trachten

GrammatikVerb · trachtete, hat getrachtet
Aussprache
Worttrennungtrach-ten
Wortbildung mit ›trachten‹ als Letztglied: ↗zueinandertrachten · ↗zurücktrachten
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben nach etw. trachtenseine Bemühungen, Anstrengungen darauf richten, etw. zu erlangen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen
Beispiele:
er trachtete nach Anerkennung, Besitz, Abwechslung
er musste danach trachten, diese Wissenslücke so schnell wie möglich zu schließen
jmdm. nach dem Leben trachten (= bestrebt sein, jmdn. zu töten)
all sein Sinnen und Trachten (= sein Denken und Streben) auf etw. richten
jmds. Trachten geht nach etw.
Sich bei Kraft halten, essen, essen, – darauf zielte in der damaligen Zeit das ganze Sinnen und Trachten vom Schuster Kraus [O. M. GrafUnruhe25]
»trachten« + Inf. mit »zu«
bestrebt sein, etw. zu tun, etw. zu erreichen
Beispiele:
wir müssen trachten, hier fortzukommen, herauszukommen, durchzukommen
sie trachteten, ins Freie zu gelangen
jmdn. einzuholen trachten
er trachtete, für seine Schulden aufzukommen
etw. zu erfahren trachten
Man wird inzwischen trachten, einander ab und zu unauffällig zu begegnen [St. ZweigBalzac287]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trachten Vb. ‘bestrebt sein, beabsichtigen, etw. Bestimmtes zu erreichen, zu erlangen suchen’, ahd. trahtōn (8. Jh.), trahten (9. Jh.), mhd. trahten ‘betrachten, woran denken, worüber nachdenken, worauf achten, erwägen, überlegen, bedenken, nach etw. streben’, asächs. gitrahton, mnd. trachten ‘betrachten, bedenken’, mnl. nl. trachten ‘streben, suchen, versuchen’, aengl. trahtian ‘erklären, erörtern, betrachten’ sind entlehnt aus lat. tractāre ‘behandeln, betreiben, sich mit etw. beschäftigen, bearbeiten, untersuchen, überdenken’, eigentlich ‘(herum)schleppen, -ziehen’, einem Intensivum zu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’. S. hierzu ↗Traktat.

Thesaurus

Synonymgruppe
absehen auf · im Auge haben · trachten (nach)
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  ↗(erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · ↗sinnen (auf)  geh., veraltend · trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) kümmern · ↗(sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · ↗(sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · ↗(etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • anpeilen · ↗ausrichten · ↗zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Attentäter Erblasser Fanatiker Hegemonie Killer Kommunist König Leben Leib Mafia Posten Ruhm Sowjet Terrorist Thron Vergeltung andererseits ausgerechnet danach ihrerseits keineswegs mit Hilfe mißhandeln nachtrachten offensichtlich stets unablässig vergebens vergeblich vielmehr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trachten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie selbst hatten sogar beteuert, nicht mehr danach zu trachten.
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2004
Man trachtete danach, es zu vermeiden, ohne daß man deswegen schon gewagt hätte, wieder Muster zu sagen.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 13
Doch alle, die nach ihnen kamen, trachteten von vornherein danach, sich einmal möglichst hoch zu verkaufen.
Die Zeit, 19.03.1953, Nr. 12
Wir wollen nun trachten, möglichst viel in die Hände zu bekommen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 786
Er müsse trachten, rasch zu einem großen Einkommen zu gelangen.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9398
Zitationshilfe
„trachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/trachten>, abgerufen am 20.10.2019.

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