trekken

GrammatikVerb · trekkte, ist/hat getrekkt
Nebenform trecken · Verb · treckte, ist/hat getreckt
Worttrennungtrek-ken · tre-cken
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
in, mit einem Treck wegziehen
Beispiel:
Paula Busch ... wurde 1945 von den Nazis gezwungen, bei 30 Grad Kälte mit dem wertvollen, empfindlichen Zuchtmaterial auf der Landstraße westwärts zu trecken [SokolZirkus20]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
landschaftlich eine Last ziehen
Beispiel:
Euer Heimkehrer hat einen Handwagen Disteln vom Felde getreckt [StrittmatterTinko102]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trecken · Treck · Trecker
trecken Vb. ‘ziehen, gehen, sich im Treck fortbewegen’, landschaftlich auch transitiv ‘ziehen, schleppen’, mhd. mnd. mnl. trecken (intransitiv) ‘ziehen, wandern, reisen’, (transitiv) ‘ziehen, schleppen’, nl. trekken ist eine Intensivbildung zum starken Verb ahd. bitrehhan ‘(Asche aufs Feuer) schieben, scharren, ziehen’ (11. Jh.), mhd. frühnhd. trechen ‘ziehen, schieben, stoßen, (Feuer, Glut) scharrend bedecken’ (nach dem 16. Jh. nicht mehr üblich), auch (semantisch unklar) mnd. mnl. trēken ‘schaudern’ (selten, meist mit dem schwachen Verb trecken vermischt). Verwandtschaft mit dem unter ↗tragen (s. d.) behandelten Verb und Anschluß an die dort genannte Wurzelerweiterung ie. *dereg- ist wahrscheinlich. trekken bleibt seit etwa 1700 im wesentlichen auf landschaftlichen und fachsprachlichen Gebrauch beschränkt, vgl. (Schiffersprache) ‘ein Schiff vom Uferweg aus durch Ziehen fortbewegen, treideln’. Die heute übliche Bedeutung ‘im Treck (weg)ziehen’, besonders ‘mit dem Ochsenwagen fahren, auswandern’ (Ende 19. Jh.) geht wie die von Treck (s. unten) auf die Sprache der südafrikanischen Buren (nl. trecken) zurück. Treck m. ‘Siedler-, Flüchtlingszug mit Fuhrwerken’ (Ende 19. Jh.), zunächst im Hinblick auf die Auswanderung der Buren aus der Kapkolonie (nl. de Grote Trek der Boeren). Vgl. mnd. treck, mnl. trec(k) ‘(Kriegs)zug, feierlicher Zug, Prozession’, nl. trek ‘Zug’. Trecker m. ‘Zugmaschine’ (um 1930), vom Nordd. ausgehende Eindeutschung der vielleicht aus dem Engl. übernommenen Bezeichnung ↗Traktor (s. d.). Zuvor ‘herauszuziehendes Verschlußstück, Zapfen’ (15. Jh.), ‘wer ein Schiff zieht, Treidler’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bergwandern · ↗laufen · trecken · trekken · ↗wandern
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Synonymgruppe
abschleppen · hinter sich her schleifen · ↗mitreißen · ↗reißen · ↗schleppen · ↗zerren · ↗ziehen  ●  trecken  regional

Typische Verbindungen
computergeneriert

Strand

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die kleine Kolonne treckt täglich etwa vier Stunden, immer in Riechweite des Meeres.
Die Zeit, 08.07.1977, Nr. 28
Am Straßenrand treckten die ersten Eselskarren des Tags, vollgepackt mit Knüppelholz, und die Kinder an den Zügeln winkten uns zu.
Der Spiegel, 02.02.1981
Die Abfahrer sortierten den Ausschuß in Kipploren und treckten den Bruch über die Schienen auf Halde.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 400
Die Braunen klauten den Weißen das Vieh von der Weide, die Weißen treckten ohne Rücksicht auf die von der Kompanie gezogenen Grenzen im Buschmännerland umher.
Der Spiegel, 17.02.1986
Wir treckten am 4. April vom östlichen Ufer des Auob ab bis an die zwölfte Düne.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„trekken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/trekken>, abgerufen am 20.10.2019.

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