unten

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungun-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unten‹ als Erstglied: ↗untenbenannt · ↗untendran · ↗untenerwähnt · ↗untengenannt · ↗untenliegend · ↗untenstehend
eWDG, 1976

Bedeutung

bezeichnet im Verhältnis zu einem Bezugspunkt eine vertikal tiefere Lage
Gegenwort zu oben
a)
Beispiele:
der Ort tief, weit, dort unten im Tal
die Flasche steht links unten im Schrank
sie wollten die Treppe nicht hinaufsteigen und blieben, warteten unten
deine Freunde sind, stehen unten (vor der Haustür, vor dem Haus)
jetzt sind wir unten, ist der Fahrstuhl unten (angelangt)
sie wohnen unten (im Haus) (= im Erdgeschoss)
vergleiche Seite 20 unten! (= siehe, vergleiche die untere Hälfte der Seite 20!)
bildlich
Beispiele:
salopp oben hui, unten pfui (= hinter einem aufgeputzten Äußeren verbirgt sich Liederlichkeit)
umgangssprachlich er wusste nicht mehr, was oben und unten war (= war völlig in Verwirrung geraten)
umgangssprachlich sie hatte alles von oben nach unten, von unten nach oben gekehrt (= hatte alles durcheinandergebracht)
umgangssprachlich das Kind war von oben bis unten (= völlig, ganz) bespritzt
umgangssprachlich er sah mich von oben bis unten (= prüfend) an
umgangssprachlich im Süden
Beispiele:
der Ort liegt ganz unten auf der Landkarte
sie blieben im Urlaub vier Wochen dort unten
übertragen
Beispiel:
salopp bei jmdm. unten durch sein (= sich bei jmdm. alle Sympathien verscherzt haben)
b)
im folgenden Text, auf den folgenden Seiten in diesem Buch, Heft
Beispiel:
weiter unten im Buch ist darauf verwiesen
c)
DDR
Beispiele:
die Initiative von unten (= die Initiative aus der Bevölkerung) fördern
den Grundsatz der Kritik von unten verwirklichen
so gibt es doch bereits gute Beispiele der Initiative von unten in den Schulen und den Klubs junger Techniker [Urania1962]
An diese »Literatur von unten« glauben wir [BecherinTradition91]
d)
Beispiele:
er hat ganz unten (= in seinem Beruf in untergeordneter Stellung) angefangen
fangen Sie nur ruhig ganz unten an und versuchen Sie, sich allmählich heraufzuarbeiten [KafkaAmerika126]
in der gesellschaftlichen Rangordnung in der niedrigsten Stellung befindlich, niedrigen Standes
Beispiele:
die, welche unten geboren waren, ohne Privileg [Feuchtw.Füchse278]
ich stamme von unten. Ich habe nicht immer an solchen Tischen gesessen [BrechtDreigroschenroman477]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

unten Adv. ‘in der Tiefe, an tiefer gelegener Stelle’, auch ‘später, weiter hinten (in einem Text), in untergeordneter Stellung’, mhd. unden(e), mnd. undene (vereinzelt stehendes ahd. untana bzw. untan ist unklar) ist eine (mit Ausnahme von anord. undan Adv. Präp. ‘fort von, weg, von unten’) nur im Dt. entwickelte, zunächst die Herkunftsrichtung, dann die Reihenfolge angebende Adverbialbildung mit dem Suffix -ana zur Präposition ↗unter (s. d.), während in den übrigen germ. Sprachen die Präposition zugleich für das Adverb steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
am Boden · ↗darunter · ↗herunten · in der Tiefe · tief gelegen · unten · ↗unterhalb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abrunden anfangen angegeben ankommen aufgeführt dahaben drinstehen drücken durchbrechen gerichtet gezogen hängend korrigieren korrigiert liegend rangieren rauschen rauskommen reinrutschen revidieren revidiert rutschen sacken schimmern schrauben sehen stehend weisend weitersehen wohnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unten‹.

Zitationshilfe
„unten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unten>, abgerufen am 23.07.2019.

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