umtun

GrammatikVerb · tat um, hat umgetan
Aussprache
Worttrennungum-tun (computergeneriert)
Wortzerlegungum-tun
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmdm., sich etw. umhängen, umlegen
Beispiele:
(jmdm.) einen Mantel, ein Tuch, eine Decke umtun
du solltest dir besser einen Wollschal umtun
sie hat sich [Dativ] eine Schürze umgetan (= umgebunden)
2.
sich in, nach etw. umtunetw. tun, unternehmen, um etw. zu erlangen oder ausfindig zu machen
a)
sich in etw. umtun
Beispiele:
sie hat sich in der Stadt, im Kaufhaus umgetan
sich in der Welt, im Leben umtun (= umsehen)
er hat sich ein wenig im Buchhandel, Kunsthandel umgetan (= sich etwas mit dem Buch-, Kunsthandel befaßt)
b)
sich nach etw., jmdm. umtunsich nach etw., jmdm. erkundigen, sich um etw., jmdn. bemühen
Beispiele:
sich nach Konzertkarten umtun
sie hat sich nach einer Haushaltshilfe umgetan
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tun · tunlich · betulich · Tunichtgut · abtun · antun · umtun · vertun · zutun · Zutat
tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. (8. Jh.), mhd. tuon, asächs. mnd. dōn, mnl. nl. doen, aengl. dōn, engl. to do ‘tun’ setzt westgerm. *dō- voraus, eine wohl ablautende Form der Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Als Verwandte sind vergleichbar aind. dádhāti ‘setzt, stellt hin, legt’, griech. tithénai (τιθέναι) ‘stellen, setzen, legen’, lat. abdere ‘weggeben, -tun, entfernen, verbergen, verstecken’, addere ‘hinzutun, -fügen, vermehren’, condere ‘gründen, einlegen, bergen, bedecken’, facere (Perf. fēcī) ‘tun, machen’, air. dorat ‘hat gegeben’, lit. dė́ti ‘setzen, stellen, legen, hineintun, säen, pflanzen’, aslaw. děti ‘legen, setzen, stellen’, dějati ‘tun, verrichten’, russ. det’ (деть) ‘hinlegen, verbrauchen’. S. auch ↗Tat (mit anord. dāð und got. -dēþs, die Reflexe des im Nordgerm. und Ostgerm. nicht belegten Verbs zeigen) und ↗-tum. tunlich Adj. ‘zum Tun geeignet, ratsam, sinnvoll, zweckmäßig, möglich’ (16. Jh.). betulich Adj. ‘rührig, besorgt, zutraulich, beschaulich’ (18. Jh.), zu heute veraltetem betun ‘sich geschäftig zeigen, sich abgeben’, ahd. bituon ‘verschließen, zumachen, behandeln’ (8. Jh.), mhd. betuon ‘be-, einschließen’. Tunichtgut m. ‘wer öfters Unfug treibt, Taugenichts’ (17. Jh.), imperativischer Satzname; vgl. Thukeingut (1586), Thunichts (Stieler 1691). abtun Vb. ‘ablegen, mit Geringschätzung erledigen, ins reine bringen’, mhd. abetuon ‘entfernen, abschaffen, abstellen’, ahd. (zweifelhaft) abatuon ‘entfernen’ (9. Jh.). antun Vb. ‘anziehen, jmdm., sich etw. zufügen, bereiten, erweisen’, ahd. anatuon ‘anziehen, auflegen, aufsetzen, (Böses) zufügen’ (8. Jh.), mhd. anetuon ‘anlegen’, reflexiv ‘sich ankleiden’. umtun Vb. ‘umhängen, umlegen’, reflexiv ‘sich umsehen, sich erkundigen, sich bemühen’ (16. Jh.), mhd. umbetuon ‘herumbringen, von seiner Ansicht abbringen, überwinden’. vertun Vb. ‘verschwenden, vergeuden, ohne rechten Sinn verbrauchen, nutzlos zubringen’, reflexiv ‘sich irren’, ahd. firtuon ‘freveln’, reflexiv ‘sich vergreifen an’ (9. Jh.; vgl. ahd. firtān Part.adj. ‘schlecht, böse’, 8. Jh.), mhd. vertuon ‘aufbrauchen, verzehren, vergeblich tun’, reflexiv ‘sich versammeln, verschwenderisch leben, sich durch Handeln verfehlen’. zutun Vb. ‘hinzufügen, zusetzen, hinzulegen, schließen’, ahd. (8. Jh.), mhd. zuotuon; Zutat f. ‘zur Herstellung einer bestimmten Sache notwendiger oder wünschenswerter Bestandteil, Beigabe, Ergänzung’ (18. Jh.), zuvor ‘zweckvolles Tun’ (16. Jh.); vgl. mnd. tōdāt ‘Hinzufügung, Hilfe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) befassen (mit) · ↗(sich) kümmern · (sich) umtun · aktiv sein · aktiv werden (in einer Angelegenheit) · arbeiten an · befasst sein (mit) (Verwaltungsdeutsch) · nicht untätig sein  ●  (an etwas) dran sein  ugs. · (et)was tun  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Besser ist es da, sich nach einer neuen Stelle umzutun.
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2003
Aber so schlimm ist es erstens ja gar nicht bestellt um dieses Genre, man hätte sich nur umtun müssen.
Die Welt, 02.06.2001
Dann würde ich übersehen können, ob es so ging, oder ob ich mich nach einer regelmäßig bezahlten Tätigkeit umtun müßte.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Ich habe lange den Gedanken verfolgt, daß sie Felle umgetan haben, die in den Gräbern vergangen sind.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 9255
Er hat sich den Sicherheitsgürtel vom grauen Paul umgetan und watschelt mit seinen Eisenbeinen auf uns zu.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 332
Zitationshilfe
„umtun“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/umtun>, abgerufen am 26.06.2019.

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