tyrannisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungty-ran-nisch
HerkunftGriechisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
herrschsüchtig, rücksichtslos und diktatorisch anderen seinen Willen aufzwingend
Beispiele:
ein tyrannischer Vater, Ehemann
eine tyrannische Natur
sie magert am Ende noch ab, wenn er das Haus nicht bald von seiner tyrannischen Gegenwart befreit [BahrHimmelfahrt57]
2.
veraltend von einem Tyrannen, despotisch
entsprechend der Bedeutung von Tyrann (Lesart 1)
Beispiel:
in der englischen Revolution des 17. Jahrhunderts, die gegen die tyrannische Diktatur des Königs Karl I. ausbrach [MehringDt. Geschichte71]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tyrann · Tyrannei · tyrannisch · tyrannisieren
Tyrann m. ‘Gewaltherrscher, Despot’, spätmhd. tiranne, tyranne, entlehnt aus lat. tyrannus, griech. týrannos (τύραννος) ‘unumschränkter Herrscher, Allein-, Gewaltherrscher’, besonders ‘wer sich ungesetzlich die Herrschaft im Staate anmaßt’. Im Dt. zunächst im politischen Bereich ‘Usurpator, Diktator, Despot’, ohne pejorativen Nebensinn ‘Herrscher, König, Regent’, dann (1. Hälfte 16. Jh.) auch allgemein ‘wer anderen seinen Willen rücksichtslos aufzwingt, herrschsüchtiger Mensch’. Tyrannei f. ‘Gewaltherrschaft, despotische Unterdrückung’, frühnhd. tyranney (2. Hälfte 15. Jh.), mnd. tirannīe (2. Hälfte 14. Jh.), Bildung (unter Einfluß von afrz. tiranie, tyrannie?) zur voraufgehenden Personenbezeichnung; vgl. spätlat. tyrannia, griech. tyrannía (τυραννία) ‘Königsherrschaft, unumschränkte, angemaßte Herrschaft, Allein-, Gewaltherrschaft’. Im Dt. schon früh übertragen ‘herrschsüchtige Unterdrückung, Zwang, unduldsames Verhalten eines Menschen’ (1. Hälfte 16. Jh.). tyrannisch Adj. ‘(in einem Staatswesen) unumschränkt, despotisch herrschend, die Macht, Herrschaft gewaltsam an sich reißend’ (2. Hälfte 15. Jh.), ‘anderen seinen Willen rücksichtslos aufzwingend, herrschsüchtig, herrisch’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. lat. tyrannicus, griech. tyrannikós (τυραννικός) ‘dem Alleinherrscher gehörig, ihm angemessen, königlich, gewalttätig, despotisch’. tyrannisieren Vb. ‘willkürlich, gewalttätig regieren, grausam herrschen, jmdm. seinen Willen aufzwingen’ (1. Hälfte 16. Jh.), mfrz. frz. tyranniser.

Thesaurus

Synonymgruppe
despotisch · ↗diktatorisch · ↗repressiv · ↗selbstherrlich · tyrannisch · ↗unterdrückerisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bruder Charakter Diktator Ehemann Fürst Gewalt Herrschaft Herrscher Herzog Kaiser König Liebe Mutter Natur Praktik Regime Regiment System Vater Wesen Willkür brutal diktatorisch gewalttätig grausam korrupt totalitär ungerecht willkürlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tyrannisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Iran stehe heute da "wie jedes andere tyrannische Regime auf der Welt".
Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05
Hier ist er geschwommen, hier hat er Holz gesammelt, hier ist er abends über den Büchern des tyrannischen Vaters gesessen.
Süddeutsche Zeitung, 25.10.1997
In der zweiten Ehe wurde sie etwas freundlicher, aber da mein Vater ihr verständig zu Willen war, hielt sie Haus und Wirtschaft tyrannisch zusammen.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 28633
Dieses Format ist tyrannisch und autokratisch von je und wird es bleiben.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 716
Die Unterwanderung des tyrannischen Baus begann aber bereits im siebenten Jahrhundert.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 284
Zitationshilfe
„tyrannisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/tyrannisch>, abgerufen am 21.07.2019.

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