territorial

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungter-ri-to-ri-al (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›territorial‹ als Erstglied: ↗Territorialgewässer · ↗Territorialherr · ↗Territorialprinzip · ↗Territorialstaat · ↗Territorialstruktur · ↗Territorialsystem
 ·  mit ›territorial‹ als Letztglied: ↗exterritorial · ↗extraterritorial · ↗interterritorial · ↗komplex-territorial
 ·  mit ›territorial‹ als Grundform: ↗Territorialität
eWDG, 1976

Bedeutung

ein Territorium betreffend
a)
ein (geographisches) Gebiet betreffend
Beispiele:
die territoriale Gliederung eines Kontinents
ein Staat stellt territoriale Forderungen an einen anderen Staat
territoriale Streitigkeiten zwischen zwei Staaten
weil sich die Arbeiterbewegung ... schnell entwickelte, und das sowohl zahlenmäßig wie territorial [Engels-Biographie474]
die meisten Nager leben territorial, das heißt ... jeder Verband bezieht einen abgegrenzten Lebensraum [K. Zimmerm.Säugetiere29]
b)
das Staatsgebiet betreffend
Beispiele:
die territoriale Integrität, Unverletzlichkeit eines Staates
die territoriale Einheit, Zersplitterung eines Staates
c)
DDR einen örtlichen Bereich betreffend
Beispiele:
eine territoriale Einheit (= Element der Territorialstruktur)
die territorialen Organe
territoriale Erfordernisse, Besonderheiten
Wirtschaft die territoriale Planung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Territorium · territorial · exterritorial
Territorium n. ‘Gebiet, Land, Verwaltungs-, Staats-, Hoheitsgebiet’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. territōrium ‘zu einer Stadt gehöriges Ackergebiet, Stadtgebiet’, einer Bildung zu lat. terra ‘Erde, Erdboden, Land’. Anfangs und vereinzelt bis ins 19. Jh. in lat. flektierten Formen. territorial Adj. ‘das Hoheits-, das Staatsgebiet, einen örtlichen Bereich betreffend, zu ihm gehörig’, Ende 17. Jh. aus spätlat. territōriālis ‘zu einem Gebiet gehörig’. exterritorial Adj. ‘außerhalb der Staatsgewalt stehend, ihr nicht unterworfen’, Neubildung des 18. Jhs. mit dem Präfix ex- im Sinne von (oder verkürzt aus) lat. extrā ‘außerhalb’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrenzung Ambition Anspruch Aufteilung Ausdehnung Autonomie Besitzstand Einheit Eroberung Expansion Gliederung Integrität Kompromiß Konzession Neugliederung Neuordnung Obergrenze Souveränität Status quo Streitfrage Streitigkeit Unantastbarkeit Unverletzbarkeit Unverletzlichkeit Unversehrtheit Zersplitterung Zugehörigkeit Zugeständnis Zugewinn keinerlei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›territorial‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, es gibt aber in jeder Institution ein territoriales Denken.
Die Welt, 13.08.1999
Die territoriale Einheit sei "grundlegend wichtig" für den Frieden in der gesamten Region.
Bild, 17.02.1998
Die medizinische Betreuung geht über die im territorialen System nicht hinaus.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 28916
Und was dachten Sie über die Verwirklichung dieser territorialen Fragen, ich meine über den Weg, sie zu lösen?
o. A.: Achtundneunzigster Tag. Mittwoch, 3. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16879
Diese war ein rein territorial charakterisiertes Gesetz gewesen, und gerade dadurch war sie bemerkenswert.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 20351
Zitationshilfe
„territorial“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/territorial>, abgerufen am 21.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Territion
Terrine
terrikol
terrigen
Terrier
Territorialarmee
Territorialfürst
Territorialgewalt
Territorialgewässer
Territorialgrenze