unbändig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungun-bän-dig
Wortbildung mit ›unbändig‹ als Erstglied: ↗Unbändigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

nicht zu bändigen, ohne Maß und Beschränkung
a)
ungebärdig, wild
Beispiele:
ein unbändiger Junge
jmd. hat ein unbändiges Temperament
ein unbändiges Pferd
unbändig umhertollen
Ferdinand, feurig, unbändig ... vor Leidenschaft blind [Erh. KästnerZeltbuch141]
b)
überaus stark, jedes Maß übersteigend
Beispiele:
mit unbändiger Kraft, Macht brach das Unwetter herein
einen unbändigen Hunger haben
jmdn. erfasst ein unbändiges Verlangen, eine unbändige Sehnsucht, Freude, Heiterkeit
etw. bereitet jmdm. ein unbändiges Vergnügen
in jmdm. steigt ein unbändiger Hass, Zorn auf
jmdn. packt eine unbändige Wut
adverbiell
sehr
Beispiele:
unbändig jubeln, jauchzen, lachen
ich habe mich unbändig gefreut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bändigen · unbändig
bändigen Vb. ‘zähmen, gehorsam machen’. Das Mitte des 16. Jhs. von frühnhd. bendig Adj. ‘gefügig, zahm’, mhd. bendec ‘festgebunden’ abgeleitete Verb (eigentlich ‘an einem Band halten’) gehört mit ↗Band n. zu ↗binden (s. d.). Das Adjektiv ist heute nur noch in unbändig Adj. ‘wild, ungebärdig, überaus’, mhd. unbendec ‘durch kein Band gehalten’ (von Tieren) bewahrt.

Thesaurus

Synonymgruppe
enthemmt · ↗hemmungslos · unbändig · ↗ungebärdig · ↗ungehemmt · ↗ungezügelt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drang Ehrgeiz Einsatzwillen Freiheitsdrang Freiheitsliebe Freiheitswille Gestaltungswille Gestaltungswillen Haß Kampfeswillen Kampfgeist Lebensfreude Lebenslust Lebenswille Lebenswillen Lust Machtwille Machtwillen Naturgewalt Neugier Siegeswille Siegeswillen Spielfreude Spiellust Spieltrieb Tatendrang Verlangen Wille Willenskraft Überlebenswille

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›unbändig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als das erste Erstaunen verarbeitet war, machte sich unbändiger Mut breit.
Die Welt, 11.11.2002
Es hat ihm immer wieder unbändige Freude gemacht, das rechte Wort zu finden.
Der Tagesspiegel, 03.11.2001
Sie bekam auf einmal eine unbändige Lust, das Meer zu sehen.
Pausewang, Gudrun: Die Wolke, Ravensburg: Maier 1989 [1987], S. 91
In meinem Herzen aber glühte nicht besonders viel mehr als eine unbändige Lust am Leben.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 189
Mit unbändiger Energie und praktischem Sinn hatte er sich emporgearbeitet.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 0
Zitationshilfe
„unbändig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/unbändig>, abgerufen am 17.06.2019.

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