unterjochen

GrammatikVerb · unterjochte, hat unterjocht
Aussprache
Worttrennungun-ter-jo-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungunter-jochen
Wortbildung mit ›unterjochen‹ als Erstglied: ↗Unterjochung
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn., ein Land mit militärischer Gewalt unter seine Herrschaft bringen und unterdrücken, jmdn., etw. knechten
Beispiele:
die römischen Eroberer unterjochten die germanischen Stämme
Sie führen Kriege, den Profit zu mehren, fremdes Volk zu unterjochen [TollerMaschinenstürmerII 2]
oft im Part. Prät.
Beispiel:
kolonial unterjochte Völker, Länder
jmdn., etw. unterdrücken
Beispiel:
Ihr Frauen, unterjocht und untertan, / Brecht auf, ihr Frauen, aus dem engen Geschlecht! [HasencleverAntigoneIII 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Joch · unterjochen · Jochbein
Joch n. ‘Teil des Geschirrs für Rinder, das über Stirn oder Nacken liegt, ein Gespann Ochsen, schwere Last’, ahd. joh (8. Jh.), mhd. joch, asächs. juk, mnd. juk, jok, mnl. joc, nl. juk, aengl. geoc, engl. yoke, anord. schwed. ok, got. juk, germ. *juka- entspricht genau aind. yugám ‘Joch, Gespann, Geschlecht, Generation’, lat. iugum, griech. zygón (ζυγόν) ‘Joch, Gespann, Morgen Land, Querbalken, Ruderbank’, aslaw. igo, russ. ígo (иго) ‘Joch’. Sie führen auf ie. *i̯ugom ‘Joch’, eigentlich ein Nomen agentis (‘das Verbindende’) zur g-Erweiterung der Wurzel ie. *i̯eu- ‘verbinden, anschirren’, zu der auch (mit Nasalinfix) lat. iungere ‘verbinden, vereinigen’ (s. ↗Junktim) sowie aind. yṓga- ‘Anschirrung, Unternehmung’ (s. ↗Joga) gehören. Joch wird bereits früh (z. B. in den oben genannten ie. Sprachen) übertragen auf die Tiere, die unter ihm gehen (‘Gespann’), auf die Ackerfläche, die sie an einem Tag pflügen, auf ein ‘Querholz’, einen ‘Querbalken’ (vgl. Brückenjoch), auf den ‘Gebirgskamm, Paß’ zwischen zwei Gipfeln (vgl. Bergjoch) und besonders auf die durch Pflichten oder Unterwerfung auferlegte ‘Bürde, Last’, also auch auf jede Art von ‘Unterdrückung, Fremdherrschaft’. unterjochen Vb. ‘unterdrücken’ (16. Jh.), zu Joch im Sinne von ‘Zwang, Unterdrückung’. Jochbein n. paariger Gesichtsknochen bei Menschen und Säugetieren, der Oberkiefer und Stirn verbindet (18. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
kleinhalten · ↗knebeln · ↗knuten · ↗unterdrücken · unterjochen · ↗versklaven  ●  ↗opprimieren  geh., veraltet, lat. · ↗unterbuttern  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Menschheit Nachbar Nation Volk ausbeuten erobern unterdrücken unterwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unterjochen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ignoranten lassen sich leichter unterjochen als Bürger, die gelernt haben, selbstständig zu denken.
Die Welt, 18.11.2003
Eine Frau handelt gefühlsmäßig, das heißt ohne nachzudenken, so jemanden darf man unterjochen.
Die Zeit, 19.06.1987, Nr. 26
Dieser fremde Stamm hat das deutsche Volk unterjocht und saugt sein Mark aus.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 301
Wir haben die größte Naturgewalt der Erde unterjocht, ihr Wesen und Wirken gründlich erforscht.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 625
Wehe aber, wenn er zu ihrem Herrn wird und unterjocht, dann ist »Sie« indiskutabel, verabscheuungswürdig - unmöglich.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16798
Zitationshilfe
„unterjochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unterjochen>, abgerufen am 23.05.2019.

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