ungeschliffen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-ge-schlif-fen
Wortbildung mit ›ungeschliffen‹ als Grundform: ↗Ungeschliffenheit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Beispiel:
ein ungeschliffener (= nicht geschliffener) Diamant
2.
übertragen ohne gute Manieren, ohne Feingefühl im Verhalten, Benehmen gegenüber anderen
Beispiele:
ein ungeschliffener Bursche
umgangssprachlich ein ungeschliffener Kerl
ein ungeschliffenes Benehmen (= ein unkultiviertes Benehmen)
ungeschliffene Manieren

Thesaurus

Synonymgruppe
abweisend · ↗barsch · ↗brüsk · ↗derb · ↗flegelhaft · ↗forsch · ↗grob · ↗grobklotzig · ↗grobschlächtig · ↗gröblich · kurz angebunden · ↗rau · ↗raubeinig · ↗rauborstig · ↗ruppig · ↗rüde · ↗rüpelhaft · ↗schroff · uncharmant · ↗unflätig · ↗unfreundlich · ↗ungalant · ↗ungehobelt · ungeschliffen · ↗unhöflich · ↗unsanft · ↗unwirsch · ↗unzivilisiert · wenig galant · ↗wirsch  ●  ↗bärbeißig  fig. · nicht (gerade) die feine englische Art  fig. · ↗hantig  ugs., bair. · ↗harsch  geh. · hau-drauf-mäßig  ugs. · in Wildwest-Manier  ugs. · ↗nassforsch  geh. · ↗pampig  ugs. · raubauzig  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rustikal  ugs., scherzhaft-ironisch · wie die Axt im Walde  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anmaßend · ↗dreist · ↗flapsig · ↗respektlos · ↗rücksichtslos · ↗salopp · schlecht erzogen · ↗unangemessen · ↗unanständig · ↗unartig · ↗unflätig · ↗ungebührend · ↗ungebührlich · ↗ungehobelt · ↗ungehörig · ungeschliffen · ↗ungesittet · ↗ungezogen · ↗unhöflich · ↗unmanierlich · ↗unverfroren · ↗unverschämt  ●  ↗frech  Hauptform · ↗präpotent  österr. · ↗dreibastig  ugs., regional · einen Ton am Leib (haben)!  ugs. · frech wie Dreck  ugs. · ↗impertinent  geh. · ↗kodderig  ugs. · ↗koddrig  ugs. · kotzbrockig  derb · ↗nassforsch  ugs. · ↗nickelig  ugs. · ↗pampig  ugs. · ↗patzig  ugs. · ↗rotzfrech  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rotznäsig  ugs. · ↗schnodderig  ugs. · ↗unbotmäßig  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(darauf) kann man (nach Rom) reiten · (durch Gebrauch) abgestumpft · ungeschliffen  ●  ↗stumpf  Hauptform

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich 17 war, schrieb er, ich sei unbesonnen, herrisch, nachlässig, in höchstem Grade unfolgsam, grob, eckig, ungeschliffen, ungeheuer faul und eigensinnig eitel auf Lumpen.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2002
Nicht alles wirkt mehr so ungeschliffen wie in den Anfangstagen.
Der Tagesspiegel, 09.05.2004
Und wo du ihn suchtest, stand ein ungeschliffener borstiger Unternehmer.
Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 190
Die knallende Melodik und der bewusst ungeschliffen und primitiv belassene Orchesterklang suggerieren die Nachahmung echten, bäuerlichen Lebens.
Fath, Rolf: Werke - C. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 421
Was nützen alle hervorragenden Wesensvorzüge eines Menschen, wenn ihr Glanz durch eine rauhe, ungeschliffene trübe Schale beeinträchtigt wird?
Gratiolet, K. [d.i. Struppe, Karin]: Schliff und vornehme Lebensart. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 21669
Zitationshilfe
„ungeschliffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ungeschliffen>, abgerufen am 20.05.2019.

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