unsterblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-sterb-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›unsterblich‹ als Erstglied: ↗Unsterblichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Religion nach dem Tode fortlebend
Beispiel:
die unsterbliche Seele des Menschen
gehoben, übertragen unvergänglich im Gedenken der Menschen fortlebend, unvergesslich
Beispiele:
die unsterblichen Dichter, Klassiker
der unsterbliche Beethoven
die unsterblichen Werke Mozarts
seine Schöpfungen sind unsterblich
2.
adverbiell
umgangssprachlich, scherzhaft überaus, sehr, in höchstem Grade
Beispiele:
jmdn., sich unsterblich blamieren
sich unsterblich langweilen
sie hat sich unsterblich in ihn verliebt
er hat sich unsterblich lächerlich gemacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
langlebig · ↗unauslöschlich · ↗unausrottbar · unsterblich · ↗unvergänglich · ↗zählebig  ●  Totgesagte leben länger.  sprichwörtlich · (sich) lange halten  ugs. · nicht kaputtzukriegen  ugs., fig. · nicht totzukriegen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blamage Geliebte Glühbirne Gott Göttin Heldentat Hit Klassiker Krebszelle Liebespaar Meisterwerk Melodie Märtyrer Pollux Ruhm Seele Verdienst Vers Zeile Zerstörer blamieren geschlechtslos immateriell quasi sterblich unkörperlich unvergeßlich unvergänglich unverletzlich verlieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unsterblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hatte ich mich aber bereits unsterblich in ihn verliebt.
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2002
Geliebt haben sie sich, aber unsterblich ineinander verliebt waren sie nie.
Der Tagesspiegel, 20.11.1996
Lehrt uns, wir bitten herzlich darum, mit euch unsterblich zu bleiben.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 161
Künstler schufen unsterbliche Werke, in denen diese Sehnsucht nach Einheit verkörpert war und die alle Zeiten überdauert haben.
o. A.: Kundgebung in Prachatitz: Feierliche Eingliederung des Böhmerwaldgebietes in den Gau "Bayerische Ostmark" der NSDAP, 22.01.1939
Die Sprache ist das unsterbliche Gut eines Volkes, und ohne Übertreibung darf man sagen, die Pflege der Sprache ist nationale Pflicht.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3104
Zitationshilfe
„unsterblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unsterblich>, abgerufen am 17.10.2019.

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