unbequem

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-be-quem
Grundformbequem
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nicht bequem
Beispiele:
wir mussten in einer unbequemen Lage, Stellung verharren
unbequem liegen, sitzen
ein unbequemer Sessel, Stuhl
der Sitz war unbequem
unbequeme (= nicht passende) Schuhe tragen
ihre ebenso kostbare wie unbequeme Kleidung [Gesundheit1960]
2.
in Opposition zu anderen stehend und ihnen durch seine Meinung, sein Tun lästig fallend
Beispiele:
er war ein unbequemer Kritiker, Mahner
eine unbequeme Kritik, Meinung, Frage
unbequeme Wahrheiten
es ist unbequem zu widersprechen
er wurde ihnen unbequem
Habe jener unbequeme Untertan nicht ein Buch verfaßt, in welchem er die Insel »Utopia« als das Ideal einer staatlichen Gemeinschaft verherrliche? [ZuchardtNarr431]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bequem · unbequem · Bequemlichkeit · bequemen
bequem Adj. ‘angenehm, behaglich, träge’, ahd. biquāmi (9. Jh.), mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’, zu ahd. biqueman ‘passen, nützen’, nhd. ↗bekommen (s. d.); vgl. mnd. bequēme, bequāme, mnl. bequame, afries. biquām. Verwandt ist aengl. gecwēme. In der Bedeutung ‘träge, faul’ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Dazu unbequem Adj. ‘nicht angenehm’, ahd. unbiquāmi (9. Jh.), mhd. unbequæme. Bequemlichkeit f. mhd. bequæmelicheit zu mhd. bequæmelich Adj. ‘passend’. Dazu die Neubildung zum Adjektiv bequemen Vb. ‘anfügen, anpassen’ (15. Jh., zuerst transitiv, selten), seit dem 17. Jh. sich bequemen ‘sich fügen, sich bereit finden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
kritisch · unbequem · ↗ungelegen
Assoziationen
Synonymgruppe
eigenwillig · unangepasst · unbequem · ↗ungewohnt · ↗ungewöhnlich · ↗unkonventionell · ↗unorthodox · ↗unvertraut · ↗unüblich · wie man ihn nicht alle Tage trifft  ●  ↗kantig  fig. · mit Ecken und Kanten  fig. · ↗sperrig  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
leidig · ↗lästig · ↗misslich · nicht erwünscht · nicht wünschen · nicht wünschenswert · ↗schlecht · ↗schlimm · ↗schrecklich · störend · ↗unangenehm · unbequem · ↗unerfreulich · ↗unerquicklich · ↗unerwünscht · ↗ungeliebt · ↗ungut · ↗unliebsam · ↗unschön · ↗unwillkommen · wenig beneidenswert · ↗widrig · ↗ärgerlich  ●  ↗blöd (ärgerlich)  ugs. · ↗dumm (ärgerlich)  ugs. · etwas Dummes  ugs.
Assoziationen
  • (geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · ↗dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (so dumm) dich beißen doch die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · (so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich (Verstärkung)  ugs. · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • bedauerlich · ↗bedauernswert · ↗beklagenswert · ↗deplorabel · ↗desolat · ein Jammer (sein) · ↗jammerschade  ●  ↗betrüblich  geh. · ↗schade  ugs.
  • (einen) unschönen Verlauf nehmen · (etwas) nimmt Formen an... · es kommt zu Unerfreulichkeiten  ●  (sich) unerfreulich entwickeln  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenseiter Denker Frage Fragen Frager Fragesteller Gegner Holzbank Holzstuhl Kritiker Mahner Mahnerin Mittelplatz Mitwisser Querdenker Sitzposition Streiter Stuhl Störenfried Untergebener Verhandlungspartner Wahrheit Zeitgenosse anstrengend eigenwillig höchst lästig streitbar unpopulär äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbequem‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wird nicht nur das Telefonieren von unterwegs unbequemer, auch geht ein Stück Kultur verloren.
Der Tagesspiegel, 21.06.2000
Neben der unmittelbaren Schuld an dieser unbequemen Lage gibt es aber auch eine mittelbare Verantwortung.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.1995
Man kann die bequeme wie die unbequeme Lösung wählen, beides läßt sich gleich verantworten.
Løgstrup, K. E.: Pflichtenkollision. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26324
So unbequem brauchen wir es uns gar nicht zu machen!
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 405
Das Wort eignet sich so hübsch zum Wegfegen unbequemer Pläne.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4047
Zitationshilfe
„unbequem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unbequem>, abgerufen am 20.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
unbeobachtet
unbeobachtbar
unbenützt
unbenutzbar
unbenommen
Unbequemlichkeit
unberaten
unberechenbar
Unberechenbarkeit
unberechtigt