triebhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtrieb-haft
WortzerlegungTrieb-haft
Wortbildung mit ›triebhaft‹ als Erstglied: ↗Triebhaftigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

durch das Triebleben, oft durch den Geschlechtstrieb, bewirkt und nicht von Verstand oder Willen kontrolliert, den inneren Trieben, nicht dem Verstand folgend
Beispiele:
eine triebhafte Handlung
ohne etwas Bestimmtes zu denken, ganz mechanisch, ganz triebhaft, hastete ich diesem fremden Menschen nach in das Dunkel [St. ZweigAmok134]
Wird auch ... dieses Ich hier, zu seinen Lebzeiten aufhören, ein triebhaftes, getriebenes Etwas zu sein [NollHolt2,441]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trieb · triebhaft · Triebfeder · Triebkraft · Triebwagen
Trieb m. ‘(innere) antreibende Kraft, Schößling’, mhd. -trip (Genitiv -tribes) (in übertrip) ‘das Treiben des Viehs, Viehweide’, ablautende Abstraktbildung zu dem unter ↗treiben (s. d.) behandelten Verb, älteres ↗Trift (s. d.) im Hd. verdrängend. In seinen Verwendungen dem Gebrauch des Verbs folgend, zufrühst (heute noch landschaftlich) ‘das Treiben von Vieh’ (erhalten in Auftrieb zur Alm, Abtrieb von der Alm), auch ‘Weideland, Weiderecht’ und ‘kleines Triebrad’, ‘Eifer, Energie’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘maschineller Antrieb’ (Anfang 17. Jh.), ‘innerer Drang, Antrieb, Lust’ (Ende 17. Jh.), ‘Wachstum einer Pflanze, Sproß, Schößling, geschlechtliches Verlangen, Instinkt, das Treiben von Wild (bei einer Jagd), Abschnitt einer größeren Treibjagd’ (18. Jh.). triebhaft Adj. ‘sinnlich, leidenschaftlich’ (um 1900), älter ‘frisch, lebhaft, kräftig, blühend’ (Anfang 18. Jh.). Triebfeder f. ‘treibende Feder im Uhrwerk’, übertragen ‘innere treibende Kraft, Antrieb’ (18. Jh.), anfangs vereinzelt auch Treibfeder. Triebkraft f. ‘vorantreibende Kraft, Wachstumskraft in einer Pflanze’ (18. Jh.), zuvor Treibkraft (Mitte 17. bis Anfang 19. Jh.). Triebwagen m. ‘Schienenfahrzeug mit eigenem Antrieb’ (Anfang 20. Jh.), zuvor (Ende 19. Jh.) ‘mit einem Motor getriebener Wagen’, vgl. Triebkraftwagen für ‘Automobil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
triebhaft · ↗ungebremst · ↗ungesteuert · ↗unkontrolliert
Assoziationen
Synonymgruppe
hormongesteuert · ↗hormongetrieben · ↗testosterongesteuert · ↗triebgesteuert  ●  triebhaft  Hauptform · schwanzfixiert  derb · ↗schwanzgesteuert  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedürfnis Drang Handeln Natur Neigung Verhalten Wesen geradezu rein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›triebhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie gelten als besonders triebhaft und sind den weltlichen Genüssen zugetan.
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2004
Die Kamera verhält sich triebhaft, und ihre Bilder sind porös und ephemer.
Die Zeit, 16.12.1988, Nr. 51
Die historischen Ideen aber seien nicht rein geistige Kulturwerte, sondern sie enthalten auch natürlich triebhafte Faktoren.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 107
Die Eule im schrecklichen Hochzeitsweiß ist ein triebhafter und philosophischer Freier.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 176
Bestenfalls wurde aus dieser Perspektive eine Darstellung einer »absurden und triebhaften Welt« angenommen.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11592
Zitationshilfe
„triebhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/triebhaft>, abgerufen am 14.10.2019.

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