tückisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtü-ckisch (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

boshaft, hinterhältig
Beispiele:
ein tückischer Mensch, Verleumder
ein tückischer Wolf
ein tückischer Plan, ein tückisches Verhängnis
er hat einen tückischen Blick
sie sind verschlagen und tückisch
tückisch lachen
jmdn. tückisch ansehen, überfallen
das tückische Schweigen des launischen Greises [Feuchtw.Füchse293]
übertragen unberechenbare Gefahren in sich bergend
Beispiele:
ein tückisches Klima
eine tückische Krankheit
der Sumpf ist tückisch
ein Strohdach, das tückisch zu knistern begann [KlabundBracke196]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tücke · Tuck · tückisch · heimtückisch · Heimtücke
Tücke f. ‘Hinterlist, Arglist, Bösartigkeit’, mhd. tücke, tucke f. ‘Handlungsweise, Benehmen, Tun, Gewohnheit, Arglist’, seit Ende des 13. Jhs. (vorwiegend omd.) belegt, steht entweder als feminine Bildung neben mhd. tuc, duc m. ‘Schlag, Streich, Stoß, schnelle Bewegung, Gebärde, Handlungsweise, Gewohnheit, listiger Streich, Kunstgriff, Arglist’, nhd. Tuck m. ‘boshafter Streich’ oder ist als Singularisierung aus dessen Plural mhd. tücke, dücke hervorgegangen. Sichere germ. und außergerm. Anschlußmöglichkeiten finden sich nicht. Es kann sich bei dem expressiven Charakter des Wortes um eine lautmalende Bildung handeln. Der anfänglich wertfreie Ausdruck erhält bereits in mhd. Zeit durch bestimmte Attribute einen abschätzigen Sinn, vgl. mhd. in unartiger tucke, in arger tucke, nāch sīner valschen tucke, woraus sich im 16. Jh. die Bedeutung ‘hinterhältige Gesinnung und Verhaltensweise’ entwickelt. tückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, bösartig’, zuvor ‘heimlich, listig, verschlagen’ (15. Jh.), abgeleitet vom Substantiv mhd. tuc bzw. tücke. heimtückisch Adj. ‘hinterhältig, arglistig, der offenen Konfrontation ausweichend’, anfangs heimdückisch, -duckisch (2. Hälfte 16. Jh.), zusammengebildet aus ↗tückisch und ↗heimlich (s. d.) oder ↗hämisch (s. d.), vgl. haimlich oder offenlich, redlich oder tückisch (Anfang 16. Jh.) sowie haimliche oder hemische Dück (16. Jh.). Dazu auch die Schreibung hämtückisch (Lessing, Adelung). Heimtücke f. ‘Hinterhältigkeit, Arglist’ (18. Jh.), aus dem Adjektiv rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
clever · ↗durchtrieben · ↗gerissen · ↗heimtückisch · ↗hinterlistig · ↗listig · ↗schlau · tückisch · ↗verschlagen
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · ↗garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · auf die linke Tour · ↗heimtückisch · ↗hintenherum · ↗hinterhältig · ↗hinterrücks · ↗link · ↗meuchlings · tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb, süddt.
Assoziationen
Antonyme
  • tückisch
Synonymgruppe
biestig · ↗charakterlos · ↗durchtrieben · ↗gemein · ↗heimtückisch · ↗hinterhältig · ↗niederträchtig · ↗schurkisch · tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb · ↗hundsgemein  ugs. · ↗link  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗schofelig  ugs., rheinisch
Assoziationen
Synonymgruppe
gefährlich · tückisch · ↗unberechenbar
Assoziationen
Antonyme
  • tückisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akustik Aufsetzer Belag Blitzeis Distanzschuss Eisplatte Erreger Fallwind Gewässer Glatteis Infektionskrankheit Klippe Kopfsteinpflaster Krankheit Lungenkrankheit Nervenkrankheit Rutschbahn Sandbank Steigung Stoffwechselkrankheit Strudel Strömung Sumpf Treibsand Untiefe Virus Viruserkrankung Virusinfektion Windböe schleichend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tückisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein rühriger Sponsor hatte gleich abends versprochen, sich der tückischen Technik anzunehmen.
Der Tagesspiegel, 02.10.2003
Es ist ein tückischer Bonus, den Frauen da zugeschanzt bekommen haben.
konkret, 1995
Immer aber hatte er frech und ein bißchen tückisch aus seinen blauen Augen geschaut, und frech und unschuldsvoll war er zeitlebens gewesen.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 220
Der Verleiher sah ihm mit einem halb tückischen, halb unterwürfigen Ausdruck an.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 133
Die andere erklärte er gern für ein tückisches Aas, besonders in ihrem augenblicklichen heiklen Zustand.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 628
Zitationshilfe
„tückisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/tückisch>, abgerufen am 23.05.2019.

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