unerschütterlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-er-schüt-ter-lich
formal verwandt miterschüttern
Wortbildung mit ›unerschütterlich‹ als Erstglied: ↗Unerschütterlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

durch nichts zu erschüttern, durch nichts in Frage zu stellen
Beispiele:
etw. ist das unerschütterliche Fundament von etw.
mit unerschütterlicher Ruhe, mit unerschütterlichem Gleichmut etw. hinnehmen
mein Vertrauen, meine Liebe zu ihm ist unerschütterlich
einen unerschütterlichen Glauben, Optimismus haben
ich habe die unerschütterliche Hoffnung, dass ...
er hatte den unerschütterlichen Willen, die Sache durchzukämpfen
ein unerschütterlicher (= unbeirrbarer) Kämpfer
jmdm. unerschütterlich vertrauen
unerschütterlich an jmdn., etw. glauben
etw. steht unerschütterlich fest
damit erklärte die Konferenz das Leninsche Prinzip der friedlichen Koexistenz ... zur unerschütterlichen Grundlage der Außenpolitik der sozialistischen Länder [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung14,247]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

erschüttern · unerschütterlich
erschüttern Vb. ‘in heftig bebende, rüttelnde Bewegung versetzen, zutiefst ergreifen, stark erregen’. Im Frühnhd. (16. Jh.) als Intensivum zu dem Anfang des 18. Jhs. untergegangenen Verb erschütten, ahd. irscutten (um 800), mhd. erschütten ‘schütteln, erschüttern’ gebildet, einer präfigierten Verstärkung von ↗schütten (s. d.) in dessen alter Bedeutung ‘schütteln, heftig hin und her bewegen’. Oft in übertragenem Sinne von seelischer Bewegung, daher häufig in den Partizipialformen erschütternd und erschüttert. unerschütterlich Adj. ‘nicht zu erschüttern, fest’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Ritter) ohne Furcht und Tadel · ↗charakterfest · ↗charakterstark · ↗geradlinig · ↗gradlinig · ↗unbeirrbar · unerschütterlich
Assoziationen
Synonymgruppe
felsenfest · sehr fest · unerschütterlich · ↗unnachgiebig  ●  ↗eisern  fig. · ↗ehern  geh., altertümelnd, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
gefasst · ↗gleichmütig · ↗kaltblütig · ↗kühl · ↗nervenstark · nicht aus der Ruhe zu bringen · ↗ruhig · ↗seelenruhig · ↗stoisch · ↗unaufgeregt · unerschütterlich · ↗ungerührt  ●  ohne mit der Wimper zu zucken  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
beharrlich · gegen alle Widerstände · ↗kompromisslos · ↗konsequent · ↗standfest · ↗standhaft · ↗unbeirrbar · ↗unbeirrt · ↗unbeugsam · unerschütterlich · ↗unnachgiebig · ↗unverrückbar  ●  Fels in der Brandung  fig. · ↗straight  engl.
Assoziationen
  • (der) tragende Grund  fig. · (die) tragenden Säulen  fig. · ↗Eckpfeiler  fig. · ↗Fundament  fig. · ↗Grundfeste  fig. · ↗tragen(d sein)  fig.
  • (Ritter) ohne Furcht und Tadel · ↗charakterfest · ↗charakterstark · ↗geradlinig · ↗gradlinig · ↗unbeirrbar · unerschütterlich
  • (sich) (selbst) treu bleiben · bei seinen Überzeugungen bleiben · der bleiben, der man ist · nicht einknicken · seinen Überzeugungen treu bleiben · standhaft bleiben · zu seinen Überzeugungen stehen  ●  (sich) nicht verbiegen (lassen)  fig. · Rückgrat beweisen  fig. · Rückgrat haben  fig., variabel · Rückgrat zeigen  fig. · ↗standfest (sein)  fig. · aufrechter Gang  geh., fig., variabel
  • (sich) selbst treu bleiben · bei seinen Überzeugungen bleiben  ●  Rückgrat beweisen  fig. · (sich) nicht verbiegen lassen  ugs. · der bleiben, der man ist  ugs.
  • (etwas) unbeirrt fortsetzen · (jemanden) nicht anfechten · (sich) nicht abbringen lassen (von) · (sich) nicht beirren lassen · (unbeirrt) weitermachen wie bisher · ↗aufrechterhalten · bleiben bei · dabei bleiben · fest im Blick behalten · festhalten an · nicht abgehen von · nicht ablassen von · nicht aus den Augen verlieren · standhaft bleiben  ●  (sich) nicht aus dem Konzept bringen lassen  fig. · Kurs halten  fig.
  • (an etwas) dranbleiben · (sich) nicht erschüttern lassen · ↗durchhalten · hart bleiben · nicht nachgeben · stoisch sein  ●  (die) Arschbacken zusammenkneifen  derb, Spruch, fig. · (die) Zähne zusammenbeißen  ugs., fig.
  • (sich) (selbst) treu bleiben  ●  (sich) nicht verbiegen (lassen)  fig. · Rückgrat haben  fig., variabel
  • ausdauernd · ↗beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konstant · ↗standhaft · steif und fest (behaupten) · ↗unablässig · ↗unbeirrt · ↗unentwegt · ↗unermüdlich · ↗unverdrossen
  • Nerven wie Drahtseile (haben) · ↗nervenstark (sein) · starke Nerven (haben)
  • auf seinem Standpunkt beharren · bei seiner Entscheidung bleiben · nicht nachgeben  ●  (sich) nicht erweichen lassen  fig. · hart bleiben  Hauptform, fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entschlossenheit Festigkeit Fortschrittsglauben Freundlichkeit Friedenswille Gelassenheit Geradeauslauf Gewißheit Glaube Glauben Gleichmut Gottvertrauen Lebensmut Loyalität Optimismus Optimist Selbstbewußtsein Selbstgerechtigkeit Selbstgewißheit Selbstsicherheit Selbstvertrauen Standhaftigkeit Treue Vertrauen Zuversicht scheinbar scheinend schier unerschüttert Überzeugung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unerschütterlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeder hat seinen unerschütterlichen Glauben, wie die klassischen Stücke „richtig“ gespielt werden.
Die Zeit, 25.09.1992, Nr. 40
Dieser unerschütterliche Glaube sei es gewesen, der Berge versetzt habe.
o. A.: Einunddreißigster Tag. Donnerstag, 10. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8280
Unerschütterlich ist sein Glauben an die nur verschütteten Kräfte seines Volkes.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 04.03.1938
Dem mystischen Sog des Todes widerstanden offenbar auch unerschütterliche Atheisten nicht.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 82
Unerschütterlich lächelte die Brunnenfigur mit dem zerschossenen Arm über die offenen Gräber.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 207
Zitationshilfe
„unerschütterlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unerschütterlich>, abgerufen am 23.05.2019.

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