trübsinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtrüb-sin-nig
WortzerlegungTrübsinn-ig
eWDG, 1976

Bedeutung

für längere Zeit sehr niedergeschlagen, traurig
Beispiele:
in trübsinnige Stimmung verfallen
jmd. ist vor Kummer trübsinnig geworden
sich in einer düsteren, niedergeschlagenen Stimmung befindend
Beispiele:
trübsinnig in einer Ecke sitzen
[ein Maler] der ziemlich verlumpt aussah und trübsinnig auf die Tischplatte stierte [Wasserm.Wahnschaffe1,245]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedrückt · ↗bekümmert · ↗down · ↗gedankenschwer · ↗melancholisch · ↗niedergedrückt · ↗schwermütig · trübsinnig · voller Wehmut · voller Weltschmerz · ↗wehmutsvoll · ↗wehmütig
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem ist) schwer ums Herz · bedrückt · ↗bekümmert · ↗betrübt · ↗freudlos · ↗gedrückt · ↗kummervoll · ↗lustlos · nicht aufzuheitern · ↗niedergedrückt · ↗niedergeschlagen · ↗resigniert · ↗trübselig · trübsinnig · ↗unfroh · ↗unglücklich  ●  ↗traurig  Hauptform · dasitzen wie ein Häufchen Elend  ugs. · ↗geknickt  ugs. · ↗unlustig  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • trübsinnig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gedanke Stimmung eher starren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trübsinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Spiel plätscherte trübsinnig wie der Regen vor sich hin.
Bild, 19.01.2001
Und warum starrt sie gar so trübsinnig ins tropfnasse Grün?
Süddeutsche Zeitung, 27.06.1995
Trübsinnig unternahm er einen verzweifelten Versuch, die Diagnose zu entkräften.
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 124
Sie standen an einem Fenster und schauten trübsinnig hinaus in das Schneetreiben.
Matthiessen, Wilhelm: Das Rote U. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1932], S. 378
Wir stiegen aus und betraten eine trübsinnig machende, dunkle Gaststube.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 129
Zitationshilfe
„trübsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/trübsinnig>, abgerufen am 20.08.2019.

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