Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

tippen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtip-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tippen‹ als Erstglied: ↗Tipperei · ↗Tippfehler  ·  mit ›tippen‹ als Letztglied: ↗abtippen · ↗antippen · ↗auftippen · ↗danebentippen · ↗darübertippen · ↗eintippen · ↗übertippen
 ·  mit ›tippen‹ als Grundform: ↗vertippen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
an, auf, in, gegen etw. tippenetw. kurz und leicht berühren, besonders mit der Fingerspitze, Fußspitze
Beispiele:
grüßend (mit dem Zeigefinger) an die Mütze, den Hut tippen
jmdm. auf die Schulter tippen
er tippte mit dem Finger in die Zuckerdose
jmd. tippt sich [Dativ] (mit dem Finger) an die Stirn (= Zeichen, dass man jmdn. für dumm, verrückt hält, etw. unsinnig findet)
Er ... sah Lindenzweige an die Fensterscheiben tippen [R. Dehmel7,107]
übertragen
Beispiele:
im Gespräch an etw. tippen (= etw. im Gespräch kurz, vorsichtig, andeutungsweise berühren)
an diese peinliche Angelegenheit sollte man nicht tippen (= rühren)
umgangssprachlich daran gibt es nichts zu tippen, daran ist nicht zu tippen (= das steht fest, ist unumstößlich, einwandfrei)
Diese Universität gehörte fortan ihnen, und den wollten sie sehen, der daran tippen (= der das antasten) mochte [H. KantAula71]
2.
umgangssprachlich auf der Schreibmaschine schreiben
Beispiele:
mit drei Fingern tippen
musst du noch lange tippen?
er hat den ganzen Tag (auf der Maschine) getippt
etw. mit einer Schreibmaschine schreiben
Beispiele:
einen Brief, den Text, Bericht tippen
Zahlen tippen
hast du noch viel zu tippen?
ein sauber, schlecht getipptes Manuskript
die Verkäuferin tippt die Preise (in die Kasse)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tip · tippen1
Tip m. ‘Hinweis auf eine Gewinnaussicht’ (beim Pferderennen, beim Börsengeschäft), ‘guter Rat (eines Fachmannes), Fingerzeig’, dann besonders ‘(schriftlich abgegebene) Vorhersage’ von Siegern (bei Rennen, bei Wettkämpfen), von Zahlen (bei Ziehungen einer Lotterie), Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von engl. tip ‘(Gewinn)hinweis, vertrauliche Andeutung’, auch ‘Belohnung, Trinkgeld’, wohl nach der Wendung to tip the wink ‘verstohlen, heimlich einen Wink geben’. Vgl. engl. to tip ‘leicht berühren’, gaunersprachlich ‘übergeben, aushändigen, eine Belohnung geben’, dann auch allgemein (dem Gebrauch des Substantivs folgend) ‘Hinweise geben, eine Vorhersage machen (bei Rennen, Wettkämpfen, Lotterien)’. Zugrunde liegt wahrscheinlich engl. tip ‘äußerstes Ende, Spitze’, to tip also eigentlich ‘das äußere Ende, einen bestimmten Punkt berühren’, wohl entlehnt aus zur gleichen Wortgruppe gehörigem anord. typpi ‘Mastspitze’, typpa ‘eine Spitze bilden’, später beeinflußt von mnd. mnl. tip (s. ↗Zipfel), die wie ↗tippen, ↗Zapfen, ↗Zopf (s. d.) eine onomatopoetische Grundform zur Bezeichnung von etw. Spitzem voraussetzen. tippen1 Vb. ‘eine Vorhersage machen’ (bei Rennen, Wettkämpfen, Lotterien), ‘vermuten, für wahrscheinlich halten’ (19. Jh.), ‘wetten’ (20. Jh.), engl. to tip (s. oben).

tippen2 Vb. ‘mit dem Finger, dem Fuß leicht berühren’, übertragen ‘an etw. rühren, vorsichtig von etw. sprechen, etw. andeutungsweise erwähnen’. Das seit dem 16. Jh. zunächst nd. und md. bezeugte tippen ‘leicht berühren’, eigentlich wohl ‘das äußerste Ende von etw. berühren’ bzw. ‘mit der (Finger-, Fuß)spitze berühren’, ist eine onomatopoetische Bildung und gehört zu der unter ↗Zipfel und ↗Zopf (s. d.) genannten, etw. Spitzes bezeichnenden Wortgruppe. Beeinflussung von nicht verwandtem, sondern zu ↗tupfen ‘benetzen, leicht an etw. stoßen’ (s. d.) gehörendem nd. md. dippen, tippen ist nicht auszuschließen. Die Bedeutung ‘auf der Schreibmaschine schreiben’ (um 1900) kann unter dem Einfluß von gleichbed. engl. to type entstanden sein, einem zu engl. typewriter ‘Schreibmaschine’ gebildeten Verb, das engl. type ‘Drucktype, Druckbuchstabe, Letter’ enthält, eine Entlehnung aus dem Griech.-Lat. wie dt. ↗Type (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
auf etwas setzen · ↗spielen · tippen · ↗wetten  ●  ↗zocken  ugs.
Synonymgruppe
(auf einer Tastatur) schreiben · ↗eingeben · tippen  ●  ↗hacken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Maschine schreiben · tippen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absteiger Buchstabe Computer Computertastatur Finger Handy Laptop Lotto Lottospieler Manuskript Richtige SMS Schläfe Schreibmaschine Schulter Sekretärin Spieltag Stirn Superzahl Taschenrechner Tastatur Taste Zeigefinger abtippen antippen eintippen herum herumtippen tippen weitertippen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tippen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ich hatte schon gegen Frankreich auf Sieg getippt - da haben mich alle ungläubig angeschaut.
Die Welt, 05.07.2004
Ich ändere sehr viel, aber dann streiche ich es eben durch und tippe nochmal neu.
Der Tagesspiegel, 12.08.1997
Dann brauchen wir nämlich nur noch einmal auf die Taste zu tippen!
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 606
Ich tippe am besten mit einem Finger; aber es geht, und ich übe fleißig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 26
Ich tippe seit 50 Jahren brav und redlich die altmodischen Tasten.
Der Spiegel, 19.07.1993
Zitationshilfe
„tippen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/tippen#1>, abgerufen am 22.05.2019.

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Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

tippen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtip-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tippen‹ als Erstglied: ↗Tipper · ↗Tippschein · ↗Tippzettel
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. für wahrscheinlich halten, etw. vermuten, annehmen
Beispiele:
wir tippen (darauf), dass er der Nachfolger wird
ich tippe auf Gastritis (= ich nehme an, dass es sich bei diesen Beschwerden um eine Gastritis handelt)
ich tippe auf einen Wahlsieg der Koalitionsparteien
ich tippe, dass sie Schauspielerin von Beruf ist
darauf, auf ihn hätte ich nie getippt
du hast richtig, falsch getippt
2.
eine Vorhersage machen, einen Tipp abgeben, besonders Zahlen für das Lottospiel oder Totospiel auswählen, wetten
Beispiele:
er tippt jede Woche (im Lotto)
es kommt darauf an, die richtigen Zahlen zu tippen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tip · tippen1
Tip m. ‘Hinweis auf eine Gewinnaussicht’ (beim Pferderennen, beim Börsengeschäft), ‘guter Rat (eines Fachmannes), Fingerzeig’, dann besonders ‘(schriftlich abgegebene) Vorhersage’ von Siegern (bei Rennen, bei Wettkämpfen), von Zahlen (bei Ziehungen einer Lotterie), Übernahme (2. Hälfte 19. Jh.) von engl. tip ‘(Gewinn)hinweis, vertrauliche Andeutung’, auch ‘Belohnung, Trinkgeld’, wohl nach der Wendung to tip the wink ‘verstohlen, heimlich einen Wink geben’. Vgl. engl. to tip ‘leicht berühren’, gaunersprachlich ‘übergeben, aushändigen, eine Belohnung geben’, dann auch allgemein (dem Gebrauch des Substantivs folgend) ‘Hinweise geben, eine Vorhersage machen (bei Rennen, Wettkämpfen, Lotterien)’. Zugrunde liegt wahrscheinlich engl. tip ‘äußerstes Ende, Spitze’, to tip also eigentlich ‘das äußere Ende, einen bestimmten Punkt berühren’, wohl entlehnt aus zur gleichen Wortgruppe gehörigem anord. typpi ‘Mastspitze’, typpa ‘eine Spitze bilden’, später beeinflußt von mnd. mnl. tip (s. ↗Zipfel), die wie ↗tippen, ↗Zapfen, ↗Zopf (s. d.) eine onomatopoetische Grundform zur Bezeichnung von etw. Spitzem voraussetzen. tippen1 Vb. ‘eine Vorhersage machen’ (bei Rennen, Wettkämpfen, Lotterien), ‘vermuten, für wahrscheinlich halten’ (19. Jh.), ‘wetten’ (20. Jh.), engl. to tip (s. oben).

tippen2 Vb. ‘mit dem Finger, dem Fuß leicht berühren’, übertragen ‘an etw. rühren, vorsichtig von etw. sprechen, etw. andeutungsweise erwähnen’. Das seit dem 16. Jh. zunächst nd. und md. bezeugte tippen ‘leicht berühren’, eigentlich wohl ‘das äußerste Ende von etw. berühren’ bzw. ‘mit der (Finger-, Fuß)spitze berühren’, ist eine onomatopoetische Bildung und gehört zu der unter ↗Zipfel und ↗Zopf (s. d.) genannten, etw. Spitzes bezeichnenden Wortgruppe. Beeinflussung von nicht verwandtem, sondern zu ↗tupfen ‘benetzen, leicht an etw. stoßen’ (s. d.) gehörendem nd. md. dippen, tippen ist nicht auszuschließen. Die Bedeutung ‘auf der Schreibmaschine schreiben’ (um 1900) kann unter dem Einfluß von gleichbed. engl. to type entstanden sein, einem zu engl. typewriter ‘Schreibmaschine’ gebildeten Verb, das engl. type ‘Drucktype, Druckbuchstabe, Letter’ enthält, eine Entlehnung aus dem Griech.-Lat. wie dt. ↗Type (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
auf etwas setzen · ↗spielen · tippen · ↗wetten  ●  ↗zocken  ugs.
Synonymgruppe
(auf einer Tastatur) schreiben · ↗eingeben · tippen  ●  ↗hacken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Maschine schreiben · tippen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absteiger Buchstabe Computer Computertastatur Finger Handy Laptop Lotto Lottospieler Manuskript Richtige SMS Schläfe Schreibmaschine Schulter Sekretärin Spieltag Stirn Superzahl Taschenrechner Tastatur Taste Zeigefinger abtippen antippen eintippen herum herumtippen tippen weitertippen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tippen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ich hatte schon gegen Frankreich auf Sieg getippt - da haben mich alle ungläubig angeschaut.
Die Welt, 05.07.2004
Ich ändere sehr viel, aber dann streiche ich es eben durch und tippe nochmal neu.
Der Tagesspiegel, 12.08.1997
Dann brauchen wir nämlich nur noch einmal auf die Taste zu tippen!
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 606
Ich tippe am besten mit einem Finger; aber es geht, und ich übe fleißig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 26
Ich tippe seit 50 Jahren brav und redlich die altmodischen Tasten.
Der Spiegel, 19.07.1993
Zitationshilfe
„tippen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/tippen#2>, abgerufen am 22.05.2019.

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