tappen

GrammatikVerb · tappte, ist/hat getappt
Worttrennungtap-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tappen‹ als Letztglied: ↗danebentappen · ↗davontappen · ↗entlangtappen · ↗herumtappen · ↗hineintappen · ↗umhertappen · ↗vorübertappen · ↗zutappen
 ·  mit ›tappen‹ als Grundform: ↗ertappen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
mit unsicheren, unbeholfenen, plumpen Schritten, oft leise, dumpfe Geräusche erzeugend gehen, sich vorwärtstasten, besonders im Dunkeln
Beispiel:
hilflos sind, haben sie im Finstern getappt
umgangssprachlich, übertragen im Dunkeln, Finstern tappenim Ungewissen sein, nichts Genaues wissen
Beispiel:
die Polizei tappte bei der Aufklärung des Verbrechens noch im Dunkeln
mit Hilfsverb ›ist‹
irgendwohin tappen
Beispiele:
die Menschen sind mit vorgestreckten Händen durch den dichten Nebel getappt
wir tappten vorsichtig durch den dunklen Gang, Wald
er tappte wie traumwandlerisch aus dem Wirtshaus
die Treppe tappend hinaufsteigen
wir hörten tappende Schritte näherkommen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich blindlings in eine Falle, in sein Verderben tappen
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
nach etw. tappennach etw. ungeschickt greifen
Beispiele:
das Kind hat nach meinem Arm getappt
der Pudel tappte mit den Vorderpfoten nach ihr
ich tappte (= suchte) im Finstern nach der Taschenlampe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tapp · tappen · tapen · ertappen · tapsen · Taps · Tappe · täppisch · tapperig · taprig · Tap(p)ergreis
tapp Interjektion lautmalend für ein leichtes, unsicheres Aufsetzen von Fuß oder Pfote, oft in der Doppelung tapp tapp oder mit Sekundärablaut tipp tapp (19. Jh., doch gewiß älter). Davon abgeleitet mit wechselnder Vokalquantität tappen, tapen Vb. ‘plump auftreten oder gehen, ungeschickt, unbeholfen, tastend gehen und umherfühlen’, spätmhd. tāpen, nhd. tappen (16. Jh., im tunkeln tappen Luther; vgl. auch frühnhd. betappen ‘betasten’, 15. Jh.). ertappen Vb. ‘aufspüren, bei Verbotenem ergreifen, erwischen, überraschen’ (16. Jh.). Dazu das Intensivum tapsen Vb. ‘plump und schwerfällig gehen’ (dapsen, 17. Jh.). Taps m. ‘schwerfälliger, täppischer Kerl’ (18. Jh.). Tappe f. (heute nur noch mundartlich, auch Tape f., Tapen n.) ‘Pfote, Tatze, deren Spur im Boden’, frühnhd. tappe, dappe, mhd. tāpe; verhochdeutscht (selten) Tapfe (Anfang 17. Jh.), auch Tapp, Tappe m. ‘Schlag, Klaps’ (16. Jh.). täppisch Adj. ‘schwerfällig, unbeholfen, plump, linkisch’, mhd. tæpisch. tapperig, taprig Adj. ‘unbeholfen, unsicher’ (19. Jh.). Tap(p)ergreis m. ‘alter, gebrechlicher Mensch’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abseitsfalle Bullenfalle Dopingfalle Dunkel Dunkeln Ermittler Falle Fettnapf Fettnäpfchen Finstern Gebührenfalle Konsensfalle Kostenfalle Liebesfalle Nebel Polizeifalle Radarfalle Schuldenfalle Steuerfalle ahnungslos barfuß blindlings dahintappen entlang herein herumtappen hineintappen hinunter orientierungslos umhertappen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tappen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf der Suche nach den Tätern tappte das FBI lange im Dunkeln.
Die Welt, 15.01.2003
Was die Wirkung in Tausenden von Jahren betrifft, tappen wir natürlich im Dunkeln.
Süddeutsche Zeitung, 11.04.1998
Wir tappen auf diesem Gebiete, das müssen wir gestehen, noch ziemlich im Dunkeln.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 302
Hoff, der auf und ab getappt war, drehte sich um.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 1
Abel hörte das Tappen der nassen Füße auf den Leitersprossen.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 183
Zitationshilfe
„tappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/tappen>, abgerufen am 18.10.2019.

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