träumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungträu-men
Wortbildung mit ›träumen‹ als Erstglied: ↗Träumer · ↗Träumerei  ·  mit ›träumen‹ als Letztglied: ↗austräumen · ↗weiterträumen  ·  mit ›träumen‹ als Grundform: ↗erträumen · ↗verträumen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
eine Erscheinung, eine Vorstellung während des Schlafes, einen Traum haben
Beispiele:
ich träume selten, jede Nacht
ich habe schlecht, herrlich geträumt
ich habe von meiner Mutter geträumt
umgangssprachlich träume süß! (= Wunsch beim Gutenachtsagen)
du träumst wohl? (= du bist wohl nicht recht bei Sinnen?)
etw. träumenetw. in einem Traum erleben
Beispiele:
etw. Schönes, Furchtbares träumen
ich träumte, ich lebe auf einer einsamen Insel
gehoben mir träumte, es träumte mir, ich lebe auf einer einsamen Insel
das hat sie schon öfters geträumt
ich bin froh, dass ich das nur geträumt habe
2.
sich Wunschvorstellungen, Phantasievorstellungen hingeben
Beispiele:
umgangssprachlich er träumt ins Blaue hinein
er träumte am helllichten Tag, mit offenen Augen
du träumst zu viel
lass das ewige Träumen!
sie saß träumend im Sessel (= sie saß mit ihren Gedanken abwesend im Sessel)
der Fahrer muss geträumt haben (= der Fahrer kann nicht aufgepasst haben)
träum nicht! (= pass auf!)
sich etw. in bestimmter Weise vorstellen
Beispiele:
etw. nicht zu träumen wagen
alles war so, wie ich es mir geträumt hatte
umgangssprachlich das hätte ich mir nie träumen lassen (= das hätte ich nie gedacht)
von etw. träumensich etw. wünschen, erträumen
Beispiele:
er träumt von schönen Reisen, einem eigenen Haus, einem großen Lottogewinn
er träumt davon, einmal Pilot zu werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. ↗trügen). träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fantasieren · ↗phantasieren · ↗tagträumen · träumen
Assoziationen
Zitationshilfe
„träumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/träumen>, abgerufen am 27.05.2019.

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