdn., etw. jmdm., einer Institution unterstellenjmdn., etw. jmdm., einer Institution dienstlich unterordnen
Beispiele:
jmdm. ein Sachgebiet, eine Abteilung unterstellen
diese Heime, Betriebe sind den Räten der Stadtbezirke direkt unterstellt
er wurde dem Direktor direkt unterstellt
die Mitarbeiter sind der Werkleitung unmittelbar unterstellt
2.
jmdm. etw. unterstellenvon jmdm. in böser Absicht etw. Falsches behaupten, jmdm. etw. unterschieben
Beispiele:
jmdm. eine böse Absicht, schlechte Gedanken, Motive, Beweggründe unterstellen
wie können Sie mir unterstellen, dass ich so etwas getan habe!
3.
etw. (vorläufig) als möglich annehmen
Beispiele:
wir wollen einmal unterstellen, dass die Angaben richtig sind
hier ist stillschweigend unterstellt, daß sich alle natürlichen Qualitäten auf physikalische Qualitäten reduzieren lassen [KlausKybernetik509]

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Schuld geben (an) · (die) Schuld zuweisen · ↗(jemandem etwas) anlasten · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem etwas) zur Last legen · ↗(jemanden) verdächtigen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
davon ausgehen · ↗erwarten · unterstellen · ↗voraussetzen
Assoziationen
  • (wir) wolln's hoffen · (wir) wolln's mal hoffen · das erwarte ich (auch)! · das will ich (doch) hoffen!  ●  das will ich (aber) auch hoffen!  ugs. · das will ich (auch) schwer hoffen!  ugs. · na hoffentlich!  ugs.
Synonymgruppe
(probeweise) annehmen · (versuchsweise) davon ausgehen, dass · unterstellen
Synonymgruppe
(etwas) abwälzen auf · ↗(jemandem etwas) unterjubeln · ↗(jemandem etwas) unterschieben · (jemandem etwas) unterstellen  ●  (jemandem etwas) in die Schuhe schieben  fig. · (jemandem etwas) unter die Vorhaut jubeln  derb, selten
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) annehmen · (etwas) unterstellen · ungeprüft voraussetzen  ●  einfach behaupten  ugs.
Assoziationen
  • (sich etwas) ausdenken · in Umlauf bringen · in die Welt setzen (Gerücht) · unter die Leute bringen · ↗verbreiten  ●  (sich) Geschichten ausdenken  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · ↗schmähen · ↗verhöhnen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absicht Ambition Antisemitismus Aufsicht Befehl Berechnung Böswilligkeit Doping Generalstab Innenministerium Justizministerium Kalkül Kommando Kontrolle Kritiker Manipulation Ministerium Motiv Neigung Oberbefehl Oberkommando Prognose Streitkraft Terminhandel Verteidigungsministerium Vorsatz getrost herauslösen man pauschal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterstellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings wollte sie nicht so weit gehen, eine absichtliche kriminelle Handlung zu unterstellen.
Die Welt, 11.03.2005
Bisher unterstelle ich noch nicht, dass jemand die Verfassung brechen will.
Der Tagesspiegel, 06.08.1999
Also waren diese Männer von dem Zeitpunkt an, da Sie Ihr Amt in Wien antraten, Ihnen unterstellt, nicht wahr?
o. A.: Einhundertneununddreißigster Tag. Montag, 27. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 29454
Unmittelbar war er ihm nicht unterstellt, das kann ich nicht mehr genau sagen.
o. A.: Einhundertzweiter Tag. Montag, 8. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17255
Wir haben den besten Willen, nichts zu verschleppen; das können Sie ohne weiteres unterstellen.
o. A.: Achtundachtzigster Tag. Freitag, 22. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15947
Zitationshilfe
„unterstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unterstellen>, abgerufen am 23.02.2019.

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