suhlen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungsuh-len (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

Jägersprache vom Schwarzwild, Rotwild   sich in einer Suhle wälzen
Beispiele:
Wildschweine suhlen sich tagsüber im Schlamm
wenn ich das Wasser eines Tümpels genoß, in dem sich eben ein Elefant gesuhlt hatte [SchomburgkAfrika265]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

suhlen · Suhle
suhlen Vb. ‘sich im Schlamm wälzen’, ahd. bisullen (Hs. 12. Jh.), mhd. süln, suln ‘besudeln’ (s. ↗sielen), aengl. sylian ‘beschmutzen’ und ablautendes got. bisauljan ‘beflecken’, schwed. (mundartlich) saula ‘beschmutzen’ lassen sich mit ahd. gisol (um 800), sol (9. Jh.) ‘Kotlache’, mhd. sol, söl, mnd. sȫle ‘Schlamm, Schmutz, Dreck’, aengl. sol ‘Schlamm, Pfütze’, lit. sulà ‘abfließender Baumsaft’, lett. sula ‘Saft’, apreuß. sulo ‘geronnene Milch’ auf eine l-Erweiterung der unter ↗saugen und ↗saufen (s. d.) angegebenen, einen tropfenden, saugenden, schlürfenden Laut nachahmenden Wurzel ie. *seu-, *sū- zurückführen. suhlen ist heute vorwiegend in der Jägersprache gebräuchlich im Sinne von ‘sich im Schlamm, in einer Suhle wälzen’ (von Rot- und Schwarzwild). Suhle f. ‘sumpfige Stelle im Wald, Kotlache’, im 17. Jh. aus dem Verb rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) herumwälzen · ↗(sich) wälzen · hin und her rollen  ●  (sich) suhlen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) suhlen · ↗(sich) wälzen · ↗schwelgen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dreck Elend Matsch Sand Sau Schlamm Schwein Selbstmitleid Wasserbüffel Wildschwein Wonne darin genüßlich geradezu gern lieber lustvoll wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›suhlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer will, kann sich darin suhlen und anschließend in das eiskalte Meer springen.
Die Zeit, 17.12.2003, Nr. 51
Er suhlt sich im Fortissimo oder weidet in schönstem Pianissimo.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Im Sorgensumpf zu suhlen ist ganz und gar nicht meine Lust.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 196
Ein paar Penner suhlten sich in leeren Cola-Büchsen und abgefressenen Hamburger-Kartons.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 1
Fritzchen und Erika suhlen sich vor der Haustür im Sand und lachen dabei.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 40
Zitationshilfe
„suhlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/suhlen>, abgerufen am 21.07.2019.

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