traditionell

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtra-di-ti-onell · tra-di-tio-nell (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungTradition-ell
Wortbildung mit ›traditionell‹ als Erstglied: ↗traditionellerweise
eWDG, 1976

Bedeutung

der Tradition entsprechend
Beispiele:
eine traditionelle Feierlichkeit
das traditionelle Sonntagsessen, Weihnachtsessen, Silvesteressen
eine traditionelle (= mit einer Tradition verbundene) Stätte
der traditionelle (= herkömmliche) Sitz der Regierung
Die traditionelle Demonstration zu den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung9,179]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tradition · tradieren · traditionell
Tradition f. ‘Überlieferung, Herkommen, Gewohnheit, Brauch, Gepflogenheit’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus lat. trāditio (Genitiv traditiōnis) ‘Vortrag, Lehre, Satzung, überkommene, weitergegebene Meinung, Überlieferung’, eigentlich ‘Auslieferung, Übergabe’, zu lat. trādere (s. unten tradieren). Zunächst Schlagwort der Reformationszeit zur Bezeichnung der Lehren, Satzungen und Institutionen der jüdischen und christlichen Religion, die nicht unmittelbar aus der Bibel, sondern aus der Überlieferung stammen, darauf (2. Hälfte 16. Jh.) juristischer Fachausdruck für bestimmte Formen der Eigentumsübertragung, -übereignung, -übergabe, dann (Anfang 17. Jh.) in der Bedeutung ‘Prozeß, Akt, Handlung des Überlieferns, der Weitergabe von Glauben, Wissen, Verhaltensweisen’, ferner ‘von alters her mündlich oder schriftlich überlieferte Kunde von Begebenheiten der Vergangenheit’ (als Sage, Mythos, Erzählung), schließlich (2. Hälfte 18. Jh.) in der (heute vorherrschenden) Bedeutung ‘im Laufe der Zeit, der Geschichte innerhalb einer bestimmten Gruppe von Menschen Entwickeltes und Weitergegebenes, das üblich, zur Sitte, Gepflogenheit geworden ist’. tradieren Vb. ‘(Kenntnisse, Erfahrungen, kulturelle Werte der Nachwelt mündlich oder schriftlich) überliefern, Überliefertes weiterführen, weitergeben’, entlehnt (2. Hälfte 15. Jh.) aus lat. trādere ‘(von Hand zu Hand) weitergeben, überreichen, anvertrauen, überlassen, abtreten, übereignen, mündlich oder schriftlich weitergeben, überliefern, aufzeichnen, berichten, mitteilen, vortragen, lehren’, eigentlich ‘übergeben’, aus lat. trāns- ‘durch-, hin-, über-, hinüber-, über … hin(aus)-’ (s. ↗trans-) und dare ‘geben’; im Dt. zuerst vereinzelt in der Bedeutung ‘geben, unterweisen, berichten, ausliefern, verraten’ (16. Jh.), dann (entsprechend der juristischen Bedeutung von Tradition, s. oben) ‘übergeben, übereignen’ (2. Hälfte 16. Jh. bis Anfang 19. Jh.), schließlich in der oben angeführten Bedeutung (Mitte 16. Jh. bis 19. Jh. selten, in neuerer Zeit häufiger). traditionell Adj. ‘der Tradition entsprechend, auf Tradition beruhend, althergebracht, herkömmlich, überliefert, übernommen’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach gleichbed. frz. traditionnel (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
altehrwürdig · ↗althergebracht · ↗altüberliefert · ↗angestammt · ↗gebräuchlich · ↗gewöhnlich · ↗hergebracht · ↗herkömmlich · ↗klassisch · ↗konventionell · ↗ordinär · tradiert · traditionell · überliefert  ●  ↗überkommen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
gediegen · ↗gravitätisch · ↗hochwertig · traditionell · ↗würdevoll
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauweise Bindung Dreikönigstreffen Fest Form Freundschaft Gewand Handwerk Hochburg Instrument Kleidung Küche Lebensweise Medizin Methode Musik Muster Neujahrsempfang Rollenverteilung Sinn Sommerfest Struktur Tanz Tracht Verbündeter Vorstellung Wert eher geprägt konservativ

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›traditionell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im weiteren Sinn gilt dies für die traditionelle österreichische Küche schlechthin.
Der Tagesspiegel, 01.05.2005
Den gibt es seit Jahrzehnten traditionell, bevor der Tanz eröffnet wird.
Die Welt, 30.11.2004
Die waren sehr traditionell, sehr klassisch, und das bin ich nicht.
Der Spiegel, 20.12.1993
Von der traditionellen Ölmalerei wechselte er bald zum Gebrauch des unkonventionellen Materials Aluminium über.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9769
Sie bewahrt die viersätzige traditionelle Struktur, jedoch sind die Sätze paarweise verbunden.
Briquet, Marie: Saint-Saëns. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 33747
Zitationshilfe
„traditionell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/traditionell>, abgerufen am 19.04.2019.

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