unecht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-echt
Wortbildung mit ›unecht‹ als Grundform: ↗Unechtheit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ohne Steigerung
künstlich (dem Echten täuschend) nachgemacht, imitiert, falsch
Beispiele:
unechter Schmuck
unechte Edelsteine, Perlen
unechter Marmor
unechte Haare, Zähne
gefälscht
Beispiele:
unechte Banknoten
ein unechtes Gemälde
das Testament, der Brief erwies sich als unecht
2.
sich oder anderen vorgetäuscht
Beispiele:
unechte Liebe, Zuneigung, Begeisterung, Freude
ein unechtes Lächeln
Wie unecht war doch dieser Ton der Überlegenheit [UhseSöhne120]
3.
ohne Steigerung
Mathematik
Beispiel:
ein unechter Bruch (= gemeiner Bruch, dessen Zähler größer ist als sein Nenner)
4.
Chemie
Beispiel:
unechte Farben (= Farben, die gegen chemische und physikalische Beeinflussung nicht beständig sind)

Thesaurus

Synonymgruppe
erfunden · ↗falsch · gefälscht · unecht · ↗unrichtig · ↗unwahr  ●  getürkt  ugs.
Assoziationen
  • (alles vorher) abgesprochen · (im Vorhinein) abgestimmt · abgekartet · ausgekungelt · heimlich vereinbart · insgeheim verabredet
  • (bewusste) Falschmeldung  ●  Alternative Fakten  Zitat, Neologismus · ↗Fake News  Neologismus · Hoax  Neologismus, Jargon
Synonymgruppe
artifiziell · ↗falsch · ↗künstlich · nachgebildet · nicht echt · ↗pseudo... · ↗synthetisch · synthetisiert · unecht
Assoziationen
Antonyme
  • echt
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
aufgesetzt · gedrechselt · ↗gekünstelt · ↗geschwollen · ↗gespreizt · gestelzt · gewunden · ↗geziert · ↗künstlich · ↗manieriert · ↗schwülstig · ↗theatralisch · unecht · ↗unnatürlich · ↗überkandidelt  ●  ↗verquast  abwertend · ↗(übertrieben) bildungssprachlich  fachspr. · ↗affektiert  geh. · ↗artifiziell  geh. · ↗geschraubt  ugs. · ↗preziös  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitslos Arbeitslose Bausparer Datsche Depot Diamant Einbahnregelung Einbahnstraße Factoring Fraktionsbeitrag Karettschildkröte Korrespondent Korrespondenz Kuckucksuhr Mißtrauensvotum Notstand Perle Rückwirkung Schmuck Teilortswahl Urkunde Verflechtung Vermittlungsergebnis Vertrauensfrage Zeitmietvertrag Zweifamilienhaus anfühlen echt irgendwie verfälscht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unecht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese untergeschobenen Texte gelten bereits seit der Aufklärung als unecht.
Die Welt, 15.12.2004
Alle üben sich in der Kunst der vollkommen unechten Darstellung.
Der Tagesspiegel, 27.06.2003
Doch wenn man Worte darüber macht, wird alles Dasein unecht.
Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 8
Ein junges Mädchen an unserm Tisch, nicht unschön aber sehr unecht, spielte die schmachtende Dame.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 174
Der Vater ist unecht, unglaubwürdig, nicht-identisch "normal", das Kind wird echt, überzeugt und identisch "unnormal".
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 119
Zitationshilfe
„unecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unecht>, abgerufen am 21.06.2019.

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