unterminieren

GrammatikVerb · unterminierte, hat unterminiert
Aussprache
Worttrennungun-ter-mi-nie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortzerlegungunter-minieren
Wortbildung mit ›unterminieren‹ als Erstglied: ↗Unterminierung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. unterminierenunter etw. Sprenglöcher anlegen und es so zur Sprengung vorbereiten
Beispiele:
die feindliche Stellung, einen Berg, ein Bauwerk unterminieren
Sie unterminieren Felsen am Rheinufer [BredelFünfzig Tage129]
2.
übertragen etw. (mit Absicht) langsam, unmerklich zerstören, zerrütten, etw. untergraben
Beispiele:
jmds. Ansehen, Vertrauen, Stellung unterminieren
Auch in Zukunft werden wir den imperialistischen Versuchen ... bei uns einzudringen und unsere sozialistische Gesellschaftsordnung zu unterminieren, entschieden entgegentreten [Einheit1970]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mine · minieren · unterminieren
Mine f. ‘Bergwerk, Erzgang, Sprengkörper, Bleistift- oder Kugelschreibereinlage’. Für afrz. frz. mine ‘Erz-, Kohlengang’ ist, da die Verbreitung des Wortes im roman. Sprachraum vom Galloroman. ausgeht, Herkunft aus dem Kelt. wahrscheinlich; vorauszusetzen wäre gall. *mīna, das sich mit air. mian, mēin, kymr. mwyn ‘Erz’ in einer älteren kelt. Form *meina ‘rohes Metall’ vereinigen läßt. Nach der Erfindung des Pulvers bezeichnet frz. mine auch die unterirdischen Gänge für Sprengladungen bei Belagerungen sowie den in diesen Gängen angebrachten Sprengsatz und schließlich einen explosiven Sprengkörper überhaupt. In diesen Verwendungen wird Mine gegen Ende des 16. Jhs. in die dt. Militärsprache aufgenommen. Erst nach der Mitte des 17. Jhs. ist auch die ältere Bedeutung ‘Erzgang, -grube’ im Dt. nachzuweisen, besonders in Komposita wie Erz-, Gold-, Kupfer-, Silbermine. Der übertragene Gebrauch des Wortes für ‘Bleistift- und Kugelschreibereinlage’ begegnet im 19. bzw. 20. Jh. minieren Vb. ‘unterirdische Stollen oder Gänge graben’ (Anfang 17. Jh.), aus gleichbed. frz. miner. Häufiger ist dazu gebildetes unterminieren Vb. ‘Gänge graben, Sprenglöcher anlegen, Sprengkörper auslegen’ (17. Jh.), das neben älteres untergraben tritt und dieses (zumal in militärischer Fachsprache) ablöst.

Thesaurus

Synonymgruppe
aushöhlen · ↗untergraben · ↗unterhöhlen · unterminieren · ↗zersetzen  ●  erodieren lassen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreckung Akzeptanz Autorität Bemühung Errungenschaft Friedensprozeß Fundament Gefüge Geldpolitik Geschlossenheit Glaubwürdigkeit Grundlage Integrität Korruption Legitimität Machtposition Moral Position Rechtsstaat Selbstbewußtsein Souveränität Staatsmacht Stabilität Stellung Unabhängigkeit Vertrauen Wettbewerbsfähigkeit Widerstandskraft Zusammenhalt schwächen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterminieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dies, so die Autoren, unterminiere wiederum die Unterstützung der Bürger von Reformen.
Die Welt, 24.11.2005
Unterminiert die strikte Begrenzung auf einen Monat die Mission nicht viel mehr?
Der Tagesspiegel, 08.09.2001
Dadurch ist die verantwortliche Kraft der politischen Führungen aber nicht nachhaltig unterminiert.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 170
Offen gesagt, das Angebot des Bundeskanzlers unterminiere die gemeinsame Arbeit, die bisher geleistet wurde.
Nr. 415: Telefongespräch Kohl mit Gorbatschow vom 7. September 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 7886
Zitationshilfe
„unterminieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unterminieren>, abgerufen am 19.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Untermietverhältnis
Untermietsverhältnis
Untermieterin
Untermieter
Untermiete
Unterminierung
untermischen
Untermischung
untermotorisiert
untern